Köln/Los Angeles – LeBron James, dazu Russell Westbrook und Anthony Davis, sowie Carmelo Anthony und Dwight Howard. Die Los Angeles Lakers haben für die Jagd nach der alleinigen NBA-Rekordmeisterschaft ein Superstar-Ensemble ins Rennen geschickt. Und die Mannschaft liefert tatsächlich Rekorde. 82 Punkte kassierten die Lakers zuletzt gegen die Dallas Mavericks - in einer Halbzeit, wohlgemerkt. Das ist Negativrekord, seit die Franchise 1960 von Minneapolis nach Los Angeles umgezogen ist.
Playoffs in Gefahr
„Meine Güte, was sind die Los Angeles Lakers für ein schlechtes Basketballteam“, kommentierte USA Today kürzlich und legte nahe, die Spiele des 17-maligen Meisters nicht mehr im nationalen Fernsehen zu übertragen.
Der jüngste Tiefpunkt: Nach dem 109:122 in der Nacht zu Freitag bei den Utah Jazz rutschten die Lakers in der Western Conference auf Rang elf ab. Damit wäre der Champion von 2020 nicht mal beim Play-in-Turnier dabei.
In den letzten sechs Spielen der regulären Saison müssen Siege her, das weiß auch der angezählte Meistertrainer Frank Vogel. „Wir müssen kämpfen und uns selbst eine Chance geben“, sagte der 48-Jährige: „Wenn wir es schaffen, in voller Stärke ins Play-in-Spiel zu kommen, wissen wir, dass wir eine Chance haben.“
Natürlich haben die Lakers Verletzungssorgen. Superstar James, Topscorer der Liga mit einem Schnitt von 30,1 Punkten, fehlte gegen Utah wegen einer Knöchelverletzung. Anthony Davis, der zweite Garant für die Meisterschaft vor zwei Jahren, hat wegen einer Blessur am rechten Mittelfuß seit Mitte Februar nicht mehr gespielt. Das Duo soll vor seiner Rückkehr stehen - und bitteschön die Kastanien aus dem Feuer holen.
Russel Westbrook - "Schlechtester Trade der Lakers-Geschichte"?
Star-Zugang Westbrook (33), einst wertvollster Spieler und Triple-Double-König der Liga, ist nun nur noch ein Schatten seiner selbst. Dazu ist Westbrooks Trade von den Washington Wizards zu den LA Lakers extrem teuer gewesen. Rund 44 Millionen Dollar streicht der Point Guard in dieser Saison ein, James und Davis liegen nicht weit dahinter. Angesichts dieser Ballung mussten die Lakers Abstriche bei weiteren Verträgen machen.
Für die einstigen Heroen Magic Johnson, Shaquille O'Neill und James Worthy ist Westbrook das Gesicht der Krise. Johnson sprach gar vom „schlechtesten Trade der Lakers-Geschichte“, sollte es nicht mal für das Play-in-Turnier, die Vor-Play-offs der Teams auf den Plätzen sieben bis zehn, reichen.
Die stolze Franchise zahlt reichlich Zeche für ihre Personalpolitik. Ohne Davis und den mittlerweile 37-jährigen James hat das Team gegen homogen besetzte Mannschaften oft wenig entgegenzusetzen.
Gegen Utah kam zudem im 76. Saisonspiel die 37. Startformation zum Einsatz. Manch einer sagt schon, die Mannschaft der Vorsaison - mit Nationalspieler Dennis Schröder auf der Westbrook-Position - sei besser besetzt gewesen. Schröder spielt jetzt für die Houston Rockets und feierte seinen ersten Sieg mit dem neuen Team gegen seine Ex-Mannschaft mit 139:130. (sid/msl)
