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Vertrag unterschriebenRené Wagner bleibt Trainer des 1. FC Köln

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Thomas Kessler (l.) hat René Wagners Vertrag angepasst – der 1. FC Köln geht mit dem 37-Jährigen als Cheftrainer in die neue Saison.

Thomas Kessler (l.) hat René Wagners Vertrag angepasst – der 1. FC Köln geht mit dem 37-Jährigen als Cheftrainer in die neue Saison. 

Sportchef Thomas Kessler gibt dem 37-jährigen Trainer das Vertrauen und schließt mit dem gebürtigen Dresdner einen Vertrag bis 2028

René Wagner bleibt Trainer des 1. FC Köln. Der 37-Jährige unterschrieb in dieser Woche einen Vertrag als Cheftrainer – er hatte den Posten nach dem 27. Spieltag von Lukas Kwasniok übernommen. Zwar hatte Wagner aus den verbleibenden sieben Partien nur noch sechs Punkte geholt und damit sogar den Punkteschnitt seines Vorgängers unterboten. Allerdings den Klassenerhalt und damit das Saisonziel bereits am 33. Spieltag gesichert. Mit 32 Punkten aus 34 Spielen hatte der FC die Klasse gehalten.

„Wir haben die Zeit nach der Saison intensiv genutzt, um nicht nur auf die Entwicklung der letzten Monate zu schauen, sondern um den Blick vor allem nach vorne zu richten. René hat uns in diesen Gesprächen auf mehreren Ebenen und gegenüber allen Anspruchsgruppen überzeugt. Er verfügt über eine hohe sportliche Kompetenz, eine klare und authentische Art der Führung und eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie wir unsere Mannschaft in Zukunft weiterentwickeln möchten“, sagte FC-Geschäftsführer Thomas Kessler.

„Ich freue mich sehr über die Entscheidung und das Vertrauen der FC-Verantwortlichen. Dass ich diese Aufgabe jetzt beim FC in der Bundesliga übernehmen darf, ist besonders für mich. Vor fünf Jahren haben wir hier in meiner ersten Saison die Conference League erreicht, nur zwei Jahre später musste ich aus der Ferne mit ansehen, wie der FC abgestiegen ist. Das tat weh. Diesmal haben wir den Klassenerhalt geschafft. Das stand in den letzten Wochen über allem – und ist die Basis dafür, um gemeinsam mit der Mannschaft, ja mit dem gesamten FC wieder einen Schritt in Richtung stabiler Bundesliga-Klub zu gehen. Dafür werde ich alles geben“, sagt René Wagner.

Wir haben die Zeit nach der Saison intensiv genutzt, um nicht nur auf die Entwicklung der letzten Monate zu schauen, sondern um den Blick vor allem nach vorne zu richten. René hat uns in diesen Gesprächen auf mehreren Ebenen und gegenüber allen Anspruchsgruppen überzeugt
FC-Geschäftsführer Thomas Kessler

Kapitän Marvin Schwäbe hatte nach dem letzten Saisonspiel erklärt, dass „32 Punkte nicht der Maßstab sein sollten". Den Änderungsbedarf sah der Torwart weniger auf der Trainerposition als in der Mannschaft. Es gehe nun darum, „für die nächste Saison wieder eine schlagfertige Truppe zusammenzubekommen, um ein paar Punkte mehr zu haben“, sagte der Torwart.

Vor allem im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim hatten die Kölner enttäuscht und zum Abschluss beim 1:5 in München eine echte Klatsche erlitten – wenngleich nicht viel dazu gehört, in der Allianz-Arena hoch zu verlieren. Doch Sportgeschäftsführer Thomas Kessler machte seine Beurteilung des Trainers nicht von den Resultaten der finalen Spiele abhängig. Stattdessen zählten für den 40-Jährigen vor allem Fleiß und Kompetenz des gebürtigen Dresdners. Und dass Wagner im Verein seit längerer Zeit bekannt ist.

„René passt sehr gut zu uns, weil er die Werte unseres Klubs nicht nur versteht, sondern auch lebt. Das gilt genauso für den Standort Köln mit all seinen Anforderungen und seiner Dynamik. Seitdem er die Verantwortung übernommen hat, hat er gezeigt, dass er in einer anspruchsvollen Situation Orientierung geben und Menschen hinter einem gemeinsamen Ziel vereinen kann. Mit Blick auf die Entwicklung unserer Mannschaft sehen wir jetzt die Chance, gemeinsam etwas aufzubauen und gezielt weiterzuentwickeln. Wir sind deshalb fest davon überzeugt, dass René mit seiner Art, seiner Klarheit und seiner fachlichen Qualität der richtige Cheftrainer für den weiteren Weg des 1. FC Köln ist“, erklärte Kessler weiter.

