Bayer Leverkusen muss nach einer schwachen Vorstellung die erste Niederlage dieser Europa-League-Saison hinnehmen.
Niederlage gegen MarseilleBayer 04 bietet ganz magere Europapokal-Kost

Lucas Vázquez ärgert sich. Nach einer schwachen Vorstellung verlor Bayer 04 mit 0:1.
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Bayers perfekte Bilanz in der Europa League ist dahin. Nach drei Siegen ohne ein einziges Gegentor unterlag Leverkusen am Donnerstagabend in einem unansehnlichen Fußballspiel Olympique Marseille mit 0:1 (0:0). Für die Franzosen waren es hingegen die ersten Punkte nach zuvor drei Niederlagen.
Die Werkself kann den Rückschlag international mit Blick auf die Tabelle verkraften, doch der Trend macht Sorgen: Bayer 04 hat drei der vergangenen vier Pflichtspiele verloren und steht im Derby beim 1. FC Köln am Sonntag (15.30 Uhr, Dazn) mächtig unter Druck. Bei einem weiteren Misserfolg ginge es mit der ersten sportlichen Krise unter Trainer Carles Martínez in die Länderspielphase.
Bayer Leverkusen mit zahlreichen Ausfällen
Zuletzt hatte Martínez die internationalen Wochen zur großen Rotation genutzt. Doch mittlerweile kann er nicht mehr so viel durchwechseln. Am Donnerstag saßen nur noch fünf Profi-Feldspieler auf der Ersatzbank. Sechs Akteure fehlten verletzt – vor allem in der Offensive ist die Personaldecke dünn: Guéla Doué, Nathan Tella, Martin Terrier, Moussa Diaby, Eliesse Ben Seghir und Christian Kofane waren nicht dabei. Hinzu kamen die nicht für die Europa League gemeldeten Kennet Eichhorn (Aufbautraining) und Victor Boniface.
Das merkte man dem Bayer-Spiel an, obwohl auch die nominierte Startelf in der Lage sein muss, deutlich besseren Fußball zu spielen. In der 28. Minute drosch Jarell Quansah den Ball nach einem Eckball meterweit übers Tor. Es war der erste Torschuss der Leverkusener – das sagt alles über den Auftritt der Werkself zu Beginn der Partie aus. Bayer 04 spielte ohne Esprit, es fehlte von allem mindestens eine Prise. Die Gäste kamen besser ins Spiel, hatten die große Möglichkeit auf die Führung nach fünf Minuten. Amine Gouiri hatte im Zentrum massig Platz, weil Edmond Tapsoba zu weit aufgerückt war. Mark Flekken rettete in höchster Not mit seinem ausgestreckten Bein.
Danach verflachte die Partie von Minute zu Minute mehr und mehr. Marseille, gestärkt von vier Ligasiegen in Serie, verteidigte engmaschig und war unangenehm in den Zweikämpfen. Leverkusen fehlte es an Präzision und Durchsetzungsvermögen. Erst nach Quansahs Abschluss kam etwas mehr Zug in Bayers Angriffsspiel. Aleix García spielte nun mehr öffnende Pässe mit seinem begnadeten rechten Fuß. Und auch Ibrahim Maza kam besser in die Räume vor dem gegnerischen Strafraum, in denen er für Gefahr sorgen kann. Allerdings machte es die Werkself weiter zu kompliziert, wie bei der Vorarbeit zu Miguel Gutiérrez’ Schuss, der abgefälscht auf der Latte landete.
Nach dem Seitenwechsel war von dem kleinen Strohfeuer nichts mehr zu sehen. Die 28.758 Zuschauer bekamen ganz magere Europapokal-Kost zu sehen. Richtige Torchancen erspielte sich Bayer über die gesamte Spielzeit nicht. Am Ende war es ein zu dieser Partie passender Aussetzer von García, der die Partie auf die Seite von Olympique brachte. An der Mittellinie ließ der Spanier einen Ball zu Gouiri durchrutschen. Der Angreifer machte es besser als in der Anfangsphase und schoss den Ball aus rund 18 Metern ins lange Eck zum 1:0 (77.).
„Es war heute ein Spiel, das sich hauptsächlich im Mittelfeld abgespielt hat. Sehr viele Aktionen in der Box gab es auf beiden Seiten nicht. Am Ende gibt es eine Situation, in der sie sich durchwurschteln. Da sind wir vielleicht nicht nah genug am Mann und gewinnen nicht die entscheidenden Zweikämpfe, um das Tor zu verhindern“, sagte Torwart Flekken.
Martínez brachte Malik Tillman, der zuletzt von einem Teil der eigenen Fans ausgepfiffen wurde, und Montrell Culbreath. Für den Shootingstar der vergangenen Saison war es nach knapp dreimonatiger Verletzungspause das Saisondebüt. Doch auch die beiden Offensivakteure brachten keinen echten Schwung mehr. Als Schick den letzten Kopfball der Partie in der Nachspielzeit nicht über die Linie brachte, stand die nächste Niederlage fest.
Die Werkself braucht am Sonntag im Derby ein anderes Gesicht, um mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu gehen. „Das Derby bringt natürlich ein gewisses Extra mit sich, und das wissen wir. Es wird wieder ein hitziges Spiel, so wie wir es letztes Jahr in Köln erlebt haben“, sagte Flekken. „Letztes Jahr war ich leider nicht dabei, aber ich habe es gesehen.“