Florian Kainz ist zum zweiten Mal Vater geworden. Der Kapitän des 1. FC Köln ist ins Trainingslager nach Algorfa nachgereist und fühlt sich bereit für den Abstiegskampf.
FC-Trainingslager in AlgorfaDer Kapitän nimmt sich in die Pflicht

Timo Schultz und sein Kapitän: Der FC-Coach instruiert Florian Kainz.
Copyright: IMAGO/pepphoto
Florian Kainz hat das wohl schönste Ereignis im Leben eines Menschen mit nach Algorfa gebracht. Der Kapitän des 1. FC Köln ist zum zweiten Mal Vater geworden. Ehefrau Nadine brachte am vergangenen Samstag mit Jaro den zweiten Sohn der Familie zur Welt. Bis Dienstag blieb Kainz bei Frau und Kindern, dann reiste er über Barcelona ins Trainingslager des Fußball-Bundesligisten an der Costa Blanca nach. Mit dem klaren Auftrag, seiner Mannschaft im Abstiegskampf zur Seite zu stehen und vor allem als Kapitän voranzugehen.
„Es waren aufregende Tage, aber es ist alles gut zu Hause. Wir haben eine schöne Geburt gehabt und sind natürlich sehr glücklich“, berichtete der Österreicher am Donnerstag auf der Anlage des schmucken La Finca Golf Ressort im Hinterland von Alicante, wo der FC sich noch bis Samstag auf die acht letzten Spiele der Saison 2023/24 vorzubereiten. „Es ist gut, dass wir hier sind. Wie man sieht, herrscht gute Stimmung, alle ziehen mit. Uns ist allen die Situation bewusst. Wir müssen jetzt“, erklärte Kainz und zählte die Vorteile des Trainingslagers auf: „Wir haben gut Zeit für Gespräche untereinander und mit dem Trainerteam. Wir sind dann mental gut vorbereitet auf die Phase, die kommt.“
Mannschaftsabend nach dem Testspiel
Zum ersten Mal in dieser Saison kamen die FC-Spieler in Algorfa auch zu einem Mannschaftsabend zusammen. Nach dem Testspiel am Freitag gegen Breidablik Kopavogur aus Island zogen die Kölner Profis los, um vor dem Rückflug am Samstag nach Köln außerhalb des Platzes zusammen Spaß zu haben. Als erfahrenem Spieler und Kapitän kommt Florian Kainz auch dabei eine exponierte Rolle zu. „Ich spreche viel mit den Teamkollegen, mit dem Trainerteam, mit dem Staff. Wir unterhalten uns sehr viel über die Situation. Ich bin sehr positiv. Wir sind überzeugt, dass wir es schaffen können.“
Dafür muss der FC Spiele gewinnen und offensiv zwingender werden. Mit nur 20 Toren in 26 Spielen stellen die Kölner den schwächsten Angriff der Liga. „Das Training hier in Algorfa ist darauf ausgerichtet, auf das Spiel mit Ball in der Offensive. Ich habe das immer wieder gesagt, dass wir unsere Umschaltsituationen klarer und ruhiger ausspielen müssen.“
Mit dieser Kritik trifft er auch sich selbst. Nach einer hervorragenden Saison 2022/23 sucht der Nachfolger von Jonas Hector als FC-Kapitän schon das ganze Jahr nach seiner Bestform und wirkte in einigen Situationen regelrecht überfordert. „Ich bin der Kapitän, ich muss vorangehen. Ich versuche mein Bestes zu geben“, nimmt Kainz sich vor den letzten acht Spielen der Saison selbst in die Pflicht.
Aus der Situation kann man einiges mitnehmen und weitergeben.
Zumal er neben Benno Schmitz und Jan Thielmann der einzige Spieler ist, der den Abstiegskampf beim FC kennt. In der Spielzeit 2020/21 schafften die Geißböcke den Klassenerhalt erst in der Relegation gegen Holstein Kiel. Ein Szenario, das den Kölnern 2024 wieder droht. „Ich war damals lange verletzt und habe nur die letzten sechs, sieben Spiele gemacht und Relegation gespielt. Aus der Situation kann man einiges mitnehmen und versucht das dann auch weiterzugeben. Es geht nur darum, dass man gut trainiert, dass man sich voll fokussiert auf die Aufgaben, die jeder Einzelne hat. Dass sich jeder in die Mannschaft einbringt und uns intern uns aussprechen, wenn etwas nicht passt“, erklärte der 31-Jährige.
Ob es im Idealfall sogar noch zu Platz 15 und dem direkten Klassenerhalt reicht, ließ Florian Kainz erst einmal außer Acht: „Wir wollen die Klasse halten. Das ist wichtig. Das ist unser Ziel. Ob wir dann über die Relegation gehen müssen oder es direkt schaffen, spielt keine Rolle. Natürlich wäre Platz 15 allen lieber.“
