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Beim 1. FC Köln nur ReservistNikola Soldo will bei der U21-EM auf sich aufmerksam machen

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Nikola Soldo streckt seine Zunge heraus und gibt einen Daumen nach oben.

Nikola Soldo beim Traing des 1. FC Kölns.

Nikola Soldo war beim 1. FC Köln zuletzt außen vor. Der kroatische Innenverteidiger will die U21-EM nutzen, um Spielpraxis zu sammeln - und um sich in den Fokus anderer Vereine zu spielen?

Wenn am Mittwoch die U21-Europameisterschaft in Rumänien und Georgien beginnt, ist Fußball-Bundesligist 1. FC Köln mit drei Spielern bei der großen Talent-Show vertreten. Während Eric Martel und Denis Huseinbasic mit der deutschen Auswahl um die Titelverteidigung kämpfen, zählen Nikola Soldo und der kroatische Nachwuchs nicht zum Favoritenkreis.

Die Mannschaft des Kölner Innenverteidigers bekommt es am ersten Turniertag (18 Uhr, ran.de) in Tiflis mit der Ukraine zu tun; weitere Kontrahenten in der Gruppe B sind Titelanwärter Spanien und Mitgastgeber Rumänien.

Für Nikola Soldo bietet das Turnier die Chance,   Spielpraxis zu sammeln, von der er in Köln zuletzt weit entfernt war. Dennoch ist man am Geißbockheim zufrieden mit der Entwicklung des vierten Innenverteidigers, der im vergangenen Sommer am letzten Tag des Transferfensters als Ersatz für den verletzten Jeff Chabot aus Kroatiens Erster Liga nachverpflichtet wurde.

„Nikola hat – auch wenn er in den letzten neun Spielen nicht mehr im Kader war – einen Riesenentwicklungssprung gemacht“, meint FC-Sportchef Christian Keller. „Er ist heute in der Lage, eine deutlich höhere Spielintensität zu gehen, und hat dadurch einen ganz anderen Markt. Zudem traue ich ihm weitere Entwicklungsschritte zu.“

Daher verfolge der FC „keine Verkaufsabsicht“. Keller sagt aber auch: „Ich möchte andererseits nicht ausschließen, dass es im Sommer zu einer Veränderung kommt.“ 

Bei U21-EM können anderen Clubs auf Nikola Soldo aufmerksam werden

Obendrein besteht die Möglichkeit, dass im Zuge der U21-EM andere Clubs auf Nikola Soldo aufmerksam werden. Einen Markt für den Spieler dürfte es etwa im defensiv geprägten italienischen Fußball geben. Der mit Tempodefiziten kämpfende 22-Jährige ist umso stärker, je weniger Raum er im Rücken hat. Deutlich wurde dies beim Spiel in München (1:1), wo Soldo aus einer ungewohnt tief verteidigenden FC-Elf hervorstach.

Christian Keller setzt derweil bereits einen grünen Haken hinter den Transfer: „Nikola hat es in einer Phase, in der wir personell extrem geschwächt waren, teilweise gut gemacht. Mit Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis hat der FC bei dem Deal gar nichts falsch gemacht.“ Wie es in der Personalie weiter geht, dürften die nächsten Wochen zeigen. „Nikola soll erstmal die Euro spielen“, meint Keller. „Im Optimalfall macht er das gut.“