Nicht Torgarant Erling Haaland, sondern Lionel Messi ist Weltfußballer. Der Argentinier hat die Gala in London nicht einmal besucht.
Weltfußballer gekürtErstaunen und Irritation bei Gala in London – Matthäus kritisiert Messi-Wahl

Moderator und Ex-Fuball-Profi Thierry Henry behielt die Auszeichnung für Lionel Messi gleich selbst in den Händen. Der Weltfußballer war nicht im Saal und auch niemand, der den Preis für Messi in Empfang nahm.
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Erling Haaland bekam von Ilkay Gündogan die meisten Punkte, Bayern-Profi Harry Kane war für Lionel Messi. Die Wahl des Weltfußballers am Montagabend in London ist hauchdünn zugunsten von Messi entschieden worden - und die Erststimmen der Nationalmannschafts-Kapitäne gaben den Ausschlag. Hier lag der 36 Jahre alte Messi mit 107 Erststimmen klar vor dem 23 Jahre alten Haaland (64).
Bei der glamourösen Gala in London sorgte die Verkündung Messis im Saal für Erstaunen und Irritation, hatte das Publikum doch überwiegend mit einer Auszeichnung Haalands gerechnet. Der Applaus im Hammersmith Apollo fiel äußerst verhalten aus. In sozialen Medien beklagten einige Nutzer, die Preisverleihung habe damit ihre Glaubwürdigkeit verloren.
Moderator und Ex-Fuball-Profi Thierry Henry behielt die Auszeichnung für Lionel Messi auf der Bühne gleich selbst in den Händen. Der Weltfußballer war nicht im Saal, weil er sein Training in Miami nicht für mehrere Tage unterbrechen wollte, wie es heißt. Und auch sonst war niemand vor Ort, der den Preis für Messi in Empfang nehmen wollte.
Lothar Matthäus: „Messi darf nicht der Sieger sein“
„Wenn man die Weltmeisterschaft nicht einbezieht, die Messi zum Gewinner des Ballon d'Or gemacht hat, darf Messi dieses Mal nicht der Sieger sein. Ich finde, dass er der beste Fußballer der letzten 20 Jahre war, aber er hat mit Paris und Miami, wo er jetzt für einen Hype sorgt, keine großen Titel gewonnen“, sagte auch Lothar Matthäus, Weltfußballer 1991, bei Sky.
Doch es war knapp. Messi, der argentinische Weltmeister, hatte in der Abstimmung des Weltverbands FIFA wie der Norweger Haaland insgesamt 48 Punkte erhalten. Im Wahlsystem der FIFA sind zu jeweils gleichen Teilen die Kapitäne der Nationalmannschaften, deren Trainer, Medien sowie Fans stimmberechtigt. Vergeben werden fünf Punkte mit der Erststimme, drei mit der Zweit- und ein Punkt mit der Drittstimme.
Bundestrainer Julian Nagelsmann wählte Haaland an dritter Stelle
In der Summe bekam Messi von den Kapitänen 677 Punkte, 476 von den Trainern, von den Medien 315 sowie von den Fans 613 293. Umgerechnet in FIFA-Punkte machte das 13 (Kapitäne), 11 (Trainer), 11 (Medien) und 13 (Fans). Haaland kam auf 557/11 von den Kapitänen, 541/13 von den Trainern, 729/13 von den Medien und 365 893/11 Punkte von den Fans. Mbappé kommt als Dritter auf 35 Punkte. Gündgoan wurde in der Endabrechnung mit 13 Punkten Neunter.
Frankreichs Mbappé wählte Messi. Der Argentinier wurde unter anderen auch von Belgiens Romelu Lukaku, von Edin Dzeko aus Bosnien und Herzegowina, Kroatiens Luka Modric, Dänemarks Simon Kjär oder Ägyptens Mohamed Salah gewählt. Bundestrainer Julian Nagelsmann stimmte übrigens für den dritten Finalisten, Mbappé, und wählte Gündogan an zweiter und Haaland erst an dritter Stelle.
Deutsche Profis spielten bei der feierlichen Gala keine Rolle. DFB-Kapitän Ilkay Gündogan, Marc-André ter Stegen und Ann-Kathrin Berger hatten es in den Kategorien bester Spieler, bester Torhüter und beste Torhüterin auf die Shortlist geschafft, kamen aber nicht in die Endauswahl.
Paul Breitner mit Worten zu Franz Beckenbauer
Zwischen den Preisverleihungen stand die Gala für einen Moment auch im Zeichen von Franz Beckenbauer. „Franz war bei Weitem der beste und wichtigste Spieler in der Geschichte des deutschen Fußballs“, sagte der langjährige Wegbegleiter Paul Breitner sichtlich bewegt im Saal. „Er war ein außergewöhnlicher Mensch.“ Es seine „große Ehre und ein Vergnügen“ gewesen, mit Beckenbauer in einem Team zu spielen. Auch der beiden weiteren in der jüngeren Vergangenheit gestorbenen Ikonen, dem Engländer Sir Bobby Charlton und dem Brasilianer Mário Zagallo, wurde gedacht.
Zum besten Trainer wurde unterdessen Pep Guardiola von Manchester City gekürt. Der Spanier hatte die Wahl erstmals im Jahr 2011 gewonnen, damals noch als Coach des FC Barcelona. „Vielen, vielen Dank“, sagte der frühere Trainer des FC Bayern auf der Bühne. „Ich möchte diese Trophäe mit Simone und Luciano teilen. Ich möchte diese Trophäe mit Manchester teilen.“ Zum Abschluss einer Rede dankte der einstige Profi zudem seiner Familie, die ihn in die englische Metropole begleitet hatte. (red, dpa, sid)