Mit einem 5:0 gegen Union zieht der 1. FC Köln ins Pokal-Achtelfinale ein – und überzeugt auch defensiv.
Pokal-Gala gegen UnionDefensiv-Kniff des FC geht auf – Lob für „Schlüsselspieler“

Tom Krauß (M.) wurde gegen Union in der Dreierkette neben Jahmai Simpson-Pusey und Joel Schmied aufgeboten, interpretierte seine Rolle aber flexibel.
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Nach grauen Wochen im Herbst hat der 1. FC Köln endlich den Stimmungsaufheller bekommen, den er so dringend gebraucht hatte. Mit 5:0 setzte sich die Mannschaft am Dienstag (27. Oktober 2026) im DFB-Pokal gegen Union Berlin durch. Nach dieser Gala herrschte im Kölner Lager Einigkeit: Der deutliche Sieg tat allen spürbar gut.
Im Rampenlicht standen danach zunächst die Torschützen. Said El Mala traf doppelt, hinzu kamen Treffer von Linton Maina, der in der Offensive ebenfalls herausragte, sowie von den eingewechselten Isak Johannesson und Sebastian Sebulonsen. Bei so viel Glanz im Angriff ging allerdings ein Aspekt unter, der eigentlich mehr Beachtung verdient hätte.
FC-Defensive zweimal in Folge ohne Gegentor
René Wagner dürfte sich darüber allerdings besonders gefreut haben. In seinen ersten 14 Partien als Cheftrainer musste er sich jedes Mal über mindestens ein Gegentor ärgern. Nun blieb seine Mannschaft zum zweiten Mal hintereinander ohne Gegentreffer.
Überzeugt haben gegen die Berliner also nicht nur die Angreifer, die in Bestform aufspielten und dabei reichlich Selbstvertrauen tankten. Am anderen Ende des Platzes wurde ebenfalls hervorragend gearbeitet – und daran hatte eine neue taktische Variante des FC großen Anteil. Wiederholt formierten sich die Kölner gegen Union in der Defensive in einer Dreierkette. Abräumer Tom Krauß übernahm darin die halblinke Position, schaltete sich zugleich aber immer wieder ins Zentrum ein, um dort den Sechser Paul Okon-Engstler beim Abfangen der Bälle zu unterstützen.
KStA-Sportchef Christian Löer geriet über Krauß ins Schwärmen. Im FC-Podcast „Wir waren klar besser“ von Kölner Stadt-Anzeiger und Express, sagte er: „Ich würde fast sagen, der hat alles auf einmal gespielt. Und der FC hat auch gefühlt mehrere taktische Varianten parallel laufen lassen.“ Sein Fazit: „Sehr interessant. Vor allem, wenn man dann sieht, wie gut es funktioniert.“
Ähnlich sah es FC-Reporter Uwe Bödeker, den die taktische Anordnung auf dem Rasen positiv überraschte. Lob gab es von ihm für die Umsetzung, vor allem für Allrounder Krauß: „Das war auf jeden Fall für mich auch der Schlüsselspieler. Natürlich hast du vorne die Jungs, die mit Toren glänzen. Aber was Tom Krauß da abgerissen hat, das war wirklich der Schlüssel für das FC‑Spiel.“
Wie sehr sich gute Abwehrarbeit auszahlen kann, zeigte ausgerechnet die Szene, mit der die Kölner in der 32. Minute den Bann brachen. Krauß ahnte einen Pass der Berliner voraus, löste sich aus der Dreierkette und gewann den Ball in der eigenen Hälfte. Damit war der Konter eingeleitet, den El Mala im Zusammenspiel mit Maina zum 1:0 vollendete.
Auch Trainer Wagner hob nach dem Abpfiff trotz aller Anerkennung für den Angriff ausdrücklich die Defensive hervor. „Die Jungs haben sich in alles reingeschmissen gegen eine Mannschaft, wo es nicht einfach ist, solche Sachen zu verteidigen“, lobte er.
Bereits am Wochenende gegen Schalke war unter Wagner erstmals kein Gegentor gefallen, die schwache Offensive hatte die Freude darüber jedoch erheblich getrübt. Diesmal stimmte beides – und so durfte sich auch die Kölner Abwehr angemessen feiern lassen. (red)
