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„Wer Jürgen holt, kriegt ihn“Klopp als Bundestrainer vorgestellt – Mertesacker wird Geschäftsführer

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Jürgen Klopp spricht bei der Pressekonferenz in Frankfurt.

Jürgen Klopp spricht bei der Pressekonferenz in Frankfurt. 

Jürgen Klopp wird als neuer Bundestrainer präsentiert. Dieser sei die „Wunschlösung“ für die Aufgabe, heißt es vom DFB. 

Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Bernd Neuendorf, sagte am Freitag in Frankfurt am Main bei der Präsentation des 59-Jährigen, die Gremien des DFB hätten der Verpflichtung Klopps einstimmig zugestimmt. Dieser sei die „Wunschlösung“ für die Aufgabe.

„Jürgen und wir haben sehr intensiv gesprochen. Er war von Anfang an unsere Wunschlösung. Er ist voller Energie und hat große Lust“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der zudem die Co-Trainer Pepijn Lijnders, Peter Krawietz und Sven Bender bestätigte.

„Es ist eine große Ehre, hier zu sitzen. Die Nationalmannschaft“, sagte der neue Bundestrainer bei seiner Kür, „kann uns Deutsche verbinden wie kaum etwas anderes. Genau das macht diese Aufgabe für mich so besonders.“

Klopp startet mit Warnung: „Dann bin ich weg“

Klopp tritt sein Amt am 15. August an, der DFB ließ sich sein Engagement bis 2030 schon vorab eine Million Euro kosten – diese „Zuwendung“ (Neuendorf) an die Red-Bull-Stiftung „Wings for Life“ war nötig, um den „Head of Global Soccer“ dort abzulösen. Außerdem wird die Nationalmannschaft in den kommenden vier Jahren drei Länderspiele in Leipzig bestreiten.

Die Haare recht strubbelig, ein Lächeln wie aus der  Zahnpasta-Werbung: „Wer Jürgen holt, kriegt Jürgen“, sagte Klopp, „ich habe Lust auf die Nummer.“ Orientieren will sich der 13. Bundestrainer „an den erfolgreichsten“ Vorgängern, „die Mannschaften entwickelt und sich am Ende den verdienten Lohn abgeholt haben“. Wie Helmut Schön, Weltmeister-Trainer 1974, wohne er in Wiesbaden, sagte er, Franz Beckenbauer, Weltmeister-Teamchef 1990, „habe ich geliebt für alles, was er gemacht hat“. Auch Rudi Völler, am Frankfurter Campus Zuhörer in der ersten Reihe, „darf ich nennen“.

Er gehe seine große Aufgabe „mit Demut und Geduld an“ – und einem klaren Ziel: „Eine Mannschaft zu entwickeln, die füreinander kämpft, die Freude am Fußball hat und hinter der sich die Menschen mit voller Überzeugung versammeln können.“ Eine Totalwende also nach dem dritten WM-Desaster in Serie.

Seine Vorstellung nutzte Klopp auch für eine Warnung an die Medien. „Wenn ihr euch danebenbenehmt oder meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg“, sagte er. „Wenn ihr morgen sagt, der ist scheiße, dann bin ich weg“, so der 59-Jährige, der ergänzte, das müssten schon mehrere Kritiker sein, ein einzelner reiche da nicht. Er wolle dann auch keine Abfindung. „Ich mache das nicht gegen euch, sondern für euch.“

Trotz dieser Warnung steckt Klopp voller Elan. „Ich habe dreimal erlebt, wie Fußball eine Stadt verändern kann“, sagte der Mainzer Aufstiegsheld, der Meistermacher von Dortmund und Liverpool, „ich bin überzeugt, dass er auch ein Land verändern kann.“ Dieses, sein Land, dessen höchster Fußballlehrer Klopp bis 2030 voller Stolz ist. „Es ist eine Riesenehre“, sagte er, „ich werde sehr gut bezahlt.“ Von mehr als sieben Millionen Euro ist die Rede.

Per Mertesacker wird Geschäftsführer beim DFB

Klopp folgt auf Julian Nagelsmann, der nach dem blamablen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 i.E.) zurückgetreten war. Klopp war zuletzt Fußballchef beim Red-Bull-Konzern, sein bis 2029 laufender Vertrag wurde aufgelöst. Sein Debüt als 13. Bundestrainer der Verbandsgeschichte wird er am 24. September in der Nations League gegen die Niederlande geben.

Auch Ex-Nationalspieler Per Mertesacker bekommt eine neue Aufgabe: Der frühere Weltmeister wird Geschäftsführer beim Deutschen Fußball-Bund. Mertesacker übernimmt den Posten zum Jahresbeginn 2027, Vorgänger Andreas Rettig bleibt bis dahin im Amt, wie der DFB kurz nach der Ernennung von Klopp zum Bundestrainer mitteilte. (are/das/afp/sid)