Ragnar Ache galt im Sommer als einer der wichtigsten Neuzugänge des 1. FC Köln. Unter Trainer Lukas Kwasniok schafft es der bullige Angreifer bislang aber nur selten in die Startelf.
Stürmer des 1. FC KölnRagnar Ache hadert mit Reservistenrolle

Niedergeschlagen: FC-Stürmer Ragnar Ache nach seiner Auswechslung beim verpatzten Jahresabschluss gegen Union Berlin.
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Ragnar Ache hat sich das alles etwas anders vorgestellt. Als der Mittelstürmer im Sommer seine Unterschrift unter einen Vierjahresvertrag beim 1. FC Köln setzte, galt er als einer der wichtigsten Neuzugänge des Bundesliga-Aufsteigers. Immerhin 3,5 Millionen Euro Ablöse waren den Kölnern die Dienste des ehemaligen Torjägers von Zweitligist 1. FC Kaiserslautern wert. Ein halbes Jahr später ist eine gewisse Ernüchterung bei Ache eingekehrt. Der 27-Jährige spielt unter Trainer Lukas Kwasniok bislang nicht die erhoffte Rolle. Fünf Startelf-Nominierungen stellen eine enttäuschende Zwischenbilanz dar.
Auch beim einzigen Testspiel des Trainingslagers in Spanien gegen den FC Lugano (2:1) wurde der sprungstarke Angreifer erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Kwasnioks Aussagen im Anschluss an die Partie dürften Ache ebenfalls zu denken gegeben haben. Angesprochen auf U19-Torjäger Fynn Schenten, der am Montag im Sturmzentrum begonnen hatte, antwortete der Kölner Trainer: „Er bringt einfach ein anderes Element mit. Körperliche Wucht, sehr viel Tempo, einen guten Abschluss und immer Tiefgang. Das hat bei uns kein klassischer Neuner.“ Im Gegensatz zu den übrigen Nachwuchsspielern reiste Schenten am trainingsfreien Mittwoch nicht aus La Nucia ab.
Er bringt einfach ein anderes Element mit. Körperliche Wucht, sehr viel Tempo, einen guten Abschluss und immer Tiefgang. Das hat bei uns kein klassischer Neuner.
Damit dürften die Chancen des 18-Jährigen auf einen Kaderplatz für das wegweisende Bundesligaspiel am Samstag in Heidenheim weiter gestiegen sein. Es wäre die zweite Nominierung für Schenten, der bereits gegen Union Berlin (0:1) den Sprung ins Profiaufgebot geschafft hatte. Ragnar Ache blieb der Jahresabschluss dagegen in keiner guten Erinnerung. Als der Sommer-Zugang nach nicht mal einer Stunde vorzeitig vom Feld genommen wurde, nahm er sichtlich niedergeschlagen auf der Auswechselbank Platz. Ache gilt als ruhiger, sensibler Mensch, der Zuspruch benötigt, um sein Potenzial entfalten zu können.
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1. FC Köln: Kwasniok setzt auf anderen Stürmertyp
Zuletzt aber wurde immer deutlicher, dass Kwasniok für seine Vorstellungen vom Fußball einen anderen Stürmertyp favorisiert. Kölns Trainer setzt bevorzugt auf Tiefe im Spiel und lässt eher selten mit langen Bällen auf einen wuchtigen Zielspieler wie Ragnar Ache agieren. Dabei schien der Angreifer Ende Oktober nach seinem Premierentor im Pokalspiel gegen den FC Bayern (1:4) bei seinem neuen Club endlich angekommen zu sein. „Ich fühle mich top“, freute sich Ache, der in der Vergangenheit von körperlichen Beschwerden geplagt war.
Doch nun ist Unzufriedenheit aus seinem Umfeld zu vernehmen. Aches Berater Uwe Fuchs war zu Wochenbeginn im Trainingscamp zu Gast und suchte das Gespräch mit seinem Spieler sowie Sportdirektor Thomas Kessler. Kürzlich erkundigte sich Werder Bremen nach der Situation des FC-Reservisten, für den eine Veränderung im Winter aber nahezu ausgeschlossen ist. Die weiteren Entwicklungen wird Ache dennoch genau im Blick behalten.
