Im Derby zwischen dem 1. FC Köln und Gladbach sorgte der Zweikampf, bei dem sich Ellyes Skhiri verletzte, für Aufregung.
Aufregung nach Skhiri-VerletzungTrainer-Streit im Derby: Kölner Bank außer sich

René Wagner und Alexander Blessin diskutieren am Spielfeldrand beim Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach.
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Bittere Szene im Derby für den 1. FC Köln: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte verletzte sich Ellyes Skhiri (31) im Duell um den Ball mit Gladbach-Star Florian Neuhaus (29). Er wurde auf einer Trage vom Platz gebracht und danach ins Krankenhaus transportiert.
Der Tunesier hatte sich offenbar ernsthafter am Fuß verletzt. Immer wieder schlug er die Hände vor sein vor Schmerz verzerrtes Gesicht. Während die Ärzte des FC den Mittelfeldspieler an der Seitenlinie vor der Osttribüne versorgten, kam es auf der anderen Seite in der Coaching-Zone zum Streit.
Sorge beim FC vor langer Pause von Skhiri
Trainer René Wagner (38) war außer sich. Sein Ärger galt der Szene selbst und der Bewertung durch Schiedsrichter Florian Badstübner (35), der keine Karte zeigte. Nicht nur der Coach sprang auf, auch Ersatztorhüter Ron-Robert Zieler (37) gehörte zu denen, die sich einmischten. Von der Bank kam der verärgerte Zuruf: „So wie der da reinscheppert: Da gibt es keine Karte, nichts?“
Im Anschluss geriet Wagner zudem in eine hitzige Diskussion mit Alexander Blessin (53), dem neuen Trainer der Gladbacher. Der Vierte Offizielle Sören Storks (39) ging dazwischen und bemühte sich, die Beteiligten zu beruhigen.
Auch auf den Tribünen wurde es laut: Auf die provokanten „Auf Wiedersehen“-Rufe der Gästefans in Richtung Skhiri antworteten die Kölner Anhänger mit einem Pfeifkonzert. Als die Sanitäter den Spieler auf der Trage zum Spielertunnel brachten, verabschiedete ihn das Publikum mit donnerndem Applaus.
Auf Instagram machten mehrere FC-Fans umgehend ihrem Unmut Luft. Unter dem Halbzeit-Beitrag des Vereins schrieb einer: „Einer unserer wichtigsten Spieler verletzt und dafür gab’s nicht mal eine Karte, ganz toll.“ Der Club selbst gab sich kämpferisch: „Jetzt erst recht holen wir uns in der zweiten Hälfte den Derbysieg. Für Ellyes!“
In der Halbzeitpause wurde Lutz Wagner (63), über viele Jahre Schiedsrichter in der Bundesliga, von unserer Redaktion um seine Einschätzung der Szene gebeten. Er kam zum selben Urteil wie Florian Badstübner: Neuhaus habe nicht mit Absicht gehandelt und zunächst den Ball gespielt.
„Neuhaus spielt mit dem aktiven Bein den Ball, rutscht eher mit dem anderen Bein in Skhiri rein und verletzt ihn sicher nicht absichtlich. Das ist unglücklich und bitter, aber so etwas passiert halt“, erklärte Lutz Wagner. Anders als sein Namensvetter hielt er den Verzicht auf die Gelbe Karte für angemessen.
Bereits in der Pause wurde Skhiri in die Mediapark-Klinik gebracht. Dort sollen weitere Untersuchungen rasch eine Diagnose liefern. Fiele der Anker im Mittelfeld länger aus, wäre das ein harter Schlag für den FC, der ohnehin schon mit akuten Personalsorgen im Sturm zu kämpfen hat. (red)