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Champions LeagueTillman macht Bayer Leverkusen glücklich

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Herzlichen Glückwunsch: Lucas Vazquez (l.) gratuliert Malik Tillman zu seinem Doppelpack gegen den FC Villarreal.

Herzlichen Glückwunsch: Lucas Vazquez (l.) gratuliert Malik Tillman zu seinem Doppelpack gegen den FC Villarreal. 

Bayer 04 Leverkusen hat ohne große Probleme die Play-offs in der Champions League erreicht. Dort warten am 17./18. Februar und 24./25. Februar entweder Borussia Dortmund oder Olympiakos Piräus.

Das war leicht. Bayer 04 Leverkusen hat sein Minimalziel erreicht und steht in den Play-offs der Champions League. Das Team von Trainer Kasper Hjulmand hatte am Mittwoch keine Mühe, eine B-Elf des FC Villarreal mit 3:0 (2:0) zu besiegen und mit dem ersten Heimsieg des diesjährigen Wettbewerbs die Ligaphase noch auf Platz 16 abzuschließen.

Die Play-offs werden am Freitag (12 Uhr) in Nyon ausgelost. Als Gegner stehen für die Werkself Bundesliga-Konkurrent Borussia Dortmund und Olympiakos Piräus zur Auswahl. Gegen die Griechen gab es erst in der vergangenen Woche in der Ligaphase für Bayer 04 eine 0:2-Niederlage in Athen. Die Leverkusener treten nach Karneval zunächst auswärts an.

Hjulmand entschied sich im Vergleich zum mühsamen 1:0 in der Bundesliga gegen Werder Bremen zu zwei Änderungen. Malik Tillman ersetzte den für die Champions League-Ligaphase nicht gemeldeten Jonas Hofmann. Ezequiel Fernandez kam für Ernest Poku in die Startelf. Ibrahim Maza rückte deshalb von der Sechs auf die linke Achter-Position.

Villarreal tritt nur mit B-Elf an

Villareals Coach Marcelino rotierte nach dem 0:2 gegen Real Madrid acht Spieler aus dem Team und gab inklusive Torwart Arnau Tenas seiner zweiten Garde die Chance, sich auf internationalem Terrain zu zeigen. Der Grund: Die Spanier, in der Liga aktuell auf einem hervorragenden vierten Platz, waren nach sechs Niederlagen und einem Remis bei ihren ersten sieben Champions-League‑Auftritten ohne Chance auf die nächste Runde ins Rheinland gereist.

Es sah schon vor dem Anpfiff in der mit 30.210 Zuschauern ausverkauften BayArena so aus, als sollte das Erreichen der Playoffs für die Werkself kein Ding der Unmöglichkeit sein. Als zehn Minuten gespielt waren und Maza den ersten Abschluss für die Hausherren generiert hatte, lag Bayer 04 durch die anderen Ergebnisse zwar nur noch auf Platz 22 der Tabelle. Es zeichnete sich aber  schnell ab, dass der Abend für den Bundesligisten reibungslos verlaufen würde. Villarreal offenbarte von Beginn an nämlich große Probleme im Aufbauspiel, lud Leverkusen immer wieder ein und war nicht wirklich konkurrenzfähig.

Malik Tillman nimmt Geschenk an

Malik Tillman  nahm eines der Gäste-Geschenke an. Der   Deutsch-Amerikaner  überraschte Tenas, als der Torwart den Ball nach vorn schlagen wollte, und blockte den Schuss mit seinem rechten Fuß am Fünfer zum 1:0 ins Netz (12.). Bayer 04 spielte zwar nicht die Sterne vom verregneten Leverkusener Himmel, hatte aber keine Mühe, die Partie zu kontrollieren. Loic Badé (20.) und Tillman (25.) hätten erhöhen können.

Dem 2:0 am nächsten kam der spielfreudige Maza. Der 20-Jährige traf aus 17 Metern mit links nur den Pfosten. Von dort sprang der Ball Tenas an den Rücken und noch einmal an die Latte (26.) — eine kuriose Szene. Der zweite Treffer war nur eine Frage der Zeit, denn Villarreal war Vieles, aber nicht eines Champions-League-Teilnehmers würdig.

Das zeigte sich sehr deutlich, als Bayer sich am gegnerischen Strafraum den Ball so lange zuspielen konnte, bis Alejandro Grimaldo per Flanke Patrik Schick fand und der Tscheche Tillman per Kopf die Möglichkeit für eine herrliche Direktabnahme von der Strafraumgrenze gab. Das zweite Tor des offensiven Mittelfeldspielers war wirklich schön anzusehen (35.).

Die Zuschauer diskutierten zur Halbzeit dann auch nur noch über zwei Dinge: Wie hoch Bayer gewinnen würde und gegen wen es in den Playoffs geht. Zur Halbzeit lag Leverkusen auf Platz 17 und es standen Borussia Dortmund sowie Juventus Turin zur Auswahl.

Grimaldo sorgt für die Entscheidung

Villarreal wechselte in der Pause zweimal und erweckte zehn Minuten lang den Eindruck, etwas für das eigene Ansehen machen zu wollen. Leverkusen brauchte in dieser Phase sogar Glück, als der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas ein unnötig riskantes Einsteigen von Fernandez gegen Nicolas Pepe im Strafraum nicht mit einem Elfmeter ahndete und stattdessen dem Stürmer für eine Schwalbe Gelb zeigte. Ein Kontakt lag auf jeden Fall vor.

Eine Minute später war die Messe gelesen. Lucas Vazquez schickte von rechts eine butterweiche Flanke an die linke Kante des Fünfmeterraums, wo Grimaldo parat stand und volley mit links wunderbar zum 3:0 verwandelte (57.). Danach plätscherte das Spiel seinem Ende entgegen. Der lange verletzte Exequiel Palacios durfte noch wichtige Spielzeit sammeln und Edmond Tapsoba kam zu seinem ersten Einsatz im neuen Jahr. „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und die Partie von Beginn an kontrolliert“, sagte Kasper Hjulmand nach dem Erreichen der Play-offs zufrieden.


Statistik:

Bayer Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Badé; Fernandez, García (70. Palacios); Vazquez (62. Arthur), Maza (70. Poku), M. Tillman, Grimaldo (89. Tapsoba); Schick (62. Kofane). — FC Villarreal: Tenas; Navarro, Marín, Veiga, Cardona; Comesaña (82. Gueye), Partey (46. Mikautadze), Buchanan (46. Lopez), Diatta (65. Parejo); Oluwaseyi, Pepe (70. Budesca). — SR.: Eskas (Norwegen). — Zuschauer: 30.210. — Tore: 1:0 Tillman (12.), 2:0 Tillman (35.), 3:0 Grimaldo (57.). — Gelbe Karten: Navarro, Marin, Pepe.