Nach den überzeugenden Spielen in der CHL begehen die Kölner Haie in der DEL viele vermeidbare Fehler, vor allem in der Defensive.
Holpriger SaisonstartDas System beim KEC sitzt noch nicht

Haie-Profi Markus Ljungh im Duell mit Frankfurts Bjoern Krupp. Gegen die Löwen setzte man sich mühevoll mit 4:3 nach Verlängerung durch.
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Der Start der Kölner Haie in die DEL-Saison 2026/27 ist erstaunlich holprig verlaufen. Ein 4:8 gegen Wolfsburg am Freitag, ein 4:3 nach Verlängerung gegen Frankfurt am Sonntag, wobei der Ausgleichstreffer der hessischen Löwen erst elf Sekunden vor Schluss gefallen war. Nach den vier Siegen der Kölner in der Champions Hockey League, darunter dem hoch gelobten 5:2 gegen Titelverteidiger Frölunda, hatte man den KEC-Profis mehr zugetraut.
Kölner Haie mit vielen Patzern
Doch sie fanden nicht zu ihrem schwungvollen und selbstbewussten Spiel der europäischen Auftritte, begingen vor allem am Freitag, aber auch am Sonntag viele vermeidbare Patzer. So stehen nach dem ersten DEL-Wochenende zwei Punkte und elf Gegentore für die Haie zu Buche – bei sieben erzielten Treffern. Bei der Frage, ob das Glas halb voll oder halb leer sei, entschieden sich die Kölner dennoch mehrheitlich für die erste Variante.
„Es war deutlich besser als am Freitag“, sagte Stürmer Tim Fleischer am Sonntag. „Ein paar unnötige Fehler haben zur Overtime geführt. Wenn wir daran arbeiten und sie abstellen, sieht es noch besser aus.“ Vor allem Einsatz und Laufbereitschaft seien gesteigert worden: „Wir haben den Gegner 60 Minuten unter Druck gesetzt.“ Raum für Verbesserungen sieht Fleischer vor allem bei der Passqualität, speziell im Spielaufbau. „Es ist schon ein Unterschied, ob die Scheibe genau auf den Schläger kommt oder an die Schlittschuhe“, sagte er. Entscheidend sei außerdem, „uns ans System zu halten – und das 60 Minuten durchzuziehen“.
Ähnlich bewertete Sturmkollege Daniel Fischbuch die Partie gegen die Löwen, die am Sonntag vor 16.217 Zuschauern in der Lanxess-Arena stattgefunden hatte, nachdem zum Auftakt gegen Wolfsburg 18.089 Besucher in die Deutzer Halle gekommen waren. „Alle Bereiche waren besser als am Freitag, sowohl offensiv als auch defensiv. Wobei wir offensiv etwas mehr hätten machen können. Defensiv waren wir aber stabiler als gegen Wolfsburg.“
Kölner Haie müssen noch dazu lernen
Oder anders ausgedrückt: Die Haie befinden sich offenkundig noch in einer Lernphase. Das System ihres neuen Trainers, des Schweden Thomas Berglund, sitzt nicht wie gewünscht. Seine Spielidee beruht auf frühem Druck auf den scheibenführenden Gegner, aggressivem Forechecking und schneller Rückeroberung des Pucks. Der Gegner soll möglichst gar nicht erst kontrolliert aufbauen können. Wird die Scheibe erobert, soll sofort wieder nach vorn gespielt werden.
Damit es funktioniert, muss die Mannschaft kompakt in ihrer Ordnung bleiben. Genau hier passierten viele Malheure. Am Sonntag kamen die Gäste mehrfach nach Kölner Scheibenverlusten zu schnellen Kontern. Wird der erste Forechecker überspielt und stimmt die Absicherung dahinter nicht, entstehen Räume, die der Gegner mit Tempo nutzen kann. Hinzu kommen die von Fleischer angesprochenen Ungenauigkeiten im Spielaufbau.
Ein Pass an die Schlittschuhe statt auf den Schläger kostet Tempo und kann unter Druck unmittelbar zum Scheibenverlust führen. Bei einer Mannschaft, die mit mehreren Spielern nach vorn schiebt, ist das besonders gefährlich – wie die vielen Gegentore zeigen. Trotzdem sah auch Berglund das Glas halb voll: „Wir haben die grundlegenden Dinge gegen Frankfurt etwas besser gemacht und bauen auf den Verbesserungen im Vergleich zum Freitag-Spiel auf.“
Am Freitag (19.30 Uhr) kommt Meister Eisbären Berlin in die Lanxess-Arena. Die Motivation, es besser zu machen, dürfte bei den Haien besonders hoch sein. Denn es geht auch um Revanche für das verlorene DEL-Halbfinale im Frühjahr.