Wagner hatte bereits als Steffen Baumgarts Co-Trainer zweieinhalb Jahre in Köln gearbeitet und war anschließend mit Baumgart zunächst zum Hamburger SV und später zu Union Berlin gewechselt. Im vergangenen Sommer hatte sich Wagner initiativ beim FC beworben und anschließend Lukas Kwasnioks Trainerstab ergänzt. Allerdings sind Wagner und Kwasniok derart unterschiedliche Persönlichkeiten, dass aus der Zusammenarbeit keine tiefere Verbindung entstand. Im Gegenteil schien Wagner im März der ideale Nachfolger, um einer verunsicherten Mannschaft wieder zu innerer Stabilität zu verhelfen.

Kessler hatte Wagners Tauglichkeit als Cheftrainer bereits beim ersten Kölner Engagement wahrgenommen, im vergangenen Sommer allerdings nicht damit gerechnet, Kwasniok derart schnell ersetzen zu müssen. Doch das Verhältnis zwischen Wagner und der Mannschaft war mindestens unbelastet. So gelang es dem Trainer, eine Geschlossenheit wiederherzustellen, die unter Kwasniok verloren gegangen war.

René Wagner folgte nach dem 3:3 am 27. Spieltag im Derby gegen Borussia Mönchengladbach auf Lukas Kwasniok.

René Wagner folgte nach dem 3:3 am 27. Spieltag im Derby gegen Borussia Mönchengladbach auf Lukas Kwasniok.

Allerdings hätten sich die Verantwortlichen gewünscht, dass Wagner und die Mannschaft besser punkten und man nicht gegen eine trotz des Klassenerhalts unzufriedene Stimmung im Verein angehen muss. Wagner reitet nun nicht auf einer Welle der Zustimmung ins Amt, doch die Analyse des Fußballs unter Wagner habe gezeigt, dass die Kölner spielinhaltlich eine positive Entwicklung vollzogen haben, heißt es aus dem Geißbockheim. Die Abstimmung in den Gremien sei einstimmig gewesen; intern gebe es keine Widerstände gegen Wagner.

Der Fußball als Spiel der Zufälle mit seinen Dynamiken, die sich jeder Vorhersage und Messbarkeit entziehen, ist kaum in Daten darzustellen, doch gibt es anerkannte Methoden, um sich der Qualität einer Mannschaftsleistung zu nähern. Der sogenannte Expected-Goals-Wert zum Beispiel, kurz xG, berechnet anhand von Position, Winkel und Vorlageart die statistische Torwahrscheinlichkeit eines Schusses. Beim 1. FC Köln war dieser Wert in den sieben Partien unter Wagner konstant hoch: Hinter dem FC Bayern, Bayer 04 Leverkusen, Mainz 05 und RB Leipzig erzielten die Kölner in den letzten sieben Saisonspielen den fünfthöchsten Wert der Bundesliga. Gewonnen hat die Mannschaft trotz hochwertiger Chancen am Ende jedoch kaum noch.

Dass 32 Punkte nicht der Maßstab sein sollten, ist jedem klar
FC-Kapitän Marvin Schwäbe nach dem Saisonfinale

Der Grund dürfte weniger taktisch als mental gewesen sein, vor allem in den beiden letzten Spielen, die 1:3 und 1:5 verloren gingen: Das Saisonziel war erreicht, der Druck weg. Was fehlte, war kollektiver Wille: die Bereitschaft, nach Ballverlust sofort zurückzulaufen, Standards zu verteidigen und Chancen mit letzter Konsequenz abzuschließen. Das erfasst keine Statistik. Die Tabelle schon.

Dass Wagner bleiben darf, deutet darauf hin, dass die Verantwortlichen die Ursachen des enttäuschenden Finales eher in der Mannschaft suchen. Das bedeutet auch, dass die Kölner nun rasch die Kaderplanung für die neue Saison aufnehmen werden. Profis, von denen man sich in den letzten Saisonspielen im Stich gelassen fühlte, werden unter Wagner keinen Neuanfang erleben. 

Toppmöller auf der Liste

Thomas Kessler und seine Mitarbeiter in der Sportlichen Leitung hatten zuletzt den Markt sondiert und erste Kontakte zu Trainern und deren Beratern aufgenommen. Dadurch wurden rund um den 1. FC Köln zwangsläufig Namen gespielt. Etwa Dino Toppmöller: Seit seinem Aus bei Eintracht Frankfurt ist er vereinslos, und angesichts der Vita des 45-Jährigen muss sich ein Verein wie Köln mit ihm befassen – ohne dass daraus unmittelbar die Absicht folgt, ihn zu verpflichten. 

Schon deshalb war es den Verantwortlichen wichtig, schnell Klarheit zu schaffen – auch um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, Wagner sei eine Verlegenheitswahl. Mit dem 37-jährigen Trainer René Wagner und dem 40-jährigen Sportchef Thomas Kessler haben die Kölner nun eine sportliche Führung, die mehr Zukunft als Vergangenheit hat. Ihr steht ein anspruchsvoller Transfersommer bevor.