FC-Trainer René Wagner zieht ein positives Fazit der Trainingswoche in Österreich und betont den Zusammenhalt – Test am Freitag
Abschluss des FC-TrainingslagersWagner setzt auf den „sozialen Leim“

Reigan Heskey und Trainer René Wagner im Austausch auf dem Trainingsplatz in St. Johann
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Am Donnerstagmittag absolvierten die Profis des 1. FC Köln bereits die letzte Trainingseinheit des Sommercamps in Österreich. Zum Abschluss der Woche steht aber noch der Höhepunkt an: ein Test gegen Hertha BSC (12 Uhr/Stream bei Youtube) über zweimal 60 Minuten im Koasastadion von St. Johann. Der Zweitligist fliegt extra für das Duell ein, die Hertha startet bereits eine Woche später in die neue Saison. „Wir haben gut trainiert unter uns, aber jetzt kommt ein Gegner, der möchte ein Spiel gewinnen, der möchte uns auch wehtun und hat einen Plan dabei. Da müssen wir schauen, wie wir uns anstellen“, sagte René Wagner nach der Einheit.
Der Cheftrainer zog ein positives Fazit der Tage in Tirol. „Jeder hat mitgezogen, es war viel Intensität im Training“, sagte der 38-Jährige. Er habe auch abseits des Rasens wichtige Schritte beobachtet. „Das Umfeld war super. Wir hatten echt coole Tage, sind als Gruppe zusammengewachsen.“
Lautstärke auf dem Trainingsplatz wie an den Seitenlinien war ein Leitmotiv. Es wurde viel und teils heftig kommuniziert. „Wir wollen eine hohe Intensität im Training. Wenn die Jungs im Stadion spielen, müssen wir als Trainer nichts mehr tun. Dann stehen da 50.000 Leute, da geben die alles. Im Training muss man manchmal den einen oder anderen über die Grenze schieben, das ist unser Job“, erklärt Wagner.
Umso deutlicher waren die Phasen, in denen es am Spielfeldrand plötzlich leise wurde. „Wir hatten Phasen, in denen wir als Trainer einfach mal nichts mehr gesagt haben. Weil wir wollten, dass die Jungs miteinander reden“, beschrieb Wagner. Er beobachte ein Generationenthema: Viele junge Spieler seien heute eher schweigsam. „Es ist kein Qualitätsmerkmal, dass hier jeder reden muss. Aber natürlich hilft es, wenn elf Individuen auf dem Platz miteinander sprechen, um sich besser zu organisieren“, sagt der Trainer. Vieles, was die Kölner in der vergangenen Woche taten, galt einem Ziel: die Mannschaft zu festigen. Schon früh veranstalteten die Trainer einen Spielenachmittag am Schwarzsee – das habe den Zusammenhalt auf dem Rasen gestärkt. Wagner legt großen Wert darauf, dass alle füreinander einstehen und einander antreiben. „Wir haben ganz viel über sozialen Leim gesprochen. Über Spieler, die unsere unterschiedlichen Gruppen verbinden müssen. Da gibt es Jungs, die sich ins Zeug legen“, hat er beobachtet.
Wir haben ganz viel über sozialen Leim gesprochen. Über Spieler, die unsere unterschiedlichen Gruppen verbinden müssen. Da gibt es Jungs, die sich ins Zeug legen
Gerade nach dem erneuten personellen Umbruch in dieser Saison und den Erfahrungen der vergangenen investiert der neue Cheftrainer viel Zeit und Denkarbeit in die Teamwerdung seiner Spieler. „Die Mannschaft ist dabei, alle Jungs, auch die neuen, in die Gruppe zu integrieren. Das ist mir wichtig. Es hat in dieser Woche gut funktioniert. Aber wie stark die Gruppe zusammenhält, werden wir erst sehen, wenn der Schiedsrichter anpfeift. Im Test, im DFB-Pokal, in der Bundesliga.“ Auch taktisch sollen die FC-Profis auf den Moment vorbereitet sein, in dem in der Hitze des Wettkampfs die Kommunikation mit dem Trainer abreißt.

René Wagner zeigte sich in Tirol enorm engagiert, der neue Kölner Cheftrainer verlangt hohe Intensität auf dem Platz.
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Dann soll man sich auf die Mitspieler verlassen können. Auch wenn es darum geht, auf eine Variante des Gegners zu reagieren. „Generell sollen die Jungs erkennen, was auf dem Feld passiert. Die Gegner werden uns nicht vorher verraten, was sie vorhaben. Wir müssen das als Trainer gut analysieren, müssen aber auch als Mannschaft auf dem Platz in der Lage sein, zu reagieren“, sagt Wagner. Auch er will seinen Spielern zeigen, mit wem sie es zu tun haben, damit sie mit ihm rechnen können. „Sie müssen mich in der neuen Verantwortung kennenlernen. Ich muss als Cheftrainer ein bisschen anders agieren, als ich es vielleicht als Co- oder Interimstrainer konnte. So lernen wir uns alle noch ein bisschen besser kennen und versuchen, das im Laufe der Saison auch als Stärke zu nutzen.“
