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Verbotene ChoreografieFC-Präsident Wolf kündigt Aufarbeitung an

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1.FC Köln vs. VFL Bochum, 24. Spieltag, 10.03.2023, 20.30 Uhr, Werner Wolf (1. FC Köln),  dahinter: Philipp Türoff (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

FC-Präsident Werner Wolf (rechts) sieht nach der verbotenen Choreografie der „Wilden Horde“ Gesprächsbedarf.

Wie reagiert der 1. FC Köln auf die verbotene Choreografie der „Wilden Horde“ beim Heimspiel gegen Mainz? Präsident Werner Wolf kündigte eine Aufarbeitung des Vorfalls an.

Nach der verbotenen Choreografie der „Wilden Horde“ hat der 1. FC Köln eine Aufarbeitung des Vorfalls angekündigt. „Wir werden darüber zu reden haben“, sagte FC-Präsident Werner Wolf am Sonntag im Gespräch mit der Rundschau. Beim Heimspiel am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 hatten die FC-Ultras mit einer Choreografie das 20-jährige Bestehen ihrer Fan-Freundschaft mit den „Supras Auteuil“ gefeiert. Wie FC-Geschäftsführer Christian Keller erklärte, hatte der Club der Aktion die Genehmigung verweigert. Dennoch waren die notwendigen Utensilien wie Papptafeln, Blockfahnen und Spruchband ins Stadion gelangt.

Die „Supras Auteuil“ haben einen zweifelhaften Ruf. Die 2010 vom französischen Innenministerium verbotene Pariser Ultra-Gruppierung war an den Ausschreitungen beim skandalträchtigen Conference League-Spiel des 1. FC Köln im September 2022 bei OGC Nizza beteiligt gewesen. Bei den Krawallen in Südfrankreich waren mehr als 40 Personen verletzt worden. Schon im folgenden Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin prangte ein französischsprachiges Banner vor der Südkurve, mit dem die „Wilde Horde“ ihre Treue zu den „Supras Auteuil“ bekundete. Eine Genehmigung dafür hatte es laut Keller auch damals nicht gegeben.

Die Choreografie ist grundsätzlich vom Motiv Pillepalle, weil eine 20-jährige Freundschaft gefeiert wird. In Verbindung mit Nizza, und Nizza ist nach wie vor in den Köpfen drin, ist es aber mehr als unpassend. Und das ist auch der Grund, warum wir die Choreografie nicht genehmigt haben.
Christian Keller, Geschäftsführer 1. FC Köln

Am Samstag färbte die Choreografie den linken Teil des Stehplatzbereichs der Südkurve in Rot und Weiß, die rechte Seite in Anlehnung an die Vereinsfarben von Paris Saint-Germain in Blau-Weiß-Rot. Darunter stand die Botschaft „Supras. 20 Years. Horde.“ „Die Choreografie ist grundsätzlich vom Motiv Pillepalle, weil eine 20-jährige Freundschaft gefeiert wird. In Verbindung mit Nizza, und Nizza ist nach wie vor in den Köpfen drin, ist es aber mehr als unpassend. Und das ist auch der Grund, warum wir die Choreografie nicht genehmigt haben“, erklärte Christian Keller.

Auf die Frage, wie das Zubehör dennoch ins Stadion geschmuggelt werden konnte, antwortete der FC-Geschäftsführer: „Grundsätzlich gehört alles, was nicht genehmigt ist, nicht ins Stadion. Aber man weiß ja, wie es in Köln ist: Das Stadion hat relativ viele Zäune, durch die dann auch mal Sachen gelangen, die nicht genehmigt sind.“

Die Probleme beim Einlass – die Fans konnten diesmal erst mit halbstündiger Verspätung ab 14 Uhr ins Stadion – standen laut Keller in keinem Zusammenhang mit dem Ärger um die verbotene Choreografie: „Logistisch hat irgendetwas nicht ganz gepasst“, sagte der Geschäftsführer. Die Sicherheit der 50 000 Besucher sei nicht gefährdet gewesen. „Wir hatten ein sicheres Stadionerlebnis. Das ist das, worum es am Schluss geht.“