Der 1. FC Köln hatte beim 3:1-Derbysieg das nötige Spielglück und profitierte mehrfach vom Videobeweis.
Videobeweise im DerbyAytekin liegt bei allen kniffligen Entscheidungen richtig

Schiedsrichter Deniz Aytekin gibt nach Videobeweis Elfmeter für den 1. FC Köln. Florian Kainz (l.) verwandelt zum 1:0.
Copyright: IMAGO/Treese
Beim 1. FC Köln war man sich nach dem so wichtigen Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach einig. „Wir hatten auch das nötige Spielglück diesmal auf unserer Seite“, fasste Florian Kainz die Ereignisse des Nachmittags zusammen. Der Kapitän der Geißböcke selbst war einer der großen Nutznießer dieses Spielglücks und nach seinem Fehlschuss beim zweiten Elfmeter entsprechend erleichtert.
Weil Gladbachs Torwart Moritz Nicolas bei seiner Abwehr mit beiden Füßen vor der Linie stand, durfte der Österreicher es ein zweites Mal versuchten und verwandelte nervenstark zum 2:1 ins linke untere Eck. „Ich habe mich gewundert, dass der Torwart in einem Derby stehen bleibt. Der Schuss in die Mitte ist beim Elfmeter eigentlich der sicherste. Es war für mich aber keine Frage, dass ich noch mal antrete, obwohl Davie Selke mir den Elfer abnehmen wollte.“
Kainz erster Versuch hoch in die Mitte war leichte Beute für Nicolas gewesen. Auf Kölner Seite hatte sich schon Entsetzen breit gemacht, bis Schiedsrichter Deniz Aytekin regelkonform auf Wiederholung entschied. „Ich mache die Regeln nicht, aber der Torwart muss bei der Ausführung mit mindestens einem Fuß auf der Linie stehen, egal wie der Elfmeter ausgeführt wird. Es tut mir leid, aber das ist die Regel. Ich verstehe die Gladbacher Enttäuschung, aber wir müssen unseren Job machen“, erklärte Aytekin.
Aytekin nimmt Gelb zurück und zeigt Rot
Der erfahrene Unparteiische und sein Video-Assistent Daniel Siebert hatten in Müngersdorf alle Hände voll zu tun gehabt, lagen bei den kniffligen Entscheidungen aber richtig. Aytekin hatte das Handspiel von Manu Konè vor dem 1:0 zunächst außerhalb des Strafraums gesehen, dann aber auf Hinweis von Siebert auf Strafstoß entschieden. Auch bei der Roten Karte gegen Koné benötigte der Schiedsrichter Unterstützung aus dem Kölner Keller. „Als ich draußen war, habe ich gesehen, dass Koné den Spieler Ljubicic gefährdend trifft. Ich bin für die Gesundheit der Spieler verantwortlich und habe deshalb meine Entscheidung zurückgenommen.“ Aytekin hatte Końe zunächst nur die Gelbe Karte gezeigt und das Spiel weiterlaufen lassen, weil der FC sich in einer aussichtsreichen Offensivaktion befand.
Nach Ansicht der Videobilder zückte er Rot — anders als tags zuvor sein Kollege Tobias Reichel beim Foul des Freiburgers Vincenzo Grifo gegen Bochums Christian Gamboa. Ich verstehe die Diskussion und die Vergleiche, aber ich bin hier in Köln und muss hier entscheiden, sagte Aytekin.
