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DOSB legt sich festRhein-Ruhr einziger deutscher Olympia-Bewerber

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Olympische Ringe

Die Olympischen Ringe

Köln – Vielleicht hat keiner beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit der Hartnäckigkeit von Michael Mronz gerechnet. Man hat dem Manager jedenfalls ziemlich lange die kalte Schulter gezeigt. Mronz hat sich davon nicht beirren lassen und hinter den Kulissen Lobbyarbeit für sein Anliegen betrieben: Olympische Spiele 2032 in der Region Rhein-Ruhr. Die Bemühungen des Managers haben sich nun schon mal in Stufe eins ausgezahlt: Der DOSB hat sich auf NRW als einzigen möglichen deutschen Bewerber für das Großereignis festgelegt, über eine tatsächliche deutsche Bewerbung muss im DOSB aber noch abgestimmt werden.

„Wir freuen uns, dass unser Konzept ökologisch und ökonomisch nachhaltiger Spiele an Rhein und Ruhr den DOSB überzeugt“, sagt Michael Mronz, der Begründer der Initiative. Und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) sagt: „Wir können selbstbewusst den Hut in den Ring werfen.“ Man werde alles daran setzen, „dass Olympia an Rhein und Ruhr Realität werden kann“. Die Initiative werde noch in diesem Jahr über 200 Bürgerdialogveranstaltungen in der Metropolregion durchführen, sagt Mronz. Es soll nicht nochmal der Fehler wie zum Beispiel bei der Bewerbung von Hamburg gemacht werden, die Steuerzahler nicht mitzunehmen. Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU) dürfte das begrüßen. Er fordert eine klare Bürgerbeteiligung: „Die sollte aber landesweit stattfinden. Es hilft nicht, wenn jede Kommune das einzeln macht. Der Rückhalt in der Bevölkerung ist sehr wichtig.“

Laschet zeigt sich erfreut

Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zeigt sich erfreut über die DOSB-Entscheidung: „Das Signal des DOSB ist eine großartige und ermutigende Nachricht für das Sportland NRW. Wir in Nordrhein-Westfalen sind im besten Sinne sportverrückt und können außerdem die Nachhaltigkeit leben, die das IOC in seiner Agenda 2020 als Ziel für die Zukunft formuliert hat“, sagt Laschet. Olympische Spiele könnten ein einmaliger Motor für die gesamte Metropolregion Rhein-Ruhr sein, etwa bei Mobilität, Infrastruktur und Digitalisierung.

„Im nächsten Schritt gilt es, national und dann möglicherweise international die notwendigen Hausaufgaben zu machen“, erklärte Mronz. Eine vom DOSB in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage hatte „ein erfreulich positives Bild der Stimmungslage in Rhein-Ruhr und in jeder der beteiligten Kommunen“ gezeichnet. DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte erklärt, dass damit Nordrhein-Westfalen mit dieser Initiative „eindeutig die bessere Ausgangslage als derzeit Berlin“ für eine mögliche Olympia-Kandidatur habe.

Bemerkenswerter Ansatz in NRW

„Die Initiative Rhein-Ruhr geht mit einem bemerkenswerten Projektansatz an eine mögliche Olympia-Bewerbung heran. Das Konzept ist innovativ, da die strategische Ausrichtung über den Sport hinaus geht und deutlich macht, dass Olympische und Paralympische Spiele in einem schlüssigen Konzept durchaus einen nachhaltigen Mehrwert für die Menschen vor Ort mit sich bringen können“, sagt die SPD-Politikerin Dagmar Freitag, die als Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag fungiert.

Auch Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, hält das Konzept der Initiative für genau richtig. Für die nächsten Schritte müsse man aber die endgültige Entscheidung des DOSB abwarten. „Zunächst bedarf es eines förmlichen Beschlusses seitens des DOSB, sich wirklich für Olympische und Paralympische Spiele zu bewerben. Einen solchen Beschluss kann nur die Mitgliederversammlung des DOSB herbeiführen, die in diesem Jahr am 5. Dezember in München zusammenkommt“, sagt Milz. Es sei wichtig, das gesamte Land „bei dieser großartigen Idee von Olympischen und Paralympischen Spielen mitzunehmen. Die Wirkung ginge dabei weit über Nordrhein-Westfalen hinaus“.

Beim Landessportbund (LSB) NRW ist man ebenfalls maximal begeistert. Stefan Klett, Präsident des LSB, begrüßt die DOSB-Vorentscheidung für die Region Rhein-Ruhr ausdrücklich. „Dies ist zunächst vor allem ein wunderbares Signal für die weitere Dynamik in NRW als führendem Sportland bei diesem Thema, das alle Sportanhänger elektrisiert. Gleichzeitig handelt es sich um eine Bestätigung für die überzeugende Konzeption“, sagt der LSB-Präsident.

Nachhaltige Spiele in NRW

„Als Landessportbund wollen wir einen wesentlichen Teil dazu beitragen, dass die großen Chancen durch nachhaltige Spiele in NRW auch wirklich genutzt werden – für unsere Sportstätten, aber insbesondere für die sportliche Basis in den rund 18 300 Sportvereinen im Land. Weil gleich 14 Städte gemeinsam über alle Parteigrenzen hinweg diese Begeisterung teilen, ist es aus meiner Sicht bereits schon gelungen, eine unabdingbare positive Stimmungslage der Bevölkerung an Rhein und Ruhr zu erzeugen – auch deshalb ist NRW einfach eine gute Wahl. Dem DOSB bieten wir somit gerne an, ihm als starker Partner an der Verwirklichung zur Seite zu stehen.“

Beim DOSB hat man auch deshalb solange mit dem Thema Olympia gehadert, weil die Bemühungen in den vergangenen Jahren mitunter an Dilletantismus nicht mehr zu überbieten waren. Dieses Mal sind die Vorzeichen mindestens vielversprechend. Findet auch Hörmann: „Wir gehen sicher davon aus, dass eine deutsche Bewerbung in der internationalen Sportfamilie erst einmal grundsätzlich ernst genommen und auch mit einem gewissen Wohlwollen begleitet wird.“