Im Sommer kokettierte Dejan Ljubicic noch mit einer lukrativen Offerte des VfL Wolfsburg. Doch nach einer misslungenen Hinrunde muss der Österreicher um die Teilnahme an der EM bangen.
Nach Abgangs-GerüchtenSo denkt Dejan Ljubicic über das Wechselverbot des 1. FC Köln

Mit Freude zurück im Training: Der zuletzt erkrankt fehlende FC-Profi Dejan Ljubicic.
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Dejan Ljubicic ist mit etwas Verspätung in das neue Fußball-Jahr gestartet. Der Mittelfeldspieler des 1. FC Köln hatte sich rund um den Jahreswechsel einen grippalen Infekt eingehandelt, der eine Teilnahme an der ersten Trainingswoche nach der Winterpause verhinderte. Seine Premieren-Einheit unter dem neuen FC-Coach Timo Schultz erlebte der 26-Jährige daher erst am Dienstag, als der abstiegsbedrohte Bundesligist zur Kaderverkleinerung vorerst ohne die Nachwuchsspieler Jaka Cuber Potocnik, Meiko Wäschenbach und Emin Kujovic mit der näheren Vorbereitung auf den wegweisenden Heimauftakt gegen den 1. FC Heidenheim (Samstag, 15.30 Uhr) begann.
Trotz Rückstandes ist davon auszugehen, dass Dejan Ljubicic für das Duell mit dem Aufsteiger zumindest dem Spieltagsaufgebot angehören wird. Der Österreicher zählt schließlich zu denjenigen Akteuren in Reihen des 1. FC Köln, denen eine Rolle als Leistungsträger zugedacht ist. In der Hinrunde ist der Plan jedoch fehlgeschlagen. Ljubicic enttäuschende Ausbeute von null Scorerpunkten stellt einen von mehreren Gründen dar, warum den Geißböcken der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte droht.
Wir haben einige Anfragen anderer Vereine bekommen, diese aber nicht weiter verfolgt. Es gibt eine Aufgabe zu erfüllen: Das ist der Klassenerhalt mit dem 1. FC Köln – und der wird schwer genug.
Der Ausgang der Rettungsmission wird maßgeblich davon abhängen, ob es Timo Schultz gelingt, seinen im Formtief befindlichen Führungsspielern wieder auf die Beine zu verhelfen. So überraschte es nicht, dass FC-Sportchef Christian Keller („Ich sehe keine Abgänge“) nach Feststehen der einjährigen Transfersperre ein Winter-Wechselverbot verhängte. Dejan Ljubicic (Vertrag bis 2025), dem nach seinem geplatzten Sommer-Wechsel zum VfL Wolfsburg ein möglicher neuer Anlauf im Januar nachgesagt worden war, akzeptiert die Entscheidung seines Arbeitgebers. „Klar ist, dass dieses Thema mit der Transfersperre jetzt vom Tisch ist“, sagt sein Berater Christian Marth der Rundschau.
Zuletzt hatte es ein Gespräch zwischen beiden Seiten gegeben. „Dejan wird als wichtiger Pfeiler gesehen“, erklärt Marth, der trotz der dünnen Ausbeute von zehn Punkten aus 16 Spielen weiter an den Klassenerhalt der Geißböcke glaubt: „Ich bin überzeugt, dass der FC eine wettbewerbsfähige Mannschaft hat. Sie muss ihr Potenzial wieder abrufen. Dejan ist ein wesentlicher Teil von ihr.“ Aus diesem Grund sei der „volle Fokus“ nun auf den Abstiegskampf mit dem FC gerichtet. „Damit alle wieder in die Spur finden.“
Klassenerhalt und EM-Teilnahme - zwei große Ziele für Dejan Ljubicic
„Ewige Diskussionen“ über die Zukunft von Dejan Ljubicic würden in diesem Zusammenhang auch für den Spieler selbst nicht förderlich sein. „Wir haben einige Anfragen anderer Vereine bekommen, diese aber nicht weiter verfolgt. Es gibt eine Aufgabe zu erfüllen: Das ist der Klassenerhalt mit dem 1. FC Köln – und der wird schwer genug“, betont Christian Marth, der auf die Entstehung einer Win-win-Situation hofft: „Damit Köln den Turnaround schafft, wird Dejan einen wesentlichen Beitrag leisten müssen. Dann richtet sich auch Dejan automatisch wieder auf.“ Was danach kommt, bleibt abzuwarten.
Für den neunmaligen österreichischen A-Nationalspieler geht es im ersten Halbjahr 2024 nicht nur um den Klassenerhalt mit den Geißböcken. Dejan Ljubicic kämpft auch um die Erfüllung eines Traums – die Teilnahme an der Europameisterschaft in Deutschland. Doch aktuell erscheint ungewiss, ob der gebürtige Wiener ein Ticket von ÖFB-Coach Ralf Rangnick erhalten wird. Beim letzten Lehrgang im November war der aus verschiedenen Gründen formschwache FC-Profi unberücksichtigt geblieben. „Wir haben eine tolle Nationalmannschaft mit einem hohen Konkurrenzkampf – insbesondere im Mittelfeld“, weiß Berater Marth um die Schwere der Aufgabe für seinen Schützling, der sich über eine erhebliche Leistungssteigerung beim 1. FC Köln in den engen Kreis der Alpenrepublik wird zurückkämpfen müssen.
