Der Flügelspieler ist bei Bayer 04 mittlerweile voll integriert und könnte mit seinem Tempo eine echte Waffe gegen den Tabellenführer sein.
Moussa Diaby in der Startelf?So wichtig kann der Rückkehrer in Augsburg werden

Leverkusens Malik Tilmann (l.) schubst Moussa Diaby (r.) freundschaftlich in Richtung Fankurve nach dem Spiel gegen Union Berlin.
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Der Weg von Moussa Diaby zur Leverkusener Kurve war kurz. Seine Rückkehr hatte dagegen lange auf sich warten lassen. Nach dem 4:0 gegen Union Berlin ging der Franzose zu den Fans und feierte – wenige Minuten, nachdem er in der 67. Minute erstmals seit seinem Abschied wieder das Trikot von Bayer 04 getragen hatte.
Bayer 04 beim Tabellenführer zu Gast
Beim FC Augsburg (WWK-Arena, 15.30 Uhr/Sky) könnte seine Rückkehr nun eine nächste Etappe erreichen: Beim Tabellenführer ist Diaby ein Kandidat für mehr Spielzeit. Für 90 Minuten reicht es bei dem 27-Jährigen zwar noch nicht. Eine längere Einsatzzeit als gegen Union ist am Samstag aber durchaus möglich. Gegen die kompakte Defensive des FCA könnten ein Antritt, ein Dribbling oder ein Lauf hinter die Abwehr den Unterschied machen. „Guéla Doué (Anm. d. R. neuer Rechtsverteidiger von Straßburg) und Moussa sind Optionen“, sagt Leverkusens Trainer Carles Martínez vor der Partie (15.30 Uhr/Sky).
Ob Diaby von Beginn an auflaufen wird, ließ der Spanier offen. Er machte jedoch deutlich, dass der Flügelspieler Schritt für Schritt eine größere Rolle bekommen soll: „Moussa wird die Minuten bekommen, um weiter zu wachsen.“ Ob Diaby in die Startelf rückt, hängt auch von der Balance im Leverkusener Angriff ab.
Weil Ibrahim Maza und Miguel Gutiérrez gegen Union auf der linken Seite auffällig gut harmonierten, dürfte die Entscheidung vor allem einen anderen Offensivspieler treffen – etwa Malik Tillman oder Afonso Moreira. Eine endgültige Festlegung gibt es noch nicht. Diaby könnte auf dem rechten Flügel jene Qualitäten einbringen, die ihn schon bei seinem ersten Aufenthalt in Leverkusen ausgezeichnet haben: Tempo, Tiefe und Zug zum Tor. Seine persönliche Bilanz gegen Augsburg spricht jedenfalls für einen Einsatz.
Am 22. Januar 2022 hatte der Franzose den FCA beim 5:1 der Werkself beinahe im Alleingang bezwungen. Drei Tore erzielte er damals. Insgesamt traf Diaby in sieben Duellen fünfmal gegen Augsburg. Seit jenem Abend sind mehr als vier Jahre vergangen.
Diaby als fehlendes Puzzlestück?
Diaby wechselte zunächst zu Aston Villa und anschließend zu Al-Ittihad nach Saudi-Arabien. In Leverkusen veränderte sich derweil vieles: Bayer 04 feierte unter dem damaligen Trainer Xabi Alonso mit dem Double den größten Erfolg der Klubgeschichte, nach der Alonso-Ära folgte eine unruhige Saison auf Platz sechs.
Bayer suchte wieder mehr Tempo und Durchschlagskraft für die Flügel. Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes und Kaderplaner Kim Falkenberg sahen Diaby als passende Lösung. Die alte Verbindung war sofort wieder hergestellt. Diaby kennt den Verein, die Kabine und die Erwartungen. Und in Leverkusen wissen sie genau, was sie an ihrem früheren Flügelspieler hatten. Martínez beschreibt den Franzosen als bestens integriert und voller Energie. „Er hat sich sehr gut eingelebt und ist sehr glücklich. Er trainiert unglaublich“, so der Trainer. Diaby habe aus seiner ersten Zeit in Leverkusen ebenso gelernt wie aus seinen Stationen in England und Saudi-Arabien. „Viele sagen, er ist reifer geworden“, lobt der Spanier.
Eine emotionale Rückkehr als Fan-Liebling ist für den Coach allerdings kein Freifahrtschein. Diaby gehört für Martínez in den größeren Wettbewerb um die Plätze im Leverkusener Angriff. „Wenn du um die großen Dinge mitspielen möchtest und im Rhythmus englischer Wochen bist, brauchst du einen großen Kader“, erklärt der Trainer. Entscheidend sei nicht allein, wer ein Spiel beginne, sondern auch, wer es beende. „Das Wichtigste ist der Konkurrenzkampf – und dass jeder zeigt, was er kann.“ Bei der 2:3-Niederlage gegen Elversberg hatte Bayer 04 Körpersprache und Einsatz vermissen lassen.
Gegen Union trat die Mannschaft entschlossener auf, gewann viele Zweikämpfe und spielte mit einer Klarheit, die nach dem missglückten Saisonstart nicht selbstverständlich war. Die Einstellung muss Leverkusen am Samstag erneut zeigen. Denn Augsburg ist noch besser gestartet. Mit sechs Punkten und 7:1 Toren führen die Fuggerstädter erstmals in ihrer Bundesliga-Geschichte die Tabelle an. Martínez erwartet einen Gegner mit klarer Idee und großem Selbstvertrauen. „Augsburg ist Stand jetzt das beste Team. Sie verdienen es sich“, lobt der Bayer-Trainer. Seine Mannschaft müsse von Beginn an wach und leidenschaftlich auftreten – und bereit sein, auch in schwierigen Phasen zu leiden.
Bayer 04 Leverkusen: Flekken – Quansah, Tapsoba, Medina, Gutiérrez – Garcia, Fernandez – Diaby, Tilmann, Maza – Schick. – Augsburg: Dahmen – Banks, Matsima, Brackelmann – Wolf, Massengo, Rieder, Behrens, Fellhauer, Ibrahimovic – Gregoritsch. – Schiedsrichter: Siebert (Berin).