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EishockeyKölner Haie wollen nach Auftaktniederlage gegen Berlin „viele Dinge besser machen“

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DEU, DEL, 1.EBL, Eisbaeren vs. Koelner Haie, / 08.04.2026, Uber-Arena, Berlin, DEU, DEL, 1.EBL, Eisbaeren vs. Koelner Haie, im Bild Manuel Wiederer Eisbaeren Berlin 21, PATRICK RUSSELL Koelner Haie 63 *** DEU, DEL, 1 EBL, Eisbaeren vs Koelner Haie, 08 04 2026, Uber Arena, Berlin, DEU, DEL, 1 EBL, Eisbaeren vs Koelner Haie, in the picture Manuel Wiederer Eisbaeren Berlin 21 , PATRICK RUSSELL Koelner Haie 63 nordphotoxGmbHx/xEngler nph00076

Patrick Russell (l.) im Duell mit Berlins Manuel Wiederer traf für die Kölner Haie in Berlin. 

In Spiel eins der Playoff-Halbfinal-Serie spielten die Eisbären am Mittwoch so, wie es die Haie an guten Tagen tun. Am Freitag wollen die Kölner in der Lanxess-Arena wieder zu ihrer Linie finden.

Die Torhymne der Eisbären Berlin ist dieselbe wie im vergangenen Jahr. Der Refrain von „Viva la Vida“ von Coldplay tönt durch die Arena, wenn die Berliner treffen. 2025, als die Haie im Playoff-Finale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Eisbären spielten und die Serie mit 1:4 verloren, lief diese Musik phasenweise fast in Dauerschleife. Und am Mittwoch gab es ein kleines Déjà-vu-Erlebnis, als sie sechsmal zu hören war – beim 3:6 der Haie im ersten Halbfinalspiel der Playoffs 2026.

Nicht nur wegen des Ergebnisses war der Auftakt der Serie im Modus „best of seven“ unerfreulich für die Kölner. Sondern auch, weil die Berliner im Grunde die besseren Haie waren. Sie präsentierten sich auf dem Eis genauso, wie es die KEC-Profis tun, wenn sie gut aufgelegt sind: defensiv und im Tor stabil, bei Fehlern des Gegners in der neutralen Zone sofort auf Angriff schaltend – und effizient vor dem gegnerischen Tor.

Haie-Torhüter Janne Juvonen ist nicht in Bestform

Offensichtlich kam es den Eisbären zugute, dass sie noch im Schwung waren, da sie erst am Samstag ihre Viertelfinalserie gegen Straubing erfolgreich beendet hatten. Der KEC hatte dagegen nach dem Sweep gegen Schwenningen acht Tage pausiert – und wirkte in der Anfangsphase etwas eingerostet. Zwar spielten die Haie nicht grundsätzlich schlecht, sie gaben dem Gegner aber immer wieder durch kleinere und größere Fehler Vorlagen für seine Angriffe.

Außerdem war der Kölner Torhüter Janne Juvonen nicht in Bestform. Beim ersten Berliner Treffer, erzielt von Adam Smith in der fünften Minute, flutschte dem Finnen der Puck über die Fanghand. So etwas ist dem Finnen in seinen bisherigen Spiele für Köln äußerst selten passiert.

Es gibt viele Dinge, die wir besser machen können und müssen. Da geht es um viele Bereiche, Powerplay, Unterzahl und auch bei fünf gegen fünf. Wir werden es analysieren und uns gut auf Spiel zwei vorbereiten
Kari Jalonen, Trainer der Kölner Haie

„Es gibt viele Dinge, die wir besser machen können und müssen. Da geht es um viele Bereiche, Powerplay, Unterzahl und auch bei fünf gegen fünf. Wir werden es analysieren und uns gut auf Spiel zwei vorbereiten“, stellte Haie-Trainer Kari Jalonen fest. Dass er Juvonen im letzten Drittel durch Felix Brückmann ersetzte, hatte wohl auch damit zu tun, dass er seine Nummer eins am Ende schonen wollte.

Klar ist: Wenn die Haie am Freitagabend um 19.30 Uhr in der ausverkauften Lanxess-Arena im zweiten Halbfinalspiel gegen die Eisbären antreten, müssen sie sich in allen Mannschaftsteilen verbessern.  Nur so können sie verhindern, dass die Berliner in ihren selbstbewussten Gewinner-Modus gelangen, der sich aus der Erfahrung so vieler gewonnener Playoff-Serien der jüngeren Vergangenheit speist. Meister wurden sie in den Jahren 2005, 2006, 2008, 2009, 2011, 2012, 2013, 2021, 2022, 2024 und 2025.

„Wir waren bereit, konnten einige offensive Momente kreieren und uns eine Zwei-Tore-Führung erspielen“, sagte Eisbären-Trainer Serge Aubin am Mittwoch – und: „Wir werden die Partie nun analysieren und schauen, in welchen Bereichen wir uns noch verbessern können und uns auf Freitag vorbereiten.“

Mit dem 51-jährigen Kanadier, seit 2019 an der Bande der Eisbären, hat die Mannschaft aus der Hauptstadt noch keine Playoff-Serie verloren. Am Mittwoch kam für die Berliner als zusätzliches positives Ereignis hinzu, dass der erst 19-jährige Verteidiger Moritz Kretzschmar seine ersten beiden DEL-Tore zum Erfolg beisteuerte. Für den KEC trafen Valtteri Kemiläinen in Überzahl, Patrick Russell in Unterzahl und Gregor MacLeod.

Mut machen können den Kölnern ein paar Dinge: Zum einen haben sie Möglichkeiten, personell zu variieren. Die Stürmer Nate Schnarr und Ryan MacInnis, die am Mittwoch nicht dabei waren, könnten in den Kader rücken. Außerdem wird die Lanxess-Arena mit 18.600 Zuschauern ausverkauft sein, sodass die Unterstützung groß sein wird – und womöglich die neue Heimstärke des KEC zum Tragen kommt. In der Hauptrunde waren die Haie zu Hause neben dem ERC Ingolstadt das erfolgreichste Team.

Kölner Haie setzen auf ihre Heimstärke

Apropos Ingolstadt: Auch hier gibt es einen Mutmacher. 2025 starteten die KEC-Profis in Ingolstadt mit einer Niederlage, einem 0:7, ins Halbfinale, feierten danach einen 5:2-Heimsieg – und gewannen die Serie schließlich in sechs Spielen. Nach der Partie in der Lanxess-Arena geht es am Sonntag um 14 Uhr in der Berliner Arena am Ostbahnhof weiter, wo die Haie dann möglichst kein „Viva la Vida“ hören wollen.