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Brüder-Debüt beim 1. FC KölnKlaus Allofs über die El Malas: „Kannst dir nichts Schöneres vorstellen“

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Die Brüder Klaus li. und Thomas Allofs im Trikot des 1. FC Köln.

Klaus (l.) und Thomas Allofs spielten gemeinsam beim 1. FC Köln.

Brüder-Debüt beim FC: Malek El Mala gleicht in Berlin zum 1:1 aus. Klaus Allofs blickt auf seine Zeit mit Thomas.

Malek El Mala (21) wusste nach seinem Tor kaum, wohin mit seinen Gefühlen. Bei Union Berlin stand er am 1. November 2026 zum ersten Mal für die Profis des 1. FC Köln auf dem Platz. Nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung erzielte er den Treffer zum 1:1. Diese pure Freude dürfte beim FC wohl niemand so schnell vergessen.

Am Ausgleich war ausgerechnet sein jüngerer Bruder Said (20) beteiligt. Er schlug die Flanke herein, Alessio Castro-Montes verlängerte den Ball entscheidend, und Malek hielt den Fuß rein. Nachdem zunächst einige Mitspieler auf den Torschützen zugestürmt waren, fand er Sekunden später auch Said. Für die Geschichtsbücher des Vereins ist das ein historischer Moment, der zugleich Erinnerungen weckt: an Klaus (69) und Thomas Allofs (66).

El Malas folgen der Spur der Allofs-Brüder beim 1. FC Köln

Die beiden Allofs-Brüder stürmten 1986 gemeinsam für den 1. FC Köln. Im Gespräch blickt Klaus Allofs auf diese Zeit zurück: „Zusammen mit dem Bruder in einem Verein zu spielen, ist natürlich das Höchste der Gefühle, das Optimale!“

Konkurrenz und Zusammenhalt haben unter Brüdern nach seiner Erfahrung eine ganz eigene Note. „Wenn man mit seinem Bruder zusammenspielt, beflügelt das enorm. Neid oder Missgunst gibt es nicht, kommt nicht mal im Kleinsten auf. Aber der gesunde Konkurrenzkampf unter Brüdern treibt an. Im Training waren wir untereinander weniger rücksichtsvoll und kompromissloser, als mit anderen Mitspielern. Wenn es jedoch hart auf hart kam, haben wir zusammengehalten“, sagt Allofs.

In Familien mit zwei Söhnen ist die Rivalität oft groß, der Zusammenhalt aber eben auch. Klaus ist drei Jahre älter als Thomas, und auch für die Eltern war es eine besondere Situation, gleich zwei talentierte Jungen zu haben und zu fördern. „Unsere Eltern wollten uns beide optimal begleiten. Als ich die ersten Schritte gegangen war, wünschten sich meine Eltern das auch für den zweiten Sohn. Das dürfen natürlich keine Fantasien sein. Aber Thomas hatte dann auch eine herausragende Qualität, und wenn sich diese Wünsche dann erfüllen, ist es für die gesamte Familie besonders“, erzählt Klaus Allofs. Und lachend fügt er an: „Für Eltern ist es auch prima, dass sie sich nicht mehr aufteilen müssen, wenn beide Jungs in einem Verein spielen.“

Ein wenig anders liegt der Fall bei den El Malas. Hier hat Said als jüngerer Bruder vorgelegt, nun will Malek nachziehen – und der Anfang ist gemacht. Allofs freut sich mit beiden: „Said war beteiligt beim Treffer von Malek – etwas Schöneres kannst du dir ja gar nicht vorstellen.“

Dass die Brüder dem 1. FC Köln künftig weitere Glücksmomente bescheren könnten, hält der frühere Stürmer für gut möglich: „Said ist ein außergewöhnlicher Fußballer, darauf können sich alle freuen. Malek kenne ich nicht so gut, aber die Voraussetzungen sind da. Es ist manchmal nicht einfach, sich in einer neuen Gruppe zurechtzufinden. Wenn da mit Said jetzt schon ein Anker bei den Profis ist, der ein Standing im Team hat, dann kann das für Malek NUR hilfreich sein.“

Zugleich kennt Klaus Allofs die Schattenseiten: „Malek muss seinen eigenen Weg gehen. Einen erfolgreichen Bruder zu haben, hat nicht nur Vorteile, man wird immer an ihm gemessen. Dann heißt es: ‚Ist er wirklich so gut?‘ Oder: ‚Der andere ist doch besser, siehst du!‘ Der Druck ist also da. Das war bei Thomas und mir auch so.“

Neben aller Freude über die gemeinsame Zeit beim FC gibt es für die Allofs-Brüder auch schmerzhafte Erinnerungen. „Wir hatten damals in Köln eine tolle Mannschaft beisammen. In der Saison hatten wir die Chance, Meister zu werden. Doch dann verletzte sich Thomas schwer und unser gutes Zusammenspiel wurde jäh unterbrochen“, erinnert sich Klaus. Im November 1986 erlitt Thomas einen Kreuzbandriss. Klaus Allofs wechselte nach der Saison zu Olympique Marseille, während sich Thomas beim FC zurückkämpfte. 1989 wurde er mit 17 Toren Torschützenkönig der Bundesliga – so wie Klaus bereits 1985, der damals im FC-Trikot 26 Treffer erzielt hatte.

Bis heute halten Klaus und Thomas Allofs einen Rekord: Mit zusammen 802 Partien sind sie die Brüder mit den meisten Bundesligaeinsätzen. Auf Klaus entfallen 424 Spiele, auf Thomas 378. Für den 1. FC Köln bestritt Klaus insgesamt 220 Partien und traf dabei 120-mal, Thomas kam auf 82 Spiele und 37 Tore. In diese großen Fußstapfen wollen nun die El Malas treten. (red)