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Langjähriger Kölner im InterviewHeintz über seinen emotionalen FC-Abschied und neue Ziele

4 min
Deutschland: Bundesliga 2025/2026 33. Spieltag, 1. FC Köln vs. FC Heidenheim, Sonntag, 10.05.2026 Rhein-Energie-Stadion, Nordrhein-Westfalen Dominique Heintz FC Köln, 3 *** Germany Bundesliga 2025 2026 Matchday 33, 1 FC Köln vs FC Heidenheim, Sunday, 10 05 2026 Rhein Energie Stadion, North Rhine-Westphalia Dominique Heintz FC Köln, 3 Copyright: xCelinaxLeiersx

Am 10. Mai nach dem Heimspiel gegen Heidenheim verabschiedete sich Dominique Heintz vom 1. FC Köln und seinen Fans.

Dominique Heintz wäre gerne beim 1. FC Köln geblieben. Nun fühlt sich der Verteidiger bei Fortuna Düsseldorf gebraucht.

Dominique Heintz verlässt den Bundesligisten 1. FC Köln nach einer schwierigen Saison und wechselt zum Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt der 32-jährige Verteidiger, der insgesamt sechs Jahre für die Kölner auflief, warum ihn der Wechsel trotz der 3. Liga reizt, wie er die Situation beim FC sieht – und warum die Familie bei der Entscheidung das Zünglein an der Waage war.

Herr Heintz, für viele war der Wechsel überraschend – vom 1. FC Köln direkt zu Fortuna Düsseldorf. Was hat Sie an einem Zweitliga-Absteiger gereizt?

Dominique Heintz: Sportvorstand Sami Arabi und Trainer Alexander Ende haben mich vom ersten Tag an überzeugt. Sie sind extra aus Düsseldorf zu mir gefahren, wir haben fast vier Stunden zusammengesessen. Das zeigt eine ungemeine Wertschätzung. Dazu kommt: Meine Familie kann in Köln bleiben, die Kinder im Kindergarten. Es passt einfach alles – und ich bin überzeugt. Vor allem will ich wieder Gas geben – ich bin noch topfit, will und kann spielen und Verantwortung übernehmen. Ich weiß, dass ich bei Fortuna zu 100 Prozent gebraucht werde.

War es für Sie kein Problem, zwei Ligen nach unten zu gehen – von der Bundesliga direkt in die Dritte Liga?

Nein. Mir ging es um die Wertschätzung und Überzeugung von Trainer und Sportvorstand. Ich bin älter, habe zwei Kinder. Meine Frau und ich sehen, wie wohl sich unsere Kinder in Köln fühlen – mit ihren Freunden, in ihrer Schule. Ich wollte sie nicht aus ihrem vertrauten Umfeld rausreißen. Die Liga war nicht das entscheidende Kriterium. Wichtig ist: Mit wem arbeite ich? Haben wir die gleichen Überzeugungen? Das ist der Fall. Ich will Fußball spielen und Spaß haben.

Der FC wollte nicht mit mir verlängern. Wenn man nicht mehr gewollt wird, ist das anders, als wenn man von sich aus geht. Aber am Ende muss man das akzeptieren. So ist das Geschäft.
Dominique Heintz

Man kennt die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf. Die ist im sportlichen aber nicht ganz so ausgeprägt. Gab es dennoch Fans, die die Nase gerümpft haben?

Der FC wollte nicht mit mir verlängern. Wenn man nicht mehr gewollt wird, ist das anders, als wenn man von sich aus geht. Ich muss die Fans loben – die Resonanz war bisher verständnisvoll. Viele Kölner Fans schrieben: Wir wünschen dem Heintzi viel Glück. Das zeigt, dass man als Mensch vieles richtig gemacht hat.

Es gab auch Kontakt mit Ihrem Heimatverein Kaiserslautern, richtig?

Ja, das stimmt. Aber die Aussage vom FCK war: Sie möchten verjüngen, nur junge Spieler. Für mich gibt es aber nur einen Unterschied: Qualität oder keine Qualität. Von daher war ich glücklich, dass ich bei Fortuna das bekam, was ich wollte. 

Nur neun Einsätze für den 1. FC Köln in der vergangenen Saison – deutlich weniger als früher. Was ist aus Ihrer Sicht nicht gut gelaufen?

Lukas Kwasniok war am Anfang nicht überzeugt von mir. Ich konnte mir nichts vorwerfen – ich habe alles gegeben. Ich kämpfte mich hoch, spielte gut. Dann verletzte ich mich und war schnell wieder raus. Es wäre leichter gewesen mit einem Trainer, der mehr auf mich setzt. Trotzdem: Es war eine schöne Saison beim FC. Ich habe in jedem Training Vollgas gegeben.

Hatten Sie das Gefühl, dass das Vertrauen in Sie schleichend verloren ging?

Das hatte eher mit dem Trainerwechsel im vergangenen Sommer zu tun. In der 2. Bundesliga spielte ich fast alles und trug großen Anteil am Wiederaufstieg. Mit einem neuen Trainer, der auf andere Qualitäten eines Innenverteidigers setzt, wird es schwierig. Das Vertrauen des Vereins war nicht weg. Aber trotzdem ging es halt nicht weiter.

Wie hat Kessler Ihnen begründet, dass der Verein nicht mit Ihnen verlängern möchte?

Darum geht es nicht, das öffentlich auszudiskutieren. Am Ende muss man akzeptieren, dass der Verein solche Entscheidungen trifft. So ist das Geschäft.

Wann hat Kessler Ihnen persönlich mitgeteilt, dass es nicht weitergeht?

Mitte April. Die letzten zwei, drei Monate habe ich trotzdem genossen, obwohl ich wusste: Das Kapitel Köln hat ein Ende. Die Verabschiedung – das war unfassbar emotional. Das kriegt nicht jeder. Dafür bin ich dem FC sehr dankbar. Es war überhaupt die beste Entscheidung, dass ich 2023 noch einmal nach Köln zurückgekehrt bin. Der Abstieg war extrem bitter. Aber wir konnten das zusammen wieder gutmachen – das war der Unterschied zu 2018. Damals wollte mich der FC nach dem Abstieg verkaufen.

Unterschrift in Düsseldorf: Dominique Heintz mit Fortunas Sportvorstand Samir Arabi

Sie blicken über den Tellerrand hinaus: Wie sehen Sie den FC für die kommende Saison aufgestellt?

Der FC hatte viele Abgänge. Der Markt ist ruhig – das ist okay. Ich glaube, der FC ist gut aufgestellt, auch finanziell besser als früher. Mit Jakub Kaminski und Said El Mala wird es schwierig, zwei derart herausragende Spieler zu halten. Der FC muss gut nachlegen und sie möglicherweise ersetzen. Sie brauchen erfahrene Spieler. Ich hoffe, dass „Kess“ mit seinem Team die richtigen Entscheidungen trifft.

War es überraschend, dass es in der vergangenen Saison noch einmal so eng im Abstiegskampf wurde?

Wenn Sie sich zwei Tage vor Spielschluss retten – das ist für einen Aufsteiger ein Bonus. In der Liga war alles unglaublich eng. Ich glaube, die kommende Saison wird es nochmal schwer. Aufsteiger Schalke kommt mit Wucht, die Bundesliga wird auf keinen Fall leichter. Der FC wird nichts anderes ausrufen als: schnell an die 40 Punkte.

Sie verlassen Köln mit einem Zwei-Jahres-Vertrag bei Fortuna?

Genau. Ich habe richtig Bock, schon am Samstag geht es mit dem ersten Training wieder los. Wir haben richtig was vor: wir wollen die Leute wieder versöhnen. Wir wollen ihnen zeigen, dass wir ein Team sind, eine geschlossene Einheit. Wir wollen Schwung und Begeisterung entfachen. Aber dafür müssen wir als Spieler, wir als Team vorangehen. Nicht reden, sondern machen.

Könnten Sie sich eine Rückkehr zum FC Köln in anderer Rolle vorstellen – beispielsweise als Trainer oder in der Nachwuchsarbeit?

Das ist jetzt nicht das Thema. Ich bin jetzt in Düsseldorf. Nur darum geht es. Nicht um früher, nicht um die Zeit nach der Karriere. Es zählt das hier und jetzt und die Fortuna.

War der FC Köln insgesamt die emotionalste Station in Ihrer Karriere?

Köln mit Kaiserslautern, ja. Ich fing mit sechs Jahren an, wurde dort Profi. Aber Köln ist definitiv zur zweiten Heimat geworden. Die Verbindung bleibt ein Leben lang. Und mal schauen, was sich jetzt in Düsseldorf entwickelt. Ich fühle, dass hier auch etwas Emotionales entstehen wird.