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Said El Mala gegen LeverkusenVom Flügel ins Herz des Spiels

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René Wagner und Said El Mala stehen in engem Austausch.

René Wagner und Said El Mala stehen in engem Austausch.

Nach der erneuten Berufung durch Jürgen Klopp wartet auf den FC-Stürmer der Härtetest gegen Bayer 04. Rückkehrer Ache und Bruder Malek drängen nach

Jürgen Klopp hat Said El Mala erneut in die Nationalelf berufen; die Nominierung des 20-Jährigen bekommt durch den jüngsten taktischen Wandel des Kölner Angreifers eine besondere Note. Der Bundestrainer äußerte das deutlich: „Man kann sich alles Mögliche noch vorstellen, was da noch kommt in Zukunft. Er spielt in Köln eine leicht angepasste Position. Einem Jungen, der das Spielfeld nur aus einer Position gesehen hat, tut es sicher gut, das Spielfeld auch aus einer anderen Perspektive zu sehen, um dann den Fußball-IQ zu erhöhen. Das ist bei Said jetzt der Fall und das ist gut.“

FC-Trainer René Wagner hat sich über die Nominierung gefreut: „Man kann jetzt schon davon sprechen, dass es ein festerer Kader ist, dass es nicht mehr diese große Auswahl an Spielern ist. Auch wenn das vorher schon so war, fühlt es sich jetzt noch ein bisschen mehr nach A-Nationalmannschaft an, weil er in dieser verkleinerten Auswahl dabei ist“, sagte der Trainer am Freitag.

Wagner hatte durchaus Anteil an der Nominierung. El Mala spielte in Köln zuletzt seltener als klassischer Flügelstürmer, drängt nun öfter in die Mitte. Für den Reifeprozess zieht Wagner Vergleiche im obersten Regal: Am Freitag nannte er Raphinha vom FC Barcelona und, unausgesprochen, Ousmane Dembélé als Spieler, die eine ähnliche Entwicklung genommen haben. Cristiano Ronaldo nannte er nicht, allerdings wies Wagner lächelnd darauf hin, El Mala habe in dieser Woche im Training drei Kopfballtore erzielt – eine Spezialität Ronaldos, der einst vom reinen Flügelstürmer zum gnadenlosen Vollstrecker im Zentrum wurde. Wagner scheint viel von El Mala zu halten. Damit ist er nicht allein.

Die Rolle im Zentrum verlangt El Mala geistig und körperlich mehr ab. „Da muss er sich vielleicht mal mit dem Rücken zum Gegner durchsetzen, was für ihn neu ist. Bisher musste er außen den Ball bekommen, dann ins Eins-gegen-eins“, sagt Wagner. Nun gehe es um die veränderte Wahrnehmung: „Was passiert hinter mir? Habe ich Raum? Kann ich aufdrehen?“ Die Vision des Trainers bleibt anspruchsvoll: „Wenn er diese Balance irgendwann hat – zwischen Tiefgehen, Entgegenkommen, mal Breitgehen, von außen Kommen –, dann wird es unfassbar schwer, diesen Spieler zu verteidigen.“

Ich hoffe, dass wir von Anfang an dieses Gefühl bei ihnen wecken können, dass sie merken: Okay, hier geht heute für uns nichts
FC-Trainer René Wagner und sein Plan gegen Bayer 04

Am Sonntag (15.30 Uhr) begrüßen die Kölner Bayer 04 Leverkusen in Müngersdorf. Der FC setzt gegen den rheinischen Nachbarn auf emotionale Wucht, um den Gästen die Spielfreude zu nehmen. Die Werkself verlor am Donnerstagabend 0:1 gegen Marseille und wirkte durchaus überspielt. Köln will kompromisslos auftreten. „Ich hoffe, dass wir von Anfang an dieses Gefühl bei ihnen wecken können, dass sie merken: Okay, hier geht heute für uns nichts“, fordert Wagner. Er wolle beim Gegner einen inneren Monolog auslösen, die Spieler der Werkself sollen sich sagen: „Wieder ein schweres Spiel, fühlt sich wieder nicht gut an. Die Kölner sind voll da, die gewinnen jeden Zweikampf, die sind auch gefährlich mit dem Ball, die können umschalten – boah, wird das eklig.“

