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Lage vor Derby erinnert an 2015Ein gutes Omen für den 1. FC Köln

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1:0 Jubel Torschuetze Anthony Modeste (Koeln)
Fussball Bundesliga, 1. FC Koeln - Borussia Moenchengladbach

Anthony Modeste im Herbst 2015 nach seinem Siegtor für den 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach

Die Parallelen zu 2015 machen Mut: Damals antwortete der FC auf ein 2:6 in Frankfurt mit einem Sieg gegen seinerzeit ebenfalls punktlose Gladbacher.

Die Ausgangslage erinnert an 2015: Vor dem Derby am Sonntag um 15.30 Uhr in Müngersdorf steht Borussia Mönchengladbach als Tabellenletzter ohne Punkt da. Zuletzt hatte die Borussia in der Saison 2015/16 nach vier Spieltagen null Punkte auf dem Konto. Damals startete die Mannschaft unter Trainer Lucien Favre mit fünf Niederlagen in die Bundesliga-Saison. Auch der 1. FC Köln steht diesmal unter Druck. Der FC geht mit vier Punkten in die Partie und damit deutlich schlechter als vor elf Jahren, als er nach dem fünften Spieltag zehn Zähler auf dem Konto hatte.

Aber auch 2015 hatte Köln vor dem Derby Wiedergutmachung nötig. Bei Eintracht Frankfurt war der FC einen Spieltag zuvor mit 2:6 unter die Räder gekommen. Es blieb die höchste Niederlage der Saison. Gegen Gladbach gelang anschließend die passende Antwort. Aktuell stellt sich die Lage wie folgt dar: Nach dem unbefriedigenden Ende der Saison 2025/26 war beim FC bereits Ernüchterung aufgekommen. Am dritten und vierten Spieltag der laufenden Saison folgten weitere Rückschläge: Auf das 1:1 gegen Bremen folgte vor allem die 1:2-Niederlage beim HSV.

Wie damals bietet das Derby die Chance, sich aus einer schwierigen Lage zu befreien. Für Gladbach soll Alexander Blessin die Wende einleiten. Er bestreitet sein erstes Spiel als Trainer der Borussia ausgerechnet gegen den rheinischen Rivalen. In Köln ist der Druck auf René Wagner gewachsen. Für den FC-Trainer geht es darum, mit einem Sieg die Diskussionen um seine Position zu beruhigen.

Gladbachs Trainer Favre trat nach Derby-Pleite beim 1. FC Köln zurück

Im September 2015 feierte der 1. FC Köln nach sieben Jahren Wartezeit einen Derbysieg gegen Gladbach und bezwang den Rivalen knapp mit 1:0 (0:0). Die Borussia hatte zunächst viel Ballbesitz, fand gegen die kompakt verteidigenden Kölner aber kaum Lücken. Der FC lauerte auf Konter und kam durch Bittencourt (18.) sowie zweimal durch Osako (34. und 42.) zu den besseren Möglichkeiten.

Nach dem Seitenwechsel stellte Peter Stöger auf ein 4-1-4-1 um und brachte Jojic. Gladbachs Angriffsspiel wurde ungenauer, Köln kam mit Standards näher. In der 64. Minute flankte Bittencourt von links, Modeste köpfte aus acht Metern zum 1:0 ein. Die Einwechslungen von Schulz, Hahn und Hrgota änderten nichts mehr. Köln verteidigte den Vorsprung und brachte den ersten Derbysieg seit sieben Jahren über die Zeit.

Auf der Kölner Bank saß damals als Ersatztorwart Thomas Kessler, der inzwischen Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln ist. Auf dem Platz stand Marcel Risse (36) in der Kölner Startelf. Risse sagte im Interview mit dieser Redaktion: „Auf dem Platz kommt es vom ersten Moment an vor allem auf die Einstellung an. Ich glaube nicht, dass es ein hochklassiges Spiel wird. Die Mannschaft, die am meisten brennt, kann das Derby über den Kampf gewinnen. Ich hoffe, dass wir das sind. Dann können wir den Fans, die alles für die Mannschaft geben, etwas zurückgeben und vielleicht etwas Euphorie mitnehmen.“ Der Spielverlauf erinnerte an den Fußball unter Trainer Peter Stöger, den der FC auch im Derby praktizierte und der zu Beginn der Ära des Coaches „mal vielleicht etwas langweilig anzuschauen war“, wie Risse sagte.

Fussball, Bundesliga, Deutschland, Herren, Saison 2015/2016, 5. Spieltag, Rhein Energie Stadion Köln, 1. FC Köln (weiss) - VfL Bor. Mönchengladbach (grün); Anthony Modeste (FC Köln) trifft zum 1:0 gegen Andreas Christensen (Gladbach), Yann Sommer (Gladbach) und Granit Xhaka (Gladbach), Aktion.

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Hier köpft Modeste zum 1:0 ein. Christensen (l.), Xhaka und VfL-Torhüter Sommer sind geschlagen.

Für Gladbach hatte die Niederlage weitreichende Folgen. Der langjährige Erfolgscoach Lucien Favre trat am 20. September 2015 überraschend in einer Nacht-und-Nebel-Aktion als Trainer von Borussia Mönchengladbach zurück – einen Tag nach der 0:1-Niederlage im rheinischen Derby. Sportdirektor Max Eberl und der Verein hatten Favres Rücktritt zunächst abgelehnt und ihn zum Weitermachen bewegen wollen. Favre machte seinen Rücktritt dennoch öffentlich und erklärte, er sei nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen, nicht mehr der perfekte Trainer für die Borussia zu sein.

Der FC beendete die Saison 2015/16 mit 43 Punkten auf Platz neun und mit deutlichem Abstand zur Abstiegszone. Köln blieb damals frei von größeren Sorgen. Einen solchen Saisonverlauf würde heute wohl jeder im Umfeld des Vereins unterschreiben.

Gladbach dagegen schaffte unter André Schubert noch die sensationelle Wende. Nach fünf Niederlagen zum Auftakt führte Schubert die Mannschaft auf Platz vier. Die Borussia qualifizierte sich für die Champions-League-Qualifikation, setzte sich dort durch und zog anschließend in die Gruppenphase ein.