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Jetzt macht auch Leipzig offenbar ernstKeine Ruhe um FC-Jungstar Said El Mala

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RB Leipzig sucht einen Nachfolger für den zu Real Madrid gewechselten Yan Diomande (l.) und hat dabei offenbar FC-Jungstar Said El Mala im Visier.

Nach dem geplatzten Wechsel zum BVB soll RB Leipzig ein Angebot für den Kölner Jungstar vorbereiten. Doch die Zeit wird mittlerweile knapp.

Am Sonntagnachmittag hatte Thomas Kessler, Kölns Sport-Geschäftsführer, am Rande der beiden Testspiele des 1. FC Köln beim Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn (2:3 und 3:4) eine vermeintlich klare Ansage gemacht. „Ich wurde immer belächelt, wenn ich gesagt habe, dass ich davon ausgehe, dass Said bleibt. Jetzt sind wir eine Woche vor dem Pokalspiel. Deswegen gibt es heute keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass Said bleiben wird“, sagte der FC-Sportboss.

Said El Mala hat im ersten Testspiel, in der die Kölner mit dem überwiegend ersten Anzug antraten, eine ordentliche Leistung geboten. In der Generalprobe vor dem anstehenden Pokalspiel erzielte der Jungstar per selbst herausgeholtem Elfmeter auch noch einen Treffer. Doch während El Mala auf dem Platz abliefert, brodelt es weiter hinter den Kulissen: Die Personalie des Offensivstars bleibt das beherrschende Thema beim FC – auch wenn viele in Köln sich endlich Ruhe in der Angelegenheit wünschen. Den Spieler trifft da noch die geringste Schuld.

RB soll über 50 Millionen fix bietenDabei war die Erleichterung im FC-Umfeld und insbesondere bei vielen Fans groß, als das Transfer-Theater um El Mala und Borussia Dortmund nach sieben Wochen endlich ein Ende gefunden hatte. Der BVB war auch mit seinem finalen Angebot gescheitert und zog sich dann am vergangenen Freitag – etwas trotzig – aus dem Poker zurück. El Mala und seine Familie hatten zuvor klar zum BVB tendiert. Es war der Wunsch-Transfer des Krefelders gewesen, aber das Scheitern der Verhandlungen zwischen den Klubs hatte zu El Malas (vorläufigem?) Verbleib geführt.

Nun wird sich zeigen, wie stabil diese Konstellation wirklich ist. Denn die „Sport Bild“ berichtet, dass RB Leipzig in den Transfer-Poker einsteigt und bereits ein Angebot vorbereitet. Wieder einmal wird bereits die Ankündigung eines Angebots publik. Der Plan der Sachsen ist durchaus nachvollziehbar: Sie haben gerade Yan Diomande für 125 Millionen Euro plus Boni an Real Madrid verkauft und suchen nach adäquatem Ersatz. Ursprünglich sollte Diego Moreira von Racing Straßburg diesen Part übernehmen – doch der 22-Jährige könnte zu teuer werden. Die Franzosen sollen bis zu 70 Millionen Euro für den Linksaußen verlangen. Sportchef Marcel Schäfer bestätigte, dass es keine Einigung mit Spieler- oder Vereinsseite gebe.

Wie italienische Medien berichten, hat der ebenfalls interessierte Top-Klub AC Mailand das Rennen gemacht und will den Deal in den kommenden Tagen über die Bphne bringen. Eine mündliche Einigung zwischen allen Parteien soll bereits erzielt worden sein. Leipzig muss sich also wohl umorientieren.

RB und El Mala: Diese Verbindung ist nicht neu. Diese Zeitung berichtete bereits vor einigen Wochen über das Leipziger Interesse am 19-Jährigen. Während Dortmund um den Offensivstar rang, zog sich Leipzig aber etwas zurück. Der Grund: Die Verantwortlichen des Brauseklubs befürchteten, in der Personalie zu spät dran zu sein. Borussia selbst trieb die Verhandlungen mit Nachdruck voran – und scheiterte spektakulär. Das Blatt hat sich also gewendet. El Mala soll sich einen Wechsel nach Leipzig angeblich auch vorstellen können.

Allerdings gibt es ein strukturelles und für Said dann auch emotionales Problem: Sein Bruder Malek (21) würde wohl nicht mitwechseln. RB Leipzig hat bekanntermaßen keine zweite Mannschaft im Verein.

Noch hat Köln kein Angebot vorliegen

Die zweite Schwierigkeit für Leipzig ist finanzieller Natur: Bereits vor Wochen hieß es eigentlich, dass RB nicht bereit sei, eine Fixsumme von 50 Millionen Euro zu investieren. Und zwar unabhängig davon, für welchen Spieler. Diese Summe fordert der FC bekanntlich – mindestens. Denn aufgrund der fortgeschrittenen Zeit auf dem Transfermarkt ist sie inzwischen sogar noch etwas höher. Der FC pocht zudem auf eine Weiterverkaufsbeteiligung.

Doch nun soll Leipzig bereit sein, genau dieses Paket zu schnüren: 50 Millionen Euro plus fünf Millionen Euro realistische Boni plus fünf Millionen Euro für außergewöhnliche Erfolge. Die Verantwortlichen müssten sich zwar auch noch die Genehmigung des Aufsichtsrats – Red Bull als Konzern – für die Ablösesumme einholen. Dies soll aber bis Mitte der Woche der Fall sein. Derweil wird El Mala bis zur Schließung der Transferliste am 1. September praktisch von Tag zu Tag teurer.

Zieht der FC einen Schlussstrich?

Die entscheidende Frage: Wäre der FC jetzt überhaupt noch bereit, den 19-Jährigen abzugeben? Einen Schlussstrich zogen die Kölner Verantwortlichen allerdings bis dato nicht. Wenn, dann müsste der Deal schnell über den Tisch gehen, und der FC wiederum müsste bereits einen El-Mala-Nachfolger auserkoren haben. Die Kölner müssen bekanntlich ohnehin noch auf mehreren Positionen auf dem Transfermarkt nachlegen. Eine Ablöse in dieser vereinsinternen Rekord-Höhe würde die gesamten Transferpläne der Kölner verändern – aber eben auch jeden anderen Deal deutlich teurer machen.

Klar scheint: Nur ein „unmoralisches Angebot“, womöglich auch noch aus der Premier League (Chelsea?) kann jetzt noch einen Transfer möglich machen. Das Leipzig-Paket geht durchaus in diese Richtung – ob es ausreicht, wird sich zeigen. Und erst einmal müsste es ohnehin die Kölner Verantwortlichen erreichen und dann von den Verantwortlichen und den Gremien auch noch geprüft werden.