Der Argentinier galt lange als Verkaufskandidat, überzeugte dann in der Vorbereitung und soll nun den Durchbruch schaffen.
„Ich denke nicht über einen Wechsel nach“Wie Equi Fernández bei Bayer 04 durchstartet

Equi Fernández soll bei Bayer 04 Leverkusen durchstarten.
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Am 11. April dieses Jahres, beim 1:0-Sieg von Bayer 04 Leverkusen bei Borussia Dortmund, wollte ihn der damalige Trainer Kasper Hjulmand kurz vor Schluss einwechseln, um die knappe Führung über die Zeit zu bringen. Doch der argentinische Mittelfeldspieler Equi Fernández weigerte sich – eine Einwechslung für die letzten Minuten empfand er als Geringschätzung.
Vorfall beim Dortmund-Spiel
Die Konsequenz folgte prompt: Suspendierung für das folgende Spiel gegen Augsburg, das Leverkusen mit 1:2 verlor. Der Bruch mit Hjulmand wirkte von da an endgültig, der Spieler stand fortan auf der internen Verkaufsliste weit oben – dabei war er erst wenige Monate zuvor, am 1. September 2025, für 25 Millionen Euro von Al-Qadsiah verpflichtet worden. Es war jener turbulenter Deadline Day, an dem der Klub auch die Trennung von Erik ten Hag verkündete. Ein Sommer-Transfer ohne gemeinsame Vorbereitung, mitten in einen Umbruch hinein, der bis heute nicht abgeschlossen ist. Einige Zeit später ist davon wenig geblieben.
Hjulmand ist nicht mehr im Amt, mit Carles Martínez hat der Klub einen Nachfolger gefunden, der sichtlich anders auf Fernández wirkt. In der Vorbereitung ist der Mittelfeldspieler zur auffälligsten Figur der Leverkusener geworden: passsicher, laufstark, kämpferisch – ein Sechser, der sich unübersehbar in den Vordergrund gespielt hat. Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes sagte am Dienstag am Rande des Trainings: „Er hat eine super Vorbereitung gespielt.“ Beim Testspiel gegen Nottingham Forest (1:2) bereitete Fernández den zwischenzeitlichen Ausgleich vor, sowohl als alleinige Absicherung im 4-3-3 als auch im Duo neben Aleix García im 4-2-3-1 zeigte er seine Stärken.
Angesichts der Konkurrenz um die Sechser-Plätze – neben García etwa Exequiel Palacios, Robert Andrich und Neuzugang Kennet Eichhorn – hätte er um eine Startelf-Garantie kämpfen müssen. Doch die Konstellation hat sich verschoben: Eichhorn und Andrich fallen aus, Palacios liebäugelt mit einem Wechsel in die Premier League.
Bekenntnis zur Werkself
Fernández dagegen bekennt sich zum Werksklub: „Ich denke nicht über einen Wechsel nach. Ich bin mit dem Kopf voll und ganz hier in Leverkusen“, erklärte er am Dienstag. „Ich bin sehr froh, hier zu sein. Ich genieße es, mit dem Team zusammen zu sein. Ich möchte mich so gut wie möglich auf die neue Saison vorbereiten.“ Dass ihm die Vorbereitung so wichtig ist, hat einen nachvollziehbaren Grund.
Als Fernández im vergangenen Jahr kam, lief die Saison bereits – ohne gemeinsame Einheiten, ohne Eingewöhnung, dafür mit einem neuen Trainer, der selbst erst ins Amt gefunden hatte. „Es gab einige Wechsel, die einiges bewirkt haben. Ich konnte die Vorbereitung nicht mit dem Team machen“, sagt er rückblickend. In diesem Sommer ist das anders – auch im Verhältnis zum Trainer.
Mit Hjulmand blieb die Beziehung spätestens seit Dortmund belastet, mit Martínez beschreibt Fernández ein anderes Bild: „Es ist sehr wichtig, die Vorbereitung gemeinsam zu bestreiten, erst recht mit einem neuen Trainer. Carles hat sofort versucht, uns seine Leidenschaft mitzugeben und uns klarzumachen, wie groß dieser Klub ist. Er vermittelt uns die Gier, überall zu gewinnen, wo wir spielen.“
Es ist ein Satz, der zugleich als leise Kritik an der vergangenen Saison zu lesen ist. Unter Hjulmand wirkte die Mannschaft selten wie eine Einheit, belastet von Unruhe außerhalb des Platzes, von Spielern, die selten in Form waren, und am Ende von einem enttäuschenden sechsten Tabellenplatz. „Wir haben unser Bestes gegeben. Aber wir sind den Fans etwas schuldig“, räumt Fernández ein. Ob sich bereits eine tragfähige neue Gemeinschaft ergeben hat, wird sich erst im Ligaalltag zeigen. Fernández selbst zieht ein wohlwollendes Fazit der Testspielserie, in der Bayer 04 nur gegen Nottingham unglücklich verlor: „Die Testspiele waren sehr gut. Mit Blick auf die verschiedenen Sprachen und Kulturen im Team, auch mit den neuen Profis, entsteht eine Verbundenheit. Da baut sich etwas zusammen.“
Solche Sätze über Zusammenhalt und gemeinsames Wachsen waren zumindest gegen Ende der letzten Saison in Leverkusen seltener geworden. Die erste Gelegenheit, das in einem Pflichtspiel zu bestätigen, bietet sich bereits am Samstag. Im DFB-Pokal reist Bayer 04 zu Drittligist Wehen Wiesbaden, der zuletzt gegen Würzburg mit 0:4 unterging.
