Die Rote Karte gegen FC-Stürmer Jan Thielmann gab dem Derby gegen Leverkusen früh im Spiel eine andere, wohl entscheiodende Richtung.
Rote Karte gegen ThielmannXhaka regt sich auf und bekommt Recht

Der entscheidende Zweikampf zwischen Granit Xhaka (r.) und Jan Thielmann.
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Granit Xhaka hatte sofort ein Gespür für die Situation entwickelt. Der Mittelfeldstratege von Bayer 04 Leverkusen brachte seinem Unmut zum Ausdruck und den Stein damit ins Rollen. FC-Stürmer Jan Thielmann hatte den Schweizer übermotiviert mit offener Sohle von hinten oberhalb der Achillessehne getreten und hatte dafür von Schiedsrichter Tobias Stieler nicht einmal Gelb gesehen. Xhaka war derart verärgert, dass er Thielmanns Entschuldigung nicht annahm und dem Kölner seinen Handschlag verweigerte.
Das Rheinenergiestadion kochte emotional über und pfiff Xhaka erbarmungslos aus. Der Gefoulte kam trotzdem zu seinem Recht. Video-Assistent Günter Perl intervenierte und Stieler zückte nach Ansicht der Videobilder die Rote Karte (14.). „Warum er so reingeht, muss er selber wissen. Er schadet damit seiner Mannschaft und uns ist es entgegengekommen“, kommentierte Xhaka die nachvollziehbare Entscheidung.
Während Bayer-Sportchef Simon Rolfes die Szene genauso wie der Schiedsrichter bewertete, wollten die Kölner naturgemäß differenzierten sehen. „Ich habe es mir mit dem Schiedsrichter angesehen. Das sieht dann in den Bildern immer schlimmer aus, als es in Wirklichkeit war“, nahm Sargis Adamyan seinen Sturmpartner Thielmann in Schutz.
Auch FC-Trainer Timo Schultz sah „nicht sehr viel Dynamik“ in Thielmanns Aktion. „Zu meiner Zeit hätte man sich die Hand gegeben und weitergespielt. Die Regel geben dann heutzutage eine Rote Karte her, ob man das gut findet oder nicht. Ich finde es nicht gut. Wir mussten es so akzeptieren.“
Jonathan Tah warnt vor „gefährlicher Situation“
Leverkusen nutzte die Überzahl trotz des extrem schwer bespielbaren Platzes zur Führung und nahm auf Anweisung von Coach Xabi Alonso in der zweiten Hälfte die Emotionen aus der Partie. Nachdem mit Alejandro Grimaldo (9. Saisontor) nach Jeremie Frimpong (8) auch der zweite offensive Außenverteidiger der Werkself getroffen hatte, war die Derby-Messe gelesen. Der Tabellenführer vergrößerte seinen Vorsprung auf den ersten Verfolger Bayern München auf zehn Zähler und strebt scheinbar unaufhaltsam seinem ersten Meistertitel entgegen.
„Ich schaue nicht auf die Tabelle. Es bedeutet im Moment noch nichts“, wehrte Alonso verfrühte Glückwünsche ab. Auch Simon Rolfes ließ sich nach dem 34. ungeschlagenen Pflichtspiel von Bayer in Serie nicht locken: „Das war wieder ein wichtiger Sieg. Ich freue mich, dass wir so viele Punkte haben.“
Leverkusens Innenverteidiger Jonathan Tah sprach sogar eine Warnung aus: „Es ist eine gefährliche Situation, weil noch 30 Punkte zu vergeben sind. Wir müssen uns nicht anlügen und sind uns unserer Situation bewusst, aber wir dürfen sie auch nicht unterschätzen.“
