Köln – Fast wäre eines dieser Fußball-Märchen wahr geworden. Wochenlang durfte Mike Wunderlich (29) von einem Wechsel in die Bundesliga träumen. Nach dem Testspiel gegen Bayer 04 Leverkusen am 11. Juli (1:1) war der Ausnahmespieler des Regionalligisten FC Viktoria Köln von Roger Schmidt kontaktiert worden. Leverkusens Trainer bekundete sein Interesse an dem torgefährlichen Mittelfeldspieler und lotete die Chancen auf einen möglichen Wechsel zur Werkself aus.
Doch am Ende ging Wunderlichs Traum vom Erstligafußball nicht in Erfüllung. Im Anschluss an das Leverkusener Trainingslager in Zell am See sagte Bayer 04 der Identifikationsfigur der Viktoria ab. „Roger Schmidt hat Mike nach langer Überlegung mitgeteilt, dass eine Verpflichtung doch nicht infrage kommt“, erklärte Viktorias Sportvorstand Franz Wunderlich der Rundschau.
Tomasz Kaczmarek, der Trainer der Kölner, glaubt nicht, dass Mike Wunderlich angesichts des geplatzten Transfers in ein mentales Loch fallen könnte: „Ich hätte Mike diesen Wechsel extrem gewünscht, weil er die nötige Qualität für die Bundesliga besitzt. Er ist aber gefestigt und professionell genug, um mit dieser Situation umzugehen.“ Dass Mike Wunderlich („Mein Fokus liegt voll und ganz auf der Viktoria“) seine Mannschaft am Samstag (14 Uhr, Höhenberger Sportpark) zum Auftakt der Regionalliga-Saison gegen Rot-Weiß Oberhausen als neuer Kapitän auf den Rasen führen darf, dürfte ein kleiner Trost für ihn sein.
Im Kader der Kölner wird indes auch Freddy Mombongo stehen. Die Spielberechtigung für den Sturm-Neuzugang aus Baku ist rechtzeitig eingetroffen. (tca)