Die Lage der Leverkusener, die zuletzt drei von vier Pflichtspielen verloren haben, will der Trainer nutzen. „Dann haben wir eine Riesenchance, das Spiel zu gewinnen – aber auch nur dann“, warnt der Coach. Passivität verbiete sich. „Wenn man sie ein bisschen in Ruhe lässt, dann haben sie viele Individualisten, die super Fußball spielen können.“

Zuletzt offenbarten die Kölner beim 1:1 an der Alten Försterei Mängel: Gegen den tiefen Block von Union Berlin fanden sie kaum Lösungen. Von einem Spitzenteam wie Leverkusen erwartet allerdings niemand einen destruktiven Auftritt in Köln. „Ich gehe nicht davon aus, dass Leverkusen mit dem Ansatz herkommen wird, sich mit zehn Mann in die eigene Box zu stellen. Wenn am Ende dabei rauskommt, dass sie das machen mussten, dann Hut ab vor uns – dann haben wir eine tolle Leistung gebracht“, sagt Wagner.

Ragnar Ache ist zurück im Mannschaftstraining und ein Kandidat für den Kader gegen Leverkusen.

Ragnar Ache ist zurück im Mannschaftstraining und ein Kandidat für den Kader gegen Leverkusen.

Die Optionen im Angriff könnten wachsen. Ragnar Ache drängt nach seiner Verletzungspause zurück in den Kader, für einen Startelfeinsatz wäre es jedoch zu früh. „Ich glaube, dass Ragnar auf jeden Fall in einem besseren Zustand ist als letzte Woche. Deswegen ist er im engeren Kreis des Kaders“, sagt Wagner. Von Beginn an wird der Stürmer jedoch nicht spielen. „Es ist normal, dass man nicht direkt aus dem ersten richtigen Team-Training in die Startelf rutschen kann. Ragnar ist auf jeden Fall in einem Zustand, dass es eine Option sein kann, reinzukommen und einen Impact zu haben.“

Wer auf ein Brüderpaar in der Startelf hofft, muss sich wohl ebenfalls gedulden. Said El Malas Bruder Malek, der in Berlin debütierte und direkt traf, hat nur Außenseiterchancen. Wagner fordert Geduld: „Malek muss jetzt weiterhin bei uns gut trainieren, weiter seine Leistung bringen. Dann wird er vielleicht irgendwann Kandidat sein. Ob das schon am Wochenende der Fall sein wird, werden wir sehen. Aber die Chancen stehen ziemlich gering.“

El Malas „versteckte Stärke“

Die Anlagen des Mittelstürmers beurteilt der Coach dennoch vielversprechend: „Malek ist einer, der viel über seine Unberechenbarkeit kommt, der vieles im Training ausprobiert. Man sieht, dass er auch im Eins-gegen-eins mutig ist“, sagt Wagner, und: „Vielleicht hat er da auch seine versteckte Stärke, dass er mit dem Ball eine Dynamik entwickeln kann.“ Vergleiche zu anderen Spielern zog Wagner nicht, jedenfalls nicht ausgesprochen. Groß, mutig in den direkten Duellen, dazu schnell mit dem Ball. Womöglich kommt dem Trainer schon bald weitere Prominenz in den Sinn, wenn er an einen El Mala denkt.

1. FC Köln: Schwäbe - Schmied, Simpson-Pusey, Krauß – Castro-Montes, Okon-Engstler, Sosa - Maina, Moore, Bülter, S. El Mala; Bayer 04: Flekken - Quansah, Tapsoba, Medina, Gutierrez - García, Fernández - Hofmann, Maza, Moreira – Schick; Schiedsrichter: Zwayer (Berlin).