Dortmund erhöht das Angebot für den in Köln gefeierten Said El Mala. Der FC bleibt standhaft – doch es kommt offenbar Bewegung in die Sache.
Im Fokus der FC-FansBVB bereitet Angebot vor – Poker um El Mala spitzt sich zu

Said El Mala erfüllt am Geißbockheim die Wünsche der Fans des 1. FC Köln
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Chaotische Parkplatz-Zustände im Grüngürtel, sagenhafter Andrang, große Geräuschkulisse – beim öffentlichen Training des 1. FC Köln herrschte am Donnerstag ein regelrechter Belagerungszustand. Doch wer will es den Fans des Bundesligisten verdenken? Es sind Sommerferien, das Wetter spielte mit, und die Euphorie um den FC sowie die Neugier auf die neue Mannschaft wachsen im Laufe der Vorbereitung beinahe täglich.
Gegen 13 Uhr stieg die Begeisterung bei vielen der rund 1500 Zuschauer sogar noch deutlich an – besonders bei den Jüngsten. Als Said El Mala nach der Einheit in Richtung der Fans trottete, bildete sich sofort eine enorme Traube um den Kölner Jungstar. Der 19-Jährige, um dessen Dienste Borussia Dortmund bekanntlich hartnäckig buhlt, bewies Geduld und erfüllte nahezu sämtliche Fanwünsche. „El Mala, Foto!“, „El Mala, Autogramm!“ war mehrfach zu hören. Man hätte manchem Anhänger gerne entgegnet: Der Spieler hat auch einen Vornamen und ein „Bitte“ wäre durchaus angebracht. Doch das ist nur eine Randbemerkung. Die Fans lieben den spektakulären Offensivspieler, und ein etwas älterer Anhänger brachte es auf den Punkt: „Wäre toll, wenn du auch noch im Pokal da bist.“ Am 24. August bestreitet der FC sein erstes Pflichtspiel der neuen Saison beim Drittligisten Würzburg.
Allerdings ist keinesfalls sicher, ob sich dieser Wunsch erfüllt. Denn der Poker um El Mala spitzt sich zu, und es könnte Bewegung in die bis dato festgefahrene Angelegenheit kommen. Der BVB bereitet laut „Bild“ und „Sky“ ein weiteres Angebot vor, das noch in dieser Woche beim FC eingehen soll: eine fixe Ablöse von 40 Millionen Euro plus Boni. Offenbar überdenken die Dortmunder ihre bisherige Schmerzgrenze und werden dem FC nun eine Ablösesumme von 45 Millionen Euro offerieren, dazu Bonuszahlungen in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro und eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent.
Nach Informationen dieser Zeitung war allerdings bis Donnerstag noch kein neues Angebot aus Dortmund beim FC eingegangen. Beim BVB würde El Mala einen Fünfjahresvertrag mit einem Bruttogehalt von fünf Millionen Euro erhalten – deutlich mehr als die rund 1,5 Millionen Euro, die der Spieler in der vergangenen Saison mit Prämien beim FC verdiente. Der Spieler und seine Eltern, die die Beratung ihrer Söhne Said und Malek (21, spielt bei der U21 des FC) übernommen haben, sollen bei den Kölner Verantwortlichen ihren Wechselwunsch nach Dortmund hinterlegt haben. Auch Malek würde sicherlich seinem Bruder nach Dortmundfolgen und für die U23 des BVB auflaufen wollen, denn beide gelten als ziemlich unzertrennlich.
1. FC Köln: Verantwortliche bleiben bis dato in Verhandlungen hart
Die FC-Bosse bleiben weiterhin hart. Die Kölner beharren auf ihrer Forderung von 50 Millionen Euro – exakt die Summe, die auch der FC Brentford geboten hatte. Doch die Familie El Mala hatte dem Wechsel in die Premier League letztlich eine Absage erteilt. Die vorherige Offerte aus Dortmund über garantierte 34 Millionen Euro plus zehn Millionen Euro an Bonuszahlungen – teilweise mit schwer erreichbaren Bedingungen – hatten die FC-Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler zuletzt ohne Zögern abgewiesen. Eine Ablöse von lediglich 40 Millionen Euro kommt für den FC nicht in Frage. FC will mindestens 50 Millionen Euro.

Euphorie nach dem Training am Geißbockheim beim 1. FC Köln. Vor allem Jungstar Said El Mala wird gefeiert.
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„Wir würden uns riesig freuen, wenn er bleiben würde. Ich glaube, dass es für den 1. FC Köln sehr, sehr gut wäre, einen Spieler mit solch einer Qualität zu haben. Und ich glaube auch, dass das für die El-Mala-Familie – für ihn, seinen Bruder – sehr, sehr gut wäre, wenn er noch ein Jahr in Köln bliebe“, erklärte FC-Präsident Jörn Stobbe jüngst in einem Interview mit dieser Zeitung. Doch einen Verkauf in diesem Sommer für eine vereinsinterne Rekord-Ablösesumme schloss Stobbe nicht kategorisch aus: „Was passiert, wenn er doch geht? Dann müssen wir uns damit beschäftigen. Im Moment gehen wir davon aus, dass er bleibt.“ Im Moment...
Im Trainingslager in Kitzbühel hatte Kessler auch bewusst Ambiguität zugelassen: „Wir haben kein Preisschild an die Hauswand des Geißbockheims gepackt. Wir waren mit Klubs im Austausch und haben unsere Vorstellungen bekannt gegeben. Aber der Einzige, der die Benchmark wirklich kennt, bin ich.“ Intern ist 50 Millionen Euro die Wunschsumme; öffentlich wird diese Schmerzgrenze weiter nicht formuliert.
Bei Borussia Dortmund hält man sich bezüglich El Mala weiterhin bedeckt. BVB-Sportboss Lars Ricken sagte jüngst: „Er ist Spieler des 1. FC Köln. Ich verstehe Ihre Frage, aber Sie wissen, dass wir keine Wasserstandsmeldungen zu irgendwelchen Gerüchten abgeben.“
Kölns Trainer René Wagner plant mit Said El Mala – zumindest für den kommenden Samstag (15.30 Uhr) im Härtetest gegen Real Sociedad San Sebastián. Was danach passiert, bleibt offen. Wohl nicht mal Kölns Chefcoach weiß es.
