Der gescheiterte Wechsel von Said El Mala zum BVB beschäftigt die Klubs weiter. Der FC-Jungstar liefert in Paderborn eine seriöse Leistung ab.
Nach geplatztem El-Mala-TransferKölns Kessler kontert Aussagen aus Dortmund

Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler
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Es waren am Sonntag nicht viele Augen auf Said El Mala gerichtet. Ganz einfach, weil die Generalprobe des 1. FC Köln beim Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn (2:3) unter Ausschluss von Zuschauern verlief. Bei den wenigen Beobachtern, die da waren – wie die Kölner Verantwortlichen oder Medienvertreter – stand der Jungstar nach dem geplatzten Wechsel, der für den FC ein Rekord-Transfer in seiner Geschichte gewesen wäre, natürlich dennoch im Fokus.
Zusammenfassend lässt sich sagen: El Mala spielte konzentriert und engagiert, ließ sich von dem massiven medialen Wirbel der vergangenen Wochen nicht aus dem Konzept bringen. Er beackerte seine linke Außenseite mit Energie, setzte sich in Duellen durch und war torgefährlich – auch wenn nicht alles gelang. El Mala holte zudem in der 79. Minute einen Elfmeter heraus, den er mit Selbstvertrauen selbst zum Endstand verwandelte. Eine gute Reaktion auf einen turbulenten Transfer-Poker.
Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler beobachtet El Malas Entwicklung täglich im Training und betrachtete die Leistung in Paderborn als wichtiges Signal. „Ich sehe Said jeden Tag im Training, ich sehe, wie er sich in der Mannschaft verhält, wie er sich zuletzt auch im Trainingslager verhalten hat. Und da hab ich in keiner Weise irgendwie den Eindruck, dass er sich davon beeindrucken lässt. Und das ist alles andere als selbstverständlich. Ich bin mit Said fast täglich im Austausch. Und so wie er sich verhält, so wie er unser Trikot trägt, ist er total stolz, Spieler des 1. FC Köln zu sein, und das hat man heute auf dem Platz auch wieder gesehen,“ sagte der Sportchef.
Kessler ging auch auf El Malas Leistung in der Generalprobe ein. Für einen so jungen Menschen, über den so viel medial diskutiert werde und über den es täglich fünf neue Eilmeldungen gebe, sei ihm nicht alles gelungen, räumte der Sportchef ein. Aber El Mala habe viele Aktionen gehabt, wo er sich gut durchgesetzt habe, den Elfmeter rausgeholt und die Verantwortung übernommen, indem er ihn selbst verwandelt habe. „Also von daher sehe ich ihn weiter auf einem guten Weg.“ Was Kessler beschrieb, ist auch eine mentale Stärke des Jungstars. Ein 19-Jähriger, der von vielen Klubs umworben wird, für den täglich neue Schlagzeilen entstehen – und der das verarbeitet, ohne zumindest öffentlich und auf dem Platz die Kontrolle zu verlieren oder Stunk zu machen. Die Kommunikation zwischen Kessler und El Mala deutet auf ein stabiles Verhältnis hin, das der Transfer-Poker offenbar nicht beschädigt hat.
Die vergangenen Tage waren allerdings turbulent. Nach wochenlangem Poker und sich verschärfenden, zähen Verhandlungen stand am Freitag fest, dass der Wechsel El Malas zum BVB geplatzt ist. Doch der Nicht-Deal beschäftigte die Protagonisten aus Köln und Dortmund auch am Wochenende. BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer hatte bei der Saisoneröffnung am Samstag bei Sky deutlich gemacht, wie sehr der Wechsel geplant war: „Wir hätten Said El Mala gerne zum BVB geholt. Ich glaube, er hätte auch Bock gehabt.“
Ich habe Said auch nie bei mir sitzen gehabt, der mir gesagt hat, es ist mein absoluter Traum, für Borussia Dortmund zu spielen. Ich sehe bei ihm in keinster Weise eine Traurigkeit.
Diese öffentliche Aussage ließ Kessler nicht unkommentiert. Er bezog dazu deutlich Stellung: „Ich habe natürlich auch mitbekommen, dass Borussia Dortmund sich sehr offensiv zu der Thematik geäußert hat. Das kann ich an dieser Stelle auch gerne machen.“ Dann wurde Kessler präzise und konterte subtil: „Also klar, wir waren mit Borussia Dortmund im Austausch. Am Ende ist es nicht zu einem Transfer gekommen. Das ist auch öffentlich bekannt. Und ich habe Said auch nie bei mir sitzen gehabt, der mir gesagt hat, es ist mein absoluter Traum, für Borussia Dortmund zu spielen.“ Kessler versuchte auch, das Verhalten in einen größeren Kontext einzuordnen: „Dass ein Spieler sich in dem Alter mit der Qualität mit dem Klub auseinandersetzt, der in der Champions League unterwegs ist – ich glaube, das ist völlig legitim. Das wird in den nächsten Jahren auch der Weg des 1. FC Köln sein, dass immer Spieler, die sich hier gut entwickeln, natürlich auch auf dem Markt für Begehrlichkeiten sorgen werden. Aber in keiner Weise sehe ich da eine Traurigkeit.“
Die Zahlen waren bekannt: Der BVB hatte 46 bis 48 Millionen Euro geboten, Köln forderte mindestens 50 Millionen. Dortmunds Bonuspaket hätte zwar die Marke knapp überstiegen, doch sollten diese nur in Tranchen gezahlt werden – für Köln inakzeptabel. Der FC hatte bereits bessere Angebote aus der Premier League vorliegen. Und bekommt bis zum Ende der Transferperiode am 1. September vielleicht noch weitere – ausgeschlossen ist das jedenfalls keinesfalls. Eltern wollen sich nicht äußernLob für den Jungstar gab es sogar auch aus Dortmund. Borussias Sportchef Lars Ricken würdigte El Malas Verhalten während der Verhandlungen: „Ich hoffe, dass für Said nichts hängen bleibt. Er hat in Köln immer Gas gegeben. Von daher hat Köln da nicht nur einen guten Spieler, sondern einen charakterlich einwandfreien.“ Ricken zeigte auch Verständnis für das Scheitern: „Die Gespräche, die wir mit Thomas Kessler geführt haben, waren absolut offen, respektvoll und von Verständnis von beiden Seiten geprägt. Manchmal trifft man sich und manchmal trifft man sich nicht.“
1. FC Köln: El Malas Eltern wollen sich nicht zur Situation äußern
Der BVB hat übrigens mittlerweile eine Alternative gefunden: Giannis Konstantelias (23) von PAOK Saloniki ist bereits in Dortmund eingetroffen.
Während Said El Mala sich am Sonntag auf dem Platz bewies, feuerten seine Eltern Sabrina und Mohammed ihren älteren Sohn Malek (21) an – beim Regionalliga-Spiel der Kölner U21 gegen Gütersloh m Franz-Kremer-Stadion. Der Vater präsentierte sich dabei stilsicher im FC-Trikot, ein klares Bekenntnis zum Verein. Allerdings brachte das wenig: Das Team verlor nach schwacher Leistung 0:3, auch der 21-Jährige überzeugte nicht und hinterließ einen bedrückten Eindruck. Auf Anfrage unserer Zeitung zur Transfer-Situation ihres jüngeren Sohnes wollte Sabrina El Mala, die Anfang März die Beratung ihrer Söhne übernommen hat, nicht antworten: „Ich möchte mich im Moment nicht äußern.“
Die Familie bleibt dabei, nichts öffentlich zu sagen – eine bewusste Entscheidung, die natürlich vollkommen legitim ist. Der jüngere Sohn lässt derzeit die Leistungen auf dem Platz sprechen. Nicht nur die Kölner Fans hoffen, dass das auch weiterhin und mindestens noch eine Saison der Fall sein wird.