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„Bricht mir das Herz“Lilli gewinnt Duell der Kölner Schwestern

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Lilli Freischem (l.) steht neben ihrer Schwester Mia.

Lilli Freischem (l.) gewinnt mit den Ruderinnen von Oxford das Boat Race gegen Cambridge mit Schwester Mia.

Zum ersten Mal seit 22 Jahren trafen zwei Schwestern beim Boat Race aufeinander – beide kommen aus Köln.

Lilli Freischem kämpfte mit ihren Emotionen. „Es bricht mir ein bisschen das Herz, dass ich gegen sie antreten musste“, sagte die Kölnerin nach ihrem Sieg mit Oxford im legendären Boat Race gegen ihre Schwester Mia und den Cambridge-Achter. Und so rückte der persönliche Erfolg im Familienduell in den Hintergrund: „Ich habe ihr schon eine feste Umarmung gegeben.“

Zum ersten Mal seit 22 Jahren trafen beim traditionellen Schlagabtausch der Eliteuniversitäten zwei Schwestern aufeinander. Am Ende setzte sich Oxford klar auf der 6,8 km langen Strecke auf der Themse durch, für die „Dark Blues“ war es der erste Sieg gegen die „Light Blues“ nach zuvor acht Niederlagen in Serie.

„Wir sind beide so stolz aufeinander“

„Ja“, natürlich könnte sie mit ihrem Triumph prahlen, scherzte Lilli im Gespräch mit „Radio Times“. Aber im Ernst: „Ich bin so froh, dass ich das mit Mia gemacht habe. Ich glaube, wir sind beide so stolz aufeinander.“

Das Duell der „Freischem sisters“ hatte im Vorfeld die Insel elektrisiert, die Schlagzeilen dominiert. Und auch bei der Familie war die Vorfreude auf dieses „historische Ereignis“, wie es die englischen Medien nannten, riesig.

Die Eltern schauten sich das Spektakel in London aus nächster Nähe an, und damit sich Mama und Papa nicht für eines ihrer Kinder entscheiden mussten, hatten Lilli und Mia vorgesorgt. Zu Weihnachten gab es handgemachte Pullover – im geteilten Cambridge-Oxford-Design.

Dass es überhaupt zu diesem Aufeinandertreffen im Boot kam, ist eher einem Zufall zu verdanken. 2020 begannen die Schwestern während ihres Bachelor-Studiums an der Uni in Edinburgh mit dem Rudern, aus „Corona-Langeweile“, wie Mia im Vorfeld des Rennens dem „Telegraph“ gesagt hatte. „Rudern war die einzige Sportart, die wir ausüben durften, als sich noch alle an die Abstandsregeln halten mussten.“

Weitere Auflagen des Freischem-Duells wird es auf der Themse aber nicht geben. Lilli (26), schon im Vorjahr dabei, befindet sich als Doktorandin der Atmosphärenphysik in ihrem letzten Studienjahr. Die zwei Jahre jüngere Mia, die in Cambridge in Grundlagenforschung für Nierentransplantationen promoviert, feierte dagegen bei der 80. Ausgabe des Frauenrennens ihre Premiere. Auf sie warten weitere Chancen, um ihrer Schwester in die Siegerliste beim Boat Race zu folgen. (sid)