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Erst Mensah, dann Okon-EngstlerZwei WM-Teilnehmer für den 1. FC Köln

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Gideon Mensah unterschreibt beim 1. FC Köln.

Gideon Mensah unterschreibt beim 1. FC Köln. Beim FC wird der Linksverteidiger mit der Rückennummer 14 auflaufen.

Mit Gideon Mensah und Paul Okon-Engstler holt der Bundesligist Erfahrung und Qualität in seinen Kader.

Sein neues Abenteuer in Deutschland begann ziemlich lässig und luxuriös: Im Privatjet flog Gideon Mensah nach Köln. Am Freitag landete der WM-Teilnehmer, und dann ging alles flott – Medizincheck, Unterschrift unter einen Zweijahresvertrag beim Bundesligisten, und schon am Samstagvormittag wurde die Verpflichtung des neuen Linksverteidigers publik gemacht.

Mensah erhält die Rückennummer 14 – jene Nummer, die lange Zeit Jonas Hector trug. Der 27-jährige Ghanaer kommt ablösefrei von AJ Auxerre – ein Coup für Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler. Er bringt viel Erfahrung mit: 114 Pflichtspiele bestritt der schnelle, defensiv zuverlässige Außenverteidiger in den vergangenen vier Jahren für den französischen Erstligisten. Dazu kommen 44 Länderspiele für Ghana – darunter vier bei der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika, in denen er jedes Mal über die volle Spielzeit spielte. Bei der WM zeigte Mensah seine Qualitäten: Mit Ghana überstand er die Vorrundengruppe L als Dritter. Er spielte in allen vier Spielen über die volle Distanz und half Ghana bis ins Sechzehntelfinale.

„Nach der WM hatte ich verschiedene Möglichkeiten“, sagt Mensah. „In den Gesprächen mit den Verantwortlichen des FC, die sich sehr um mich bemüht haben, hatte ich aber von Anfang an das beste Gefühl. Dazu kommt die sportliche Perspektive, die mir der Verein aufgezeigt hat. Und natürlich habe ich viel über die Stadt und die außergewöhnliche Unterstützung der FC-Fans gehört, auf die ich mich riesig freue. Genau wie für Ghana werde ich auch für den FC alles geben, damit der Klub seine Ziele erreicht und wir erfolgreich sind.“

1. FC Köln schließt Kaderlücke

Kessler zeigt sich erfreut, dass die wichtige Kaderlücke geschlossen werden konnte: „Wir beschäftigen uns schon seit längerer Zeit mit Gideon und freuen uns, dass wir ihn für den FC gewinnen konnten. Er bringt internationale Erfahrung mit, hat in der vergangenen Saison in Frankreich starke Leistungen gezeigt und diese auch bei der Weltmeisterschaft bestätigt.“ Der Spieler überzeugt mit „hoher taktischer Disziplin, Defensivstärke und Dynamik“. Sein Profil werde dem Kader „zusätzliche Qualität und Stabilität geben und unsere Möglichkeiten auf dieser Position weiter verbessern.“

Bereits am Montag soll der nächste WM-Teilnehmer nach Köln einfliegen: Paul Okon-Engstler. Der 21-jährige Australier kommt vom Sydney FC und wird im zentralen Mittelfeld das Vakuum schließen, das Denis Huseinbasic hinterlassen hat – der Mittelfeldspieler ist bereits ablösefrei zu Braga gewechselt. Die Ablöse für Okon-Engstler liegt bei rund einer Million Euro – eine moderate Summe für einen Spieler, der sich in der australischen Liga als einer der besten auf seiner Position hervorgetan hat. Der Mittelfeldmann soll einen Vertrag bis 2030 unterschreiben.

Okon-Engstlers Werdegang ist ungewöhnlich: Nach seiner Geburt im belgischen Ostende zog die Familie 2006 nach Australien. Sein Vater war australischer Nationalspieler. Der Sohn spielte für Marconi Stallions und Western Sydney Wanderers, ehe er 2019 zu Brügge wechselte. Via Benfica kam er im Juli 2025 nach Australien zum Sydney FC zurück. Bei der WM stand er zweimal in der Startelf und bereitete ein Tor vor. Beim Trainingsstart am Montag um 15 Uhr werden Okon-Engstler und Mensah noch nicht dabei sein. Sie sollen erst zum Trainingslager ab 24. Juli in Kitzbühel hinzustoßen.

Bereits jetzt zeigt sich: In der zweiten Saison nach dem Aufstieg setzt der FC nicht mehr überwiegend auf Perspektivspieler, sondern vermehrt auf erfahrene Akteure. Am Sonntagmittag kündigte Geschäftsführer Philipp Türoff beim Dreierkette-Talk an, dass auf dem Transfermarkt noch einiges passiert. Trainer René Wagner: „Wir sind täglich in Gesprächen und wissen, was am Kader noch getan werden muss.“ Insgesamt sollen rund zehn neue Spieler kommen. Ihnen stehen bereits zehn Abgänge gegenüber. Wagner: „Wenn zehn gehen, können vielleicht auch zehn kommen. Dann würde es ungefähr passen.“

Noch in Gesprächen ist der FC mit Edson Álvarez. Der 28-jährige Mexikaner soll neuer Chef im zentralen Mittelfeld werden. Eine Einigung mit West Ham über ein Leihgeschäft ist in Sicht, doch Álvarez müsste deutliche Gehaltseinbußen akzeptieren – ein Hindernis, das die Verhandlungen erschwert. Deshalb wird auch über eine Rückkehr von Ellyes Skhiri nachgedacht. Der 31-Jährige absolvierte 133 Pflichtspiele für den FC, bevor er 2023 nach Frankfurt wechselte. Die Eintracht würde ihn angeblich für rund zwei Millionen Euro ziehen lassen, Skhiri soll zur Rückkehr bereit sein.

MEIN PUNKT

Im vergangenen Jahr hatte der FC nach dem Wiederaufstieg vor allem auf Spieler aus unteren Ligen gesetzt. Doch nun kann und will der FC auch im oberen Regal zugreifen. Mit den Transfers und dem kolportierten Interesse an weiteren Spielern zeigt sich, dass der Klub gezielt Erfahrung und Qualität dazuholt. Der FC kann sich das leisten, da er sich saniert hat, mit dem Kaminski-Deal ein starkes Geschäft machte und fünf Millionen mehr TV-Gelder erhält. Es ist der richtige Weg. (Lars Werner)