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Drehung in den letzten Minuten
Kölns Aufholjagd gegen Bochum schafft neue Hoffnung im Abstiegskampf

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Die Kölner Spieler um Luca Waldschmidt (l) und Steffen Tigges (r) jubeln nach der Partie.

Die Kölner Spieler um Luca Waldschmidt (l) und Steffen Tigges (r) jubeln nach der Partie.

Eine spannungsgeladene Wende für 1. FC Köln: Ein dramatischer Sieg gegen den VfL Bochum öffnet den Weg zu einem potentiellen Klassenerhalt aus eigener Kraft.

Es hat nicht viel gefehlt und der 1. FC Köln hätte am 28. Spieltag der Bundesliga-Saison 2023/24 die wohl entscheidende Niederlage im Abstiegskampf hinnehmen müssen. Neun oder zehn Punkte Rückstand auf Platz 15 und vier Zähler inklusive des schlechteren Torverhältnisses auf den Relegationsplatz wären eine zu schwere Hypothek gewesen. Ganz zu schweigen von der negativen Wirkung, die diese Niederlage entfaltet hätte.

Es wäre eine verdiente Niederlage gewesen, denn das Keller-Duell mit dem VfL Bochum war bis zur 90. Minute ein Abziehbild der FC-Spielzeit. Die mutlosen und verunsicherten Geißböcke verbreiteten auf dem Platz eher das Gefühl, dass sie alles verlieren, aber nichts gewinnen können. Ein führungsloses Team, ohne erkennbare Spielidee und ohne nachhaltigen Glauben.

Köln gegen Bochum: Wunder auf dem Spielfeld?

Warum und wie die Kölner das Spiel noch drehen konnten, ist eine schwer zu beantwortende Frage. Vielleicht war es der Mut der Verzweiflung in Verbindung mit der Hoffnung der Fans, vielleicht auch der helle Moment, als Florian Kainz und Steffen Tigges sich per Blickkontakt verständigten und daraus der Ausgleich entstand. Das 1:1 löste einen Knoten und zeigte, welche Kraft und welcher Glaube sich aus einem kleinem Erfolgserlebnis wie einem Tor entwickeln können. Luca Waldschmidts Siegtreffer konnte nur fallen, weil aus dem 1:1 der Wille entstanden war, die Chance beim Schopfe zu packen. Ein mentaler Brustlöser, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – nämlich einfach Fußball zu spielen.

Der FC hat nach einer schwachen Leistung ein wichtiges Spiel auf eine dramatische und emotionale Art und Weise gewonnen, für die es kaum eine Steigerung gibt. Es gilt nun, das Momentum, die entstandene positive Energie zu nutzen, auch wenn der nächste Gegner Bayern München heißt und die Kölner weiter auf einem Abstiegsplatz stehen. Die Chance auf den Klassenerhalt aus eigener Kraft ist greifbar, denn durch den Sieg gegen Bochum ist aus dem Zweikampf zwischen Mainz und Köln ein Dreikampf geworden. Und wer weiß, vielleicht gerät der VfL Wolfsburg nach Ralph Hasenhüttls verpatztem Heimdebüt und nur einem Rückrundensieg auch noch mit in den Strudel. Der FC kann es tatsächlich schaffen — wenn dieser 6. April Auslöser eines Schubs war.