Unser Autor meint: Der Transfer lebt auch von der Hoffnung, dass Musterprofi Ellyes Skhiri in vertrauter Kölner Umgebung wieder aufblüht.

Ellyes Skhiri zurück beim FCEine Lösung mit ein paar Fragezeichen

So – wie hier Anfang 2023 – will man ihn beim FC wieder sehen: Ellyes Skhiri freudestrahlend nach einem Kölner Treffer
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Schon Eugen Glöckner, der legendäre Pächter und Wirt des Geißbockheims, forderte vor vielen Jahren mantraartig für seinen 1. FC Köln: „Mer bruche ne Sechser.“ Was im besten kölschen Idiom beiläufig, womöglich sogar lustig klang, hatte einen ernsten Hintergrund: Im Profifußball ist die Position des defensiven Mittelfeldspielers eine ebenso wichtige wie neuralgische. Es gilt, sie möglichst optimal zu besetzen. Was dem FC nicht oft gelang.
Nun scheint der Klub die Lösung in der Rückholaktion von Ellyes Skhiri gefunden zu haben. Oder, korrekter: Die Verantwortlichen sind offenbar überzeugt, dass der mittlerweile 31-Jährige das gesuchte Profil verkörpert: erfahrener, physisch robuster und defensivstarker Spieler mit Führungsqualitäten. Die Verkündung des Transfers ist nur noch Formsache und wird für den Freitag erwartet, heißt es. Sportchef Thomas Kessler hatte vor wenigen Tagen Neuzugänge versprochen, nun hat er geliefert: Erst kam Mittelstürmer Thijs Dallinga, jetzt Sechser Skhiri. Finanziell sind die beiden Transfers für den FC erst einmal kein Ritt auf der Rasierklinge.
Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Seit Wochen, ja Monaten, war klar, dass der FC auf dieser Position Bedarf hat. Dennoch zog sich die Suche nach einem Sechser lange hin. Manche sagen: zu lange. Das lag auch an den vielen Unwägbarkeiten – etwa an finanziellen Gesamtpaketen anderer Kandidaten, die für den FC nicht zu stemmen waren.
Zudem war Skhiri zuletzt nicht mehr der beeindruckende, präsente Spieler, den man aus seiner ersten Zeit in Köln von 2019 bis 2023 kannte. In der vergangenen Saison in Frankfurt war der Tunesier weder unumstritten noch dauerhaft gesetzt. Mit null Toren und null Vorlagen war er auch offensiv kein Faktor. Im Sommer folgte für den Nationalspieler eine enttäuschende WM.
Die Kölner waren lange an Skhiri dran, doch der zögerte mit einer Zusage vor dem vielleicht letzten wichtigen Vertrag der Karriere. Womöglich spekulierte er auf finanziell besser dotierte Angebote aus dem Ausland.
Jetzt ist Skhiri zurück in Köln. Der Transfer lebt auch von der Hoffnung, dass Skhiri – ein absoluter Musterprofi – in vertrauter Umgebung, an alter, geschätzter Wirkungsstätte, an der man ihm mit viel Respekt begegnet, wieder aufblüht und das in weiten Teilen unerfahrene Team führen kann. Dass er das kann, hat er schon bewiesen. Daraus speist sich vor allem die Zuversicht. Garantien gibt es keine.
