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El Mala nicht vom FC zum BVBDie Hintergründe und Vorgeschichte zum gescheiterten Transfer

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ACHTUNG FOTOMONTAGE: Wechsel von Said El Mala 1. FC Koeln zu Borussia Dortmund geplatzt ARCHIVFOTO. Â *** ATTENTION: PHOTO MONTAGE  Said El Mala s transfer from 1. FC Köln to Borussia Dortmund has fallen through. ARCHIVE PHOTO Â

FC-Jungstar Said El Mala wird nicht von Köln nach Dortmund wechseln.

Der 1. FC Köln bleibt hart: Nach fünf abgelehnten Angeboten gibt Borussia Dortmund beim FC-Jungstar auf.

Der Freitag war ein sehr guter Tag für den 1. FC Köln – zumindest auf den ersten Blick und für die vielen Fans des Traditionsklubs allemal. Kurz nachdem bekannt geworden war, dass sich Borussia Dortmund aus dem Poker um FC-Jungstar Said El Mala (19) zurückzieht und dieser in diesem Sommer folglich nicht zum BVB wechselt, war der FC auch vor Gericht erfolgreich: Das Oberverwaltungsgericht in Münster erklärte den Bebauungsplan zur Erweiterung des Geißbockheims für rechtmäßig. „Ich finde schon, dass das heute zwei gute Urteile für den FC waren“, frohlockte Kölns Präsident Jörn Stobbe am Freitagnachmittag in einer Medienrunde, in der es vor allem um das Gerichtsurteil gehen sollte.

Während sich die Posse um den Ausbau im Grüngürtel mittlerweile zwölf Jahre hinzieht, hat der FC nun endlich Rechtssicherheit. Parallel entwickelte sich das Geschacher um Jungstar El Mala in den vergangenen Wochen – ein Thema, das nicht nur Köln und Dortmund und deren große Fangemeinden bewegte – zu einer Transfer-Saga mit teilweise befremdlichen Zügen. Der FC lehnte insgesamt fünf Angebote des BVB ab. Nicht nur die scheibchenweise Verhandlungstaktik der Dortmunder verwunderte, sondern irritiert war man am Geißbockheim auch, dass bereits die Ankündigung von Angeboten wiederholt öffentlich bekannt wurde. Der Vorwurf richtet sich dabei weniger gegen bestimmte Medien, sondern eher gegen ein vermeintliches Leck im BVB-Umfeld. All dies erhöhte die Dortmunder Erfolgsaussichten nicht.

Der BVB soll zuletzt eine Sockel-Ablöse von 46 bis 48 Millionen Euro geboten haben. Der FC forderte mindestens 50 Millionen Euro. Das war die Schmerzgrenze – zumal die Kölner bereits Angebote in dieser Größenordnung aus der Premier League (Brentford, Fulham) erhalten hatten. Hinzu kamen Bonuszahlungen, mit denen das Paket knapp die geforderten 50 Millionen Euro überstiegen hätte. Allerdings sollten die Boni erst innerhalb einer sehr langen Zeitspanne erreichbar sein. Borussia wollte die fixe Ablösesumme in Tranchen strecken – ein üblicher Vorgang in der Branche.

Hinzu kam mittlerweile der Faktor Zeit: Am 24. August beginnt für den FC die Pflichtspielsaison mit dem DFB-Pokalspiel in Würzburg. Das Transferfenster schließt zudem am 1. September; im Fall eines Wechsels von El Mala hätte der FC auch einen einigermaßen adäquaten Nachfolger finden müssen. Die Kölner blieben hart. Nachdem das letzte BVB-Angebot den FC am Mittwochabend erreicht hatte, besprach man es auf Empfehlung von Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler im Gemeinsamen Ausschuss, der über derartige Geschäfte zu entscheiden hat. Am Donnerstag lehnte man das Angebot erneut ab.

Borussia Dortmund wird kein weiteres Angebot mehr unterbreiten und einen Transfer des Spielers nicht weiter verfolgen.
Lars Ricken, Sport-Geschäftsführer von Borussia Dortmund, über Kölns Said El Mala

Das führte zu einer entschiedenen Reaktion aus Dortmund am Freitag: Der BVB zog sich aus den Verhandlungen zurück. „Said El Mala ist kein Spieler von Borussia Dortmund und wird es in diesem Sommer auch nicht werden“, sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Borussia Dortmund wird kein weiteres Angebot mehr unterbreiten und einen Transfer des Spielers nicht weiter verfolgen.“ Am Ende scheiterte der Deal womöglich wegen zwei, drei oder vier Millionen Euro für einen Spieler, den der BVB – der 2024/25 einen Rekordumsatz von 526 Millionen Euro vermeldete – selbst als Versprechen für die Zukunft betrachtet.

Auch die Familie, die sich vom langjährigen Berater getrennt, das Management selbst in die Hand genommen und dafür die „El Mala Vermögensverwaltungs KG“ mit Sitz in Krefeld gegründet hat, wird kein Handgeld oder eine Vermittlungsprovision in Millionenhöhe einstreichen. El Mala hätte in Dortmund offenbar ein Gehalt von rund fünf Millionen Euro über eine Vertragslaufzeit von fünf Jahren erhalten. Aber der Offensivspieler ist erst 19 Jahre alt – es kann noch viel passieren.

Ricken geht bei El Mala wieder leer aus

Interessant ist im Zuge des gescheiterten Deals auch die Rolle von Lars Ricken. Wie von dieser Zeitung bereits erstmals am 11. Oktober 2025 berichtet, hätten sich Said und sein Bruder Malek (21), die damals bei Viktoria Köln unter Vertrag standen, bereits Ende März 2024 einen Wechsel zum BVB in die U19 vorstellen können. Aber die Vereine wurden sich nicht einig. Der damalige BVB-U-19-Coach Mike Tullberg wollte Said El Mala unbedingt holen. Doch die Verantwortlichen der Profiabteilung zeigten aus Sicht der Spielerseite vor allem in Person von Ricken ein auffälliges Desinteresse, zudem stand eine Verpflichtung von Bruder Malek nicht zur Debatte. Und Viktoria wurde nur 150.000 Euro Ablöse geboten, dem Spieler ein niedriges vierstelliges Monatsgehalt. Die El Malas sagten dem BVB ab.

Viktorias Verantwortliche Franz Wunderlich und Stephan Küsters dagegen machten Nägel mit Köpfen und gaben den Brüdern Drittliga-Verträge. Im Juli 2024 schlug dann der FC zu, stattete die Brüder vorerst mit Verträgen bis 2029 aus und überwies den Höhenbergern 300.000 Euro Ablöse (plus zehn Prozent Weiterverkaufsbeteiligung) für Said und 150.000 Euro für Malek El Mala. Der größte Coup für den FC: der im Juli 2025 neu ausgehandelte Vertrag, der nun bis 2030 läuft und keine Ausstiegsklausel enthält.

1. FC Köln: Ein Wechsel ist noch nicht ganz vom Tisch

Der BVB, so scheint es, wird das Ausnahmetalent nie mehr so günstig bekommen. Und das gilt selbst für den Preis, der in diesem Sommer zur Disposition stand. Beim FC freuen sie sich, dass der Jungstar im Team bleibt. Es sei denn, ein weiterer Klub wird noch mit einem Angebot vorstellig, das der FC aus finanziellen Gründen einfach nicht ablehnen kann.

Trainer René Wagner, der qua Amt vor allem die sportliche Perspektive im Blick hat, sagte am Freitagmittag nach dem Training und nur Minuten nach dem BVB-Ausstieg aus den Verhandlungen: „Ich freue mich, dass Said da ist. Said ist natürlich einer, der vorangeht und alle anderen mitzieht. Deswegen freue ich mich, dass er bei uns bleibt.“ Das sieht auch Präsident Stobbe so, fügte allerdings auch das Wort „wenn“ an: „Wenn Said in der nächsten Saison bei uns spielt, freue ich mich riesig. Das wäre großartig und genau der richtige Schritt für Said, seine Familie und den FC.“

Wagner will seinen Ausnahmespieler deshalb auch am Sonntag in der Pflichtspiel-Generalprobe beim Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn einsetzen. Und es wird interessant zu beobachten sein, ob die Schlagzeilen und der BVB-Ausstieg etwas bei El Mala verändern. Bis dato, und das wiederholen die Kölner Verantwortlichen immer wieder, verhalte sich der 19-Jährige „tadellos“ und sei hochmotiviert.