Der Bundestrainer kann mit FC-Jungstar Said El Mala umgehen, setzt auf ihn – auch, weil er sieht, was im Kölner noch steckt.

Erneute BerufungJürgen Klopps Fantasie und Vertrauen in Said El Mala

Bundestrainer Jürgen Klopp (l.), Kölns Said El Mala
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Im TV-Interview zur Kadernominierung geriet Jürgen Klopp fast ins Schwärmen über den Star des 1. FC Köln. Mit breitem Grinsen sagte er: „Said ist Said! Er ist der Felix Nmecha der Reihe vorne. Man kann sich alles Mögliche vorstellen, was da noch kommt in der Zukunft.“ Das ist als Kompliment zu verstehen. Es zeigt, dass der Bundestrainer viel Potenzial sieht und glaubt, dass die Entwicklung El Malas noch nicht am Ende ist.
Für den Kölner Stürmer erfüllte sich mit seinem Debüt Anfang Oktober ein Traum. Klub und Fans freuten sich mit dem Offensivspieler, der den FC in der vergangenen Saison mit 13 Toren fast im Alleingang zum Klassenerhalt geführt hatte. Damals gehörte der 20-Jährige zu Klopps Kader mit 44 Spielern. Mit diesem Aufgebot verschaffte sich der Bundestrainer zunächst einen Überblick. Zugleich signalisierte er Spielern, die bislang nur gehandelt, aber nicht nominiert worden waren, dass er sie im Blick hat.
Nun steht El Mala auch im Aufgebot für die Nations-League-Spiele in Serbien und gegen die Niederlande, für die Klopp die Auswahl auf 24 Profis reduziert hat. Der 20-Jährige kann sich nun als „echter“ Nationalspieler fühlen.
Die Berufung ist kein Geschenk. Er hat sie sich mit seinen Auftritten beim 1. FC Köln verdient. Beim Tabellendreizehnten sorgt der nimmermüde Dribbler immer wieder für Höhepunkte, auch in Spielen, in denen ihm nicht alles gelingt.
El Mala könnte sein unbekümmertes Wesen helfen
Anders als sein Vorgänger Julian Nagelsmann, der El Mala vor der WM überraschend nicht berücksichtigt hatte, setzt Klopp auf den Kölner. Vielleicht fürchtete Nagelsmann, dass sich bei einem Turnier zu viel um den jungen Spieler drehen würde. Beim FC steht El Mala stets im Fokus, und fast täglich gibt es neue Schlagzeilen. Klopp traut dem Kölner zu, mit dieser Aufmerksamkeit umzugehen. Und er kann mit Charakteren wie El Mala arbeiten. Der Bundestrainer hat Fantasie, was im Stürmer steckt. Ausgereift ist der Kölner noch nicht – wie auch? Vor nicht einmal anderthalb Jahren spielte er noch in der Dritten Liga, zuvor verlief seine Karriere ungewöhnlich und unstet.
Für El Mala gilt es nun, Klopps Vertrauen zu bestätigen. Denn im Kampf um die Offensivplätze wird es eng. Zuletzt überzeugte der ebenfalls nominierte Freiburger Scherhant. Dabei könnte ihm sein unbekümmertes Wesen helfen. Den Trubel um seine Person scheint er auf dem Platz und in der Kabine auszublenden. Darin ähnelt El Mala dem jungen Lukas Podolski.
