Der finnische Stürmer geht am Freitag beim DEL-Start gegen Wolfsburg in sein drittes Jahr mit dem KEC. Nun mit Trainer Berglund, den er aus fünf gemeinsamen Jahren in Lulea kennt.
Haie-Stürmer Juhani TyrväinenEin neues Kapitel mit alten Bekannten

Juhani Tyrvainen entwickelte sich zu einem wichtigen Leistungsträger bei den Kölner Haien.
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Es gibt den Typ Eishockeyspieler, den jeder lieber in der eigenen Mannschaft hat als in der gegnerischen. Ein solcher ist Offensivmann Juhani Tyrväinen, Weltmeister mit Finnland im Jahr 2019, der am Freitag mit den Kölner Haien im Heimspiel gegen Wolfsburg in die Saison 2026/27 der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) startet.
Tyrväinen ist Publikumsliebling
Tyrväinen ist ein harter Kämpfer, unbequem für jeden Gegner, einer, der einschreitet, wenn ein Mitspieler zu hart angegangen wird – und der immer dorthin geht, wo es weh tut. Die Fans lieben ihn dafür. „Ich war immer ein Spieler, der körperlich spielt. Deshalb spielen die Gegner gegen mich natürlich auch hart, weil sie wissen, dass ich genauso spiele“, sagt der 36-Jährige, den vor zwei Jahren der damalige Haie-Trainer, Tyrväinens Landsmann Kari Jalonen, zum Wechsel zu den Kölner Haien animiert hatte.
In seinem dritten Jahr in Köln beginnt für den Mittelstürmer eine besondere Zeit. Er arbeitet wieder mit Thomas Berglund zusammen, mit dem ihn einiges verbindet. Den schwedischen Haie-Trainer kennt Tyrväinen aus fünf gemeinsamen Jahren in der ersten schwedischen Liga bei Lulea HF. Berglund setzte sich, bevor er beim KEC unterschrieb, explizit dafür ein, Tyrväinen bei den Haien zu halten. Der Spieler verlängerte unter diesen Bedingungen sehr gern beim KEC. „Es hatte großen Einfluss auf meine Entscheidung. Ich weiß nicht, wie es mit einem anderen Trainer gewesen wäre. Thomas und ich haben fünf Jahre lang in Lulea zusammengearbeitet. Der schwedische Eishockeystil ist laufintensiv und aggressiv. Und genau diese Elemente hat er auch hier bereits eingebracht.“
Tyrväinen sieht mit Berglund Entwicklungspotenzial beim KEC, denn: „Kari Jalonen und der bisherige Trainerstab haben die Haie auf einen guten Weg