Brightons und Brentfords Klubbosse gelten als Erzkontrahenten – ihre Klubs buhlen oft um dieselben Talente.
Interesse am FC-JungstarWelche Rolle eine alte Fehde im El-Mala-Poker spielen könnte

FC-Talent Said El Mala (l.) im Duell mit Heidenheims Patrick Mainka
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Auch beim Gastspiel des 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Bayern München werden die Augen besonders auf Said El Mala gerichtet sein – große Bühne für das Ausnahmetalent, bevor am Donnerstag Bundestrainer Julian Nagelsmann sein WM-Aufgebot bekanntgibt.
„Ich habe dazu keine Indizien und auch nichts gehört – ich habe auch keinen Kontakt zu irgendjemandem beim DFB. Aber er ist vielseitiger geworden. Mit seiner Geschwindigkeit, seiner Qualität im Dribbling und im Umschaltspiel kann so ein Spieler für jeden Kader wichtig sein“, sagt FC-Trainer René Wagner.
Und während in Köln weiter offen ist, ob der 19-Jährige überhaupt eingeladen wird, bekommt der Transferpoker eine pikante Wendung: Nach Brightons vorläufigem Rückzug ist ausgerechnet der FC Brentford eingestiegen. Denn Brighton hatte sich – wie berichtet – zuletzt wegen des Preisschildes aus dem Rennen verabschiedet. Da die Zukunft von Trainer Fabian Hürzeler (33) beim Premier-League-Klub nun aber sicher ist, könnten die Engländer noch einmal beim FC anklopfen. Doch neben Brighton scheint jetzt noch ein anderer Klub seine Bemühungen zu intensivieren: Laut „Kicker“ handelt es sich um Brentford. Der Verein, bei dem auch die Deutschen Kevin Schade (24) und Vitaly Janelt (28) spielen, wäre bereit, eine Ablösesumme im „mittleren, zweistelligen Millionenbereich“ zu zahlen. Eine konkrete Offerte gebe es noch nicht, doch demnach plane Brentford ein Angebot von mehr als 40 Millionen Euro. Auch diese Zeitung berichtete bereits von Brentfords Interesse an El Mala, der beim FC aber noch bis 2030 unter Vertrag steht – ohne Ausstiegsklausel.
Warum gerade Brentford? Hinter dem Interesse könnte auch eine der bemerkenswertesten Rivalitäten im englischen Profifußball stehen: Brightons Klubbesitzer Tony Bloom und Brentfords Boss Matthew Benham gelten als Erzkontrahenten – ihr Verhältnis wird als eine Art „Cold War“ beschrieben. Benham kam Anfang der 2000er aus der Wett- und Datenwelt, Bloom holte ihn als Analyst/Trader in seine Firma Premier Bet. Dann folgte der Bruch: Benham wurde entlassen, gründete mit Smartodds sein eigenes Modell – Bloom sah darin eine Kopie, es kam zum Rechtsstreit (später Vergleich), seither gilt Funkstille. Bloom baute nach dem Krach sein eigenes Daten- und Wettunternehmen Starlizard auf.
Seitdem wird die Fehde indirekt auf dem Fußballplatz ausgetragen: Bloom machte Brighton, Benham Brentford zu datengetriebenen Premier-League-Klubs, die in ähnlichen Märkten nach Tempo, Entwicklungspotenzial und Wiederverkaufswert suchen. Beide Vereine gelten als Musterbeispiele für „Moneyball“ – und damit auch als direkte Konkurrenten um dieselben Talente. Und diese Konkurrenz zeigt sich auch sportlich: Zwei Spieltage vor Saisonende ist Brighton Siebter, Brentford Achter – beide kämpfen um Europa. Wenn Brighton also lange an einem Profil wie El Mala dran war und dann kurz bremst, liegt es nahe, dass Brentford die Gelegenheit besonders aufmerksam verfolgt – auch, weil jeder erfolgreiche Deal in diesem Umfeld ein kleines Signal an den Rivalen ist.
