Die Partie bei Union Berlin am Samstag darf beim Frauenspiel in Müngersdorf nicht übertragen werden. Wie Rechteinhaber Sky die Entscheidung erklärt und wie der 1. FC Köln reagiert.
Frauenspiel in MüngersdorfSky verbietet 1. FC Köln Public Viewing

Die FC-Frauen tragen am Samstag zum vierten Mal seit 2023 ein Heimspiel im Rhein-Energie-Stadion aus.
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Sollte das 2:6 bei der TSG Hoffenheim für die Frauen des 1. FC Köln irgendetwas Gutes gehabt haben, dann vielleicht, dass ihnen der Blick nach vorn nicht allzu schwerfallen dürfte. Wenige Tage nach dem Debakel im Kraichgau steht für die Bundesliga-Fußballerinnen des FC schließlich der Höhepunkt der Saison an: Zum Heimspiel am Samstag (13 Uhr) gegen Werder Bremen ziehen die Kölnerinnen ins Rhein-Energie-Stadion um. So handhabt es der Klub seit 2023, um dem Frauenfußball einmal pro Saison eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Das Interesse ist auch diesmal groß: Bis Mittwoch waren rund 25.000 Karten verkauft. Das sind mehr als zehnmal so viele wie bei einem üblichen Heimspiel der FC-Frauen im Franz-Kremer-Stadion. Das frühlingshafte Wetter könnte seinen Teil dazu beitragen, dass am Samstag die Marke von 30.000 Zuschauern geknackt wird. Die bisherige Kölner Bestmarke liegt bei 38.365 Fans, aufgestellt im Jahr 2023 beim ersten „Highlightspiel“ der FC-Frauen.
Allerdings ist der diesjährige Termin nicht ganz optimal. Denn nahezu parallel treten am Samstag die männlichen FC-Profis im Kampf um den Klassenerhalt bei Union Berlin an (15.30 Uhr). Dem Vernehmen nach hatte sich der FC bei der DFL darum bemüht, dass beide Begegnungen an unterschiedlichen Tagen ausgetragen werden – vergeblich. Damit die Besucher des Frauenspiels trotzdem nicht vor die Wahl gestellt werden, verfolgte der FC nach Informationen unserer Redaktion den Plan, den Auftritt der männlichen Profis in Berlin im Kölner Stadion zu übertragen. Doch Rechteinhaber Sky machte dem Vorhaben eines Public Viewings einen Strich durch die Rechnung.
Unsere Idee war es, einen emotionalen Brückenschlag zwischen unseren Frauen und Männern zu schaffen und den Fans im Rhein-Energie-Stadion nach dem Highlightspiel der Frauen durch ein Public Viewing des Männerspiels einen gemeinsamen FC-Tag zu bieten.
„Unsere Idee war es, einen emotionalen Brückenschlag zwischen unseren Frauen und Männern zu schaffen und den Fans im Rhein-Energie-Stadion nach dem Highlightspiel der Frauen durch ein Public Viewing des Männerspiels einen gemeinsamen FC-Tag zu bieten. Wir haben alles versucht, respektieren aber die Entscheidung unserer Partner DFL und Sky aufgrund der bestehenden Rechte- und Vertragslage, die ein solches Format in dieser Konstellation nicht zuließ“, erklärte FC-Geschäftsführer Philipp Liesenfeld auf Anfrage und fügte an: „Unser Fokus liegt nun darauf, das Highlightspiel dennoch wie in den Vorjahren zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.“
Bei Sky bittet man um Verständnis für die Entscheidung. „Unser Geschäftsmodell basiert auf Erlösen durch Abonnenten, zu denen sehr viele Hoteliers und Gastronomen gehören. Um auch deren Interessen zu schützen und keinen Präzedenzfall zu schaffen, aber auch um Anfragen und Bundesligaklubs gleich zu behandeln, ist Public Viewing für uns grundsätzlich keine Option“, teilte ein Sprecher des Pay-TV-Senders unserer Redaktion mit.
1. FC Köln bewirbt Frauenspiel mit Selbstironie
Bei der Bewerbung des Frauenspiels nahm sich der FC derweil selbst auf den Arm. „Komm zum Highlightspiel. Bei uns steht niemand im Abseits“, schrieb der Klub auf seinen Kanälen – versehen mit einem Foto von Montagabend, das die ehemalige FC-Spielerin Celina Cerci bei ihrem aus klarer Abseitsstellung erzielten Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 für Hoffenheim zeigt. Trotz freier Sicht war die Fahne der Linienrichterin unten geblieben.
Kölns Trainerin Britta Carlson war nach der Pleite mit allen Beteiligten hart ins Gericht gegangen. „Von den sechs Gegentoren haben wir vier hergeschenkt, eins war dann noch ein Geschenk des Schiedsrichter-Teams“, schimpfte sie. Spätestens bis Samstag soll der Ärger verflogen sein. Sportchefin Nicole Bender-Rummler verspricht „ein großes und besonderes Fußballfest und eine stimmungsvolle, familiäre Atmosphäre“. Auch ohne das erhoffte Public Viewing.