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Bayer 04 LeverkusenLucas Vazquez schießt die Krise weg

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Bundesliga-Premiere: Lucas Vazquez (Mitte) erzielt sein erstes Tor für Bayer 04  Leverkusen und sichert den ersten Sieg im neuen Jahr.

Bundesliga-Premiere: Lucas Vazquez (Mitte) erzielt sein erstes Tor für Bayer 04  Leverkusen und sichert den ersten Sieg im neuen Jahr.

Bayer 04 Leverkusen hat seine Krise in der Fußball-Bundesliga mit einem 1:0-Heimsieg gegen Werder Bremen beendet. 

Bayer 04 Leverkusen hat sich zum ersten Sieg im Fußballjahr 2026 geschleppt. Mit dem 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen Werder Bremen beendete der deutsche Vizemeister nach drei Niederlagen in Serie seine Krise. Der Spanier Lucas Vazquez zeichnete mit seinem ersten Bundesligator für den verdienten Erfolg in einem insgesamt zähen Duell verantwortlich.  

Kasper Hjulmand entschied sich nach der dritten Niederlage im dritten Spiel des neuen Jahres zu zwei Wechseln in der Startelf. Jonas Hofmann sollte nach dem 0:2 in der Champions League bei Olympiakos Piräus an der Seite von Alejandro Grimaldo im offensiven Mittelfeld für mehr Torgefahr sorgen und Patrik Schick in Szene setzen. Der tschechische Torjäger kam an seinem 30. Geburtstag für Christian Kofane zurück in Bayers Anfangsformation. 

Krisenduell in der ausverkauften BayArena

Die 30.210 Zuschauer in der ausverkauften BayArena bekamen das aktuelle Krisenduell der Fußball-Bundesliga serviert. Der Werkself steckten die Niederlagen gegen Stuttgart (1:4) und in Hoffenheim (0:1) in den Beinen. Werder wartet seit Anfang November auf einen Dreier und ist deshalb den Abstiegsplätzen bedrohlich nahe gekommen.

Die Situation war beiden Teams deutlich anzusehen. Bayer zeigte zwar den Willen, die Dinge ins Positive umzudrehen, hatte aber gleichzeitig mit großer Verunsicherung zu kämpfen. Werder agierte zunächst mit etwas mehr Struktur, blieb außer einem Abschluss von Jens Stage nach schnell ausgeführtem Freistoß (3.) offensiv aber harmlos.

Die Chancen hatten die Leverkusener. Loic Badé hätte für die Führung sorgen müssen, scheiterte nach der ersten Ecke aber aus vier Metern an Werder-Keeper Mio Backhaus (8.), weil seinem Abschluss die letzte Konsequenz fehlte. Bremens Innenverteidiger Amos Pieper verletzte sich bei dieser Szene und musste behandelt werden. Bayer nutzte die kurzzeitige Überzahl zum 1:0 durch Schick (12.). Schiedsrichter Tobias Reichel kassierte den Treffer nach VAR-Entscheidung wieder ein. Schick hatte den Ball unabsichtlich, aber klar mit der Hand ins Bremer Tor bugsiert.  

Lucas Vazquez mit Bundesliga-Premiere

Das Hjulmand-Team war danach mit etwas mehr Selbstbewusstsein unterwegs. Aber noch nicht genug, denn sonst hätte Ernest Poku eine maßgeschneiderte Schick-Vorlage aus vier Metern verwandelt (18.). Der Niederländer schoss weit über das leere Tor. Der Chancenwucher von Piräus setzte sich fort. Poku traute sich nach seinem eklatanten Fehlschuss zunächst nicht, noch einmal abzuschließen (31.), beim nächsten Mal kam er nicht an Backhaus vorbei (34.).

Leverkusen hatte sich die Führung verdient und belohnte sich nach einer tollen Kombination. Lucas Vazquez legte von rechts zurück an den Strafraum und lief ein. Der starke Hofmann ließ durch und  Grimaldo leitete mit dem nötigen Glück per Hacke auf Ibrahim Maza weiter. Der 20-Jährige passte sofort in den 16-er, wo Vazquez zur Stelle war und im Alter von 34 Jahren sein erstes Bundesligator erzielte (37.). 

Maza hätte seine überragende erste Halbzeit fast noch mit einem eigenen Treffer gekrönt. Der algerische Nationalspieler traf aus 22 Metern mit einem ansatzlosen Schuss aber nur den linken Pfosten (45.+1). So blieb es zur Pause beim 1:0 für die Hausherren, die bei einem Pfosten-Kopfball von Justin Njinmah (41.) auch das nötige Glück auf ihrer Seite hatten.

Comeback von Exequiel Palacios

Werder musste mehr tun und kam gleich zu Beginn der zweiten Hälfte vom insgesamt etwas unsicheren Robert Andrich die Chance zum Ausgleich serviert. Der Bayer-Kapitän setzte den eigentlich schon gestoppten Romano Schmid zehn Meter vor dem Tor von Janis Blaswich noch einmal in Szene. Nur ein beherzter Block von Jarell Quansah verhinderte das 1:1 (49.).

Die Leverkusener stellten sich tiefer auf und versuchten, auf Konter zu spielen. Was nicht so wirklich gelang. Auch nicht, nachdem Hjulmand Malik Tillman und Ezequiel Fernandez für den Torschützen Vazquez und den unglücklichen Poku eingewechselt hatte (57). Bayer 04 spielte mit dem Feuer, weil die Angst vor dem Ausgleich größer war als das Verlangen nach dem 2:0. 

„Ungeschlagen Deutscher Meister“

Es war natürlich Maza, der die erste Chance für die Gastgeber hatte. Der beste Leverkusener zielte aus 17 Metern etwas zu hoch und verließ danach zusammen mit Aleix Garcia das Spielfeld (72.). Ein riskanter Wechsel von Kasper Hjulmand, denn er nahm in der schwierigen Phase seinen stärksten Spieler und seinen Taktgeber aus der Partie. Trotzdem brandete Jubel auf, denn Exequiel Palacios gab sein Comeback, nachdem er sich im September bei Hjulmnads Debüt gegen Eintracht Frankfurt (3:1) verletzt hatte.

Nachdem Grimaldo nach Vorarbeit von Hofmann die beste Leverkusener Möglichkeit der zweiten Hälfte liegen gelassen hatte (75.), zitterte sich der Vizemeister zum ersten Sieg im neuen Jahr. Ein wichtiger Dreier, denn die Leverkusener bleiben damit auf Tuchfühlung zu den Champions League-Plätzen. Die Fans feierten den Sieg und  noch viel mehr die erste Saisonniederlage des FC Bayern München. Das 1:2 des Tabellenführers gegen den FC Augsburg bedeutet nämlich, dass Bayer 04 vorerst der einzige Verein bleibt, der ungeschlagen Deutscher Meister werden konnte. Das war in der Saison 2023/24 unter Trainer Xabi Alonso.


Statistik:

Bayer Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Badé; Maza (72. Arthur), García (72. Palacios); Vazquez (57. Fernandez), Jo. Hofmann, Grimaldo, Poku (57. Tillman); Schick. - Werder Bremen: Backhaus; Pieper (15. Malatini), Friedl, Coulibaly; Sugawara (79. Topp), Lynen, Schmidt (46. Demann); Schmid, Stage; Njinmah, Grüll (60. Milosevic). - SR.: Reichel (Stuttgart). - Zuschauer: 30.210. - Tor: 1:0 Vazquez (37.). - Gelbe Karten: Hofmann, Badé; Friedl, Malatini, Demann.