Nach der Niederlage gegen Griechenland steigt der Kölner in den zweiten DFB-Kader ein. Gegen Serbien könnte er sein Debüt feiern.
FC-Jungstar beim DFB-TeamEl Mala startet mit Doppelschicht unter Klopp

Kölns Said El Mala (2.v.r.) am Sonntag als Zuschauer auf der Tribüne in Augsburg mit Tom Bischof (v.l.), Noah Atubolu und Malick Thiaw
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Für Saïd El Mala hat der Montag mit einer Doppelschicht begonnen: In Herzogenaurach stieg der Kölner erstmals unter Jürgen Klopp ins Training ein. Der sogenannte „Kader II“ der deutschen Nationalmannschaft absolviert beide Einheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Noch am Sonntag hatte El Mala beim Nations-League-Spiel gegen Griechenland in Augsburg auf der Tribüne gesessen und die 0:1-Niederlage beim Heimdebüt des Bundestrainers verfolgt.
Am Donnerstag (20.45 Uhr) steht in München das Spiel gegen Serbien an, am Sonntag folgt die Partie in Thessaloniki gegen Griechenland. Im Zuge des Kaderwechsels stößt auch Bayern Münchens Juwel Lennart Karl (18) zur Mannschaft. Möglicherweise kommen El Mala und Karl gemeinsam in der Offensive zum Einsatz. In den beiden Begegnungen unter Klopp kann El Mala sein Debüt in der A-Nationalmannschaft geben. Damit könnte ein lange gehegter Traum wahr werden; zugleich wäre ein Einsatz ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Außenstürmers.
Bei El Mala und dem FC läuft es bislang noch nicht nach Wunsch. Sein erstes Saisontor erzielte der 20-Jährige zwar gleich zum Auftakt gegen die TSG Hoffenheim; danach fand er jedoch nicht recht in seinen Rhythmus. Muskuläre Probleme bremsten ihn zusätzlich.
Beim FC hofft man, dass Klopp El Mala Selbstvertrauen mitgibt – für seine internationale Karriere ebenso wie für seine Aufgaben in Köln. Möglichst gestärkt soll der Offensivspieler zurückkehren und am 11. Oktober im Derby gegen Borussia Mönchengladbach glänzen. Ein Sieg gegen den Erzrivalen könnte den holprigen Saisonstart der Kölner mit vier Punkten aus vier Spielen und der jüngsten 1:2-Niederlage beim Hamburger SV in den Hintergrund rücken.
Auch mit dem FC hat sich El Mala für diese Saison viel vorgenommen. „Am liebsten wollen wir unter den Top-10 landen und in der Liga bleiben“, sagte er im FC-Podcast. „Wir tun alles und arbeiten hart dafür. Wir haben vier Punkte, jetzt Zeit uns zu sammeln und dann kommt das Derby. Darauf konzentrieren wir uns.“
Dass die ersten Wochen der Saison für ihn nicht einfach waren, machte El Mala ebenfalls deutlich. Nach seinem Treffer gegen Hoffenheim musste er wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden. Die Beschwerden scheinen noch nicht vollständig abgeklungen. „Aktuell habe ich nichts“, sagte er, deutete aber zugleich an, dass er weiter daran arbeitet, erneute Probleme zu vermeiden. „Ich versuche alles zu tun, die Athletiktrainer helfen dabei. Ich hoffe, dass es nicht mehr zu oft vorkommt.“
El Mala erster A-Nationalspieler des 1. FC Köln seit Jonas Hector
Für die Spiele am Donnerstag in München gegen Serbien und am folgenden Sonntag in Thessaloniki gegen Griechenland hofft El Mala auf Einsätze – und Tore. Jonas Hector war der letzte Kölner Nationalspieler und zugleich der letzte Kölner Torschütze im DFB-Dress; seinen letzten Einsatz für Deutschland absolvierte der frühere FC-Kapitän am 19. November 2019 beim 6:1-Sieg in der EM-Qualifikation gegen Nordirland. Dreimal traf Hector für Deutschland: einmal in einem Testspiel gegen Italien und zweimal am 11. November 2016 gegen San Marino. Im EM-Viertelfinale gegen Italien verwandelte er als letzter deutscher Schütze den Elfmeter im Elfmeterschießen.
Der damalige Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte den Jungstar des 1. FC Köln Mitte November 2025 zwar erstmals in den Kader berufen, ihn aber zunächst im Training kennenlernen wollen. Der Kölner kam nicht zum Einsatz. Nach dem Spiel verließ El Mala das A-Team vorzeitig und schloss sich der U21-Nationalmannschaft an.
WM-Video mit Familie schon abgedreht
Fünf seiner 13 Tore erzielte El Mala an den letzten neun Spieltagen; eines davon war ein Solo-Tor in München. Trotz seiner starken Bundesliga-Debütsaison mit 13 Treffern und fünf Vorlagen verzichtete Nagelsmann für viele überraschend auf den Kölner in seinem WM-Kader. Dabei war nach Informationen dieser Zeitung das personalisierte Video, mit dem der DFB sein Aufgebot bekannt gab und das Botschaften von Familie, Freunden und den Kindern der Spieler enthielt, bereits mit El Malas Familie gedreht worden. El Malas Familie musste offenbar eine Verschwiegenheitserklärung abgeben, damit nichts an die Öffentlichkeit gelangte.
Im zweiten Anlauf könnte der FC-Jungstar nun also zum A-Nationalspieler werden – und möglicherweise gleich zum ersten Kölner, der nach einer Dekade wieder für Deutschland trifft.
