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Aus in der KönigsklasseBVB enttäuscht: „Die Einnahmen hatten wir eingeplant“

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Borussia Dortmund muss das Aus in der Champions League verkraften – und Gregor Kobel sucht erst gar nicht nach Ausreden für seinen bösen Patzer.

Sportdirektor Sebastian Kehl hat das Aus von Borussia Dortmund in den Playoffs der Champions League „extrem enttäuscht“ aufgefasst. „Ich wusste, dass es hier sehr, sehr schwer wird. Aber ich bin davon ausgegangen, dass wir eine Runde weiterkommen“, sagte Kehl nach dem 1:4 (0:2) bei Atalanta Bergamo. Das 2:0 aus dem Hinspiel in Dortmund genügte nicht.

Dem BVB entgehen so nicht nur weitere Spiele in seinem Lieblingswettbewerb, er muss auch auf elf Millionen Euro verzichten, die es fürs Erreichen des Achtelfinales als Prämie gibt. „Ich habe mich ehrlich gesagt mit dem Szenario vor dem Spiel nicht beschäftigt. Dieses Weiterkommen war eingeplant, die Einnahmen hatten wir eingeplant“, gab Kehl zu: „Wir werden unseren Weg weitergehen und daraus unsere Schlüsse ziehen.“

Sportdirektor Sebastian Kehl

Sportdirektor Sebastian Kehl hat das Aus von Borussia Dortmund in den Playoffs der Champions League „extrem enttäuscht“ aufgefasst.

Bereits am Samstag (18.30 Uhr/Sky) kommt es in der Bundesliga in Dortmund zum Duell mit Bayern München. Die Vorbereitungen beginnen ab Donnerstag, es sei ein „wichtiges Spiel. Wir wissen um die Bedeutung in der Bundesliga“, sagte Kehl: „Wir werden versuchen, Bayern München zu schlagen und alles zu geben. Aber jetzt müssen wir das Spiel erstmal verarbeiten und unsere Lehren daraus ziehen.“

Torwart Kobel zu BVB-Aus: „Nehme das auf meine Kappe“

Gregor Kobel suchte derweil erst gar nicht nach Ausreden für seinen bösen Patzer, mit dem der Schweizer Nationaltorwart das bittere Aus für Borussia Dortmund in der Zwischenrunde der Champions League eingeleitet hatte.

„Es ist bitter. Fußball kann sehr hart sein. Ich habe in dieser Sekunde die falsche Entscheidung getroffen und nehme das auf meine Kappe“, sagte Kobel nach dem 1:4 (0:2) des Bundesliga-Zweiten bei Atalanta Bergamo. „Es tut mir leid für die Jungs.“

Die Nachspielzeit war schon fast abgelaufen, als Kobel weit außerhalb des eigenen Strafraums völlig unbedrängt ein verheerender Fehlpass unterlief. Daraus entstand der Elfmeter für Bergamo, der zum entscheidenden 4:1 für die Italiener führte.

„Es war mein Fehler. Ich wollte ihn weghauen, aber der Ball lag nicht richtig, um ihn sauber zu schlagen. Aber am Ende musst du den Ball natürlich klären, scheißegal wie. Es ist super hart für die Mannschaft“, sagte Kobel.

Keine Schuldzuweisungen für Gregor Kobel

Öffentliche Vorwürfe an den 28-Jährigen gab es nicht. „Greg ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Mannschaft und hat uns schon viele Spiele gerettet. Er weiß selbst, dass er die falsche Entscheidung getroffen hat und hat sich entschuldigt“, sagte BVB-Trainer Niko Kovac.

Auch Sportdirektor Sebastian Kehl wollte Kobel für den folgenschweren Fehler nicht den Kopf waschen. „Ich glaube, er weiß, dass er in dieser Situation eine bessere Entscheidung treffen muss“, sagte der Ex-Profi. Und Kapitän Emre Can bekräftigte: „Es gibt definitiv keinen Vorwurf.“

Kobel selbst wollte sich nicht lange mit seinem Fauxpas beschäftigen. Denn schon am Samstag steht der Bundesliga-Klassiker gegen Tabellenführer Bayern München an. „Jetzt heißt es Mund abputzen und weitermachen. Wir haben ein geiles Spiel vor der Brust. Da gilt es, die volle Energie auf den Platz zu bringen“, sagte der BVB-Keeper. (red/dpa/sid)