Das Pferd Bayer Leverkusen ist im Rückspiel der Champions League-Playoffs beim 0:0 gegen Olympiakos Piräus nur so hoch gesprungen, wie es musste und steht zum achten Mal in der Vereinsgeschichte im Achtelfinale.
Champions LeagueBayer Leverkusen quält sich ins Achtelfinale

Schwacher Auftritt: Aleix García (l.) und Bayer 04 Leverkusen taten gegen Santiago Hezze und Olympiakos Piräus nur das Nötigste.
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Bayer 04 Leverkusen ist mit einer Pflichtübung ins Achtelfinale der Champions League eingezogen. Die Werkself ließ dem 2:0 im Hinspiel der Playoffs gegen Olympiakos Piräus am Dienstag in der mit 30.210 Zuschauern ausverkauften BayArena ein glanzloses 0:0 folgen und darf sich nun auf einen Hochkaräter freuen. Bei der Auslosung für die Runde der letzten 16 warten am Freitag (12 Uhr) in Nyon der FC Bayern München oder Arsenal London mit Kai Havertz auf den deutschen Vizemeister.
Bayer-Coach Kaspar Hjulmand entschied sich nach dem enttäuschenden 0:1 in der Bundesliga bei Union Berlin für eine Rolle rückwärts und setzte bis auf eine Ausnahme auf das Personal vom 2:0-Sieg vor einer Woche im stimmungsvollen Georgios-Karakakis-Stadion. Die Ausnahme hieß Jonas Hofmann, der bei seinem ersten Champions League-Spiel dieser Saison für Ernest Poku startete.
Piräus war nach der Niederlage im Hafen von Athen gefragt und vermittelte den Eindruck, mit aller Macht ein frühes Tor erzielen zu wollen. Die Griechen gingen angetrieben von mehr als 3000 sangesfreudigen und tanzenden Fans ins hohe Pressing und versuchten die Werkself unter Druck zu setzen. Was nicht gelang, denn Bayer 04 fand immer Passwege durch die gegnerischen Reihen und befreite sich.
Kurzweilige erste zehn Minuten
Daraus ergaben sich für die Hausherren früh Räume, die zu Chancen führten. Hofmann hatte den ersten Abschluss (4.). Nach der folgenden Ecke köpfte Patrik Schick eine Flanke von Alejandro Grimaldo knapp am linken Pfosten vorbei (5.). Der Doppelpacker aus dem Hinspiel hätte eine Minute später auf 1:0 stellen können, nach einem langen Pass von Grimaldo war sein Heber aus 16 Metern aber viel zu ungenau (6.). Piräus trug einen etwas zu hoch angesetzten 18-Meterschuss von Chiquinho (8.) zu den unterhaltsamen ersten zehn Minuten bei, die ihren Abschluss fanden, als der ehemalige Leverkusener Panagiotis Retsos gerade noch so vor dem einschussbereiten Grimaldo rettete (10.).
So kurzweilig die Anfangsphase war, so langweilig geriet der Rest der ersten Halbzeit. Olympiakos bemühte sich, blieb im Angriff aber viel zu harmlos. Selbst als Aleix Garcia einen in Joshu Kimmich-Manier einen haarsträubenden Querpass in den eigenen Strafraum fabrizierte, wusste das Team des spanischen Trainers José Luis Mendilibar kein Kapital daraus zu schlagen. Gelson Martins misslang der erste Kontakt in aussichtsreicher Position (28.).
Alejandro Grimldo trifft nur die Latte
Die Leverkusener drängten keineswegs auf das vermutlich entscheidende 1:0 und beschränkten sich auf die Defensive. Das half, den Vorsprung aus dem Hinspiel zu verteidigen, aber nicht dem Niveau dieser Partie auf die Sprünge.
Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine und auch am Spielfilm änderte sich nichts. Piräus versuchte sich offensiv in Szene zu setzen und schaffte es tatsächlich, Bayer-Keeper Janis Blaswich durch Gelson Martins erstmals zu prüfen (50.).
Hjulmand musste dann den angeschlagenen Ibo Maza durch Poku ersetzen (56.) und durfte mitansehen, wie sein Joker Grimaldo im Strafraum in Szene setzte. Der Spanier versuchte sich aus spitzem Winkel, traf aber nur den Querbalken (62.). Auf der Gegenseite zeigte Blaswich seine fußballerischen Probleme und lud Gelson Martins ein. Der abgefälschte Schuss des Portugiesen flog knapp links vorbei (63.).
Das ganze Spiel ist überhaupt nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben.
Mendilibar wechselte zweimal offensiv, sein Team blieb aber harmlos. Sein Gegenüber Hjulmand veränderte ebenfalls sein Personal, einmal allerdings unfreiwillig. Lucas Vazquez zog sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers einen Muskelverletzung zu (76.) und droht der nächste Ausfall in der Bayers langer Verletztenliste dieser Saison zu werden. Nachdem Patrik Schick die letzte der wenigen Torchancen vergeben hatte (90.+2), stand die Nullnummer und der achte Achtelfinal-Einzug der Leverkusener Champions League-Historie fest.
„Das ganze Spiel ist überhaupt nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir waren viel zu behäbig, nicht gallig genug. Der Gegner hat es zum Glück nicht bestraft. Das einzig Positive heute ist das Weiterkommen und das zu null“, fasste Kapitän Robert Andrich Bayers schwachen Auftritt treffend zusammen. Gegen Bayern oder Arsenal wird eine solche Leistung jedenfalls nicht ausreichen.
Statistik:
Bayer Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Tapsoba; Vazquez (77. Arthur), Palacios (73. Fernández), García; Grimaldo, Hofmann (73. Culbreath), Maza (56. Poku); Schick. — Olympiakos Piräus: Tsolakis; Rodinei, Retsos, Pirola, Ortega; Mouzakitis (79. Scipioni), Hezze, Dani Garcia (89. Clayton); Gelson Martins (89. Onyemaechi), Chiquinho (66. André Luiz); Taremi (66. El Kaabi). — SR.: Oliver (England). — Zuschauer: 30.210. — Gelbe Karten: Pirola.
