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El Mala bei Jürgen KloppStarke Konkurrenz, mäßiger Auftritt

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Engagiert, aber ein wenig glücklos: Said El Mala im Spiel gegen Griechenland in Thessaloniki

Engagiert, aber ein wenig glücklos: Said El Mala im Spiel gegen Griechenland in Thessaloniki

Nach zwei Länderspielen für Deutschlands A-Team zeigt sich, dass Said El Mala längst nicht ausgelernt hat – und der Mann der Stunde auf seiner Position spielt.

Said El Mala hat Jürgen Klopp in den Tagen bei der deutschen A-Nationalmannschaft gut zugehört. „Er hat eine Riesenkarriere hingelegt. Er weiß, was er macht, und das wissen die Spieler. Dann hört man auch noch mal anders zu, als wenn ein anderer Trainer vor dir steht“, erklärte der 20-Jährige vom 1. FC Köln, der nun als zweimaliger Nationalspieler zurück ans Geißbockheim kommen wird. Dort trifft er auf René Wagner, der sich nicht herabgesetzt fühlen sollte, weil sein Spieler den Bundestrainer mit Lob überschüttet. Dem mehr als 20 Jahre jüngeren FC-Trainer vorzuwerfen, er sei nicht Jürgen Klopp, wäre weder fair noch zielführend.

Wird es was oder wird es nichts?

Klopps Vita nimmt den Spielern offenbar alle Zweifel. „Okay, das kann was werden“, sage man sich nach einem Gespräch mit dem 59-Jährigen, berichtete El Mala in dieser Woche. Ob es auch für den Kölner Linksaußen in Klopps Nationalmannschaft etwas werden kann, bleibt nach den Eindrücken dieser ersten beiden Auftritte offen. Am Sonntagabend in Thessaloniki, beim 0:0 gegen Griechenland, wurde es erst einmal nichts mit einem erfolgreichen Auftritt des FC-Profis, der in einem festgefahrenen Spiel für die Entscheidung sorgen sollte.

Es lief nicht für El Mala, der für den ebenfalls unauffälligen Lennart Karl gekommen war und die ungewohnte rechte Seite vom Münchner geerbt hatte. Eine erste Flanke von rechts mit dem rechten Fuß verrutschte El Mala vollends, segelte weit hinter das Tor. Später wechselte der Kölner nach links, wo er auf Derry Scherhant folgte, der zuletzt zwei herausragende Spiele gezeigt hat. Der Freiburger war eine der Entdeckungen dieser Vier-Spiele-Reise, für die Klopp gleich zwei Kader nominiert hatte.

El Mala gab dennoch nicht auf und suchte immer wieder seine Chance. Eines seiner Dribblings kurz vor Schluss stoppten die Griechen in höchster Not. 16 Ballkontakte hatte El Mala und damit noch deutlich mehr als der mit ihm nach gut einer Stunde für das Zentrum eingewechselte Nick Woltemade (9).

Dennoch war Scherhant der weitaus auffälligere Mann. RTL-Experte Lothar Matthäus empfahl Klopp den Stürmer gleich für den Novemberkader, wenn Deutschland in Serbien und daheim gegen die Niederlande spielt. Doch auch El Mala war nicht unsichtbar. Griechenlands Manolis Saliakas holte sich wegen eines Fouls am Kölner eine Gelbe Karte – El Mala beschäftigte die Griechen, war eine Bedrohung. Brachte sie aber nicht mehr entscheidend in Schwierigkeiten.

Der Abend hatte lange besser ausgesehen. 13:1 Torschüsse in der ersten Hälfte, Deutschland deutlich überlegen mit Florian Wirtz als Kapitän und Intendant des Spiels. Ein Tor erzielten die Deutschen, als Burkardt nach Scherhants Vorlage traf. Doch der Treffer hatte keinen Bestand, weil der Videobeweis zeigte, dass Tom Bischof im Mittelfeld zuvor der Ball an die Hand gesprungen war.

Jürgen Klopp tröstet Florian Wirtz, seinen Kapitän in Thessaloniki.

Jürgen Klopp tröstet Florian Wirtz, seinen Kapitän in Thessaloniki.

Nach der Pause rotierten die Griechen Konstantinos Karetsas von Borussia Dortmund ins Spiel, das Geschehen wurde offener, das ausverkaufte Stadion nun so laut, wie die Deutschen es befürchtet hatten. Mit der in der ersten Halbzeit so überlegenen deutschen Offensive war es daraufhin vorbei, darunter litt später El Mala.

Anders als in Köln, wo El Mala von der Bank oft Akzente setzt, war er im Kreis der deutschen Auswahlspieler weit weniger effektiv. Die Nerven schienen eine Rolle zu spielen, außerdem ist der 20-Jährige im A-Team nicht der Mann, an den seine Kollegen automatisch alle Hoffnungen hängen. Beim FC bekommt er jeden Ball, in der DFB-Auswahl musste er sich gedulden, was der Konzentration nicht half.

Wir haben am Ende einfach das scheiß Tor nicht gemacht. Ist ärgerlich, trotzdem können wir zufrieden sein, wie wir gespielt haben
DFB-Kapitän Florian Wirtz

Klopp wollte hinterher trotzdem nicht hadern. „Die Jungs haben ein unglaubliches Fußballspiel gemacht, das in allen Bereichen top war, richtig top war“, sagte er bei RTL. Wirtz pflichtete bei: „Wir haben am Ende einfach das scheiß Tor nicht gemacht. Das ist ärgerlich, trotzdem können wir zufrieden sein, wie wir gespielt haben.“ Wirtz richtete den Blick nach vorn: „Es war sehr, sehr viel Gutes dabei. Es ist natürlich jetzt nicht alles schlecht.“ In der Tabelle der Gruppe 2 steht Deutschland mit fünf Punkten auf Platz drei, hinter den Niederlanden und Griechenland, die beide acht Punkte haben. Der direkte Vergleich mit den Griechen ist durch das 0:1-Hinspielergebnis verloren.

El Malas Weg in die Nationalmannschaft war schnell – schneller als etwa der von Scherhant, der wie El Mala mit Verspätung in den Profifußball kam und seine Zeit brauchte, ehe er bei Hertha BSC durchstartete. Im vergangenen Sommer wechselte der gebürtige Berliner nach Freiburg, wo ihm in der vergangenen Saison der Durchbruch in der Bundesliga gelang. Wenngleich weit weniger spektakulär als dem fast vier Jahre jüngeren El Mala, der im ersten Jahr gleich auf 13 Tore und fünf Vorlagen kam.

Derry Scherhant gegen Griechenlands Konstantinos Mavropanos

Derry Scherhant gegen Griechenlands Konstantinos Mavropanos

Ein paar Laufwege, die Momente, in denen es nicht ums Improvisieren ging, sondern darum, in Klopps Fußball zu funktionieren, zeigten El Malas Lernfelder. Einmal fingen die Kameras ein, wie David Raum El Malas Vornamen über den Platz brüllte, um den Kollegen an dessen Positionierung zu erinnern.

El Mala ist nun Nationalspieler, aber längst nicht am Ende seiner Ausbildung. Ob Jürgen Klopp ihn zu den Maßnahmen im November einlädt, wenn aus zuletzt zwei Kadern wieder einer wird, dürfte von El Malas Bundesligaauftritten bis dahin abhängen. Beim FC muss er nun bestätigen, was er kann. Dann könnte die deutsche Elf im November einen spannenden Konkurrenzkampf auf der linken Offensivseite erleben – zwischen dem Freiburger Derry Scherhant und Said El Mala aus Köln.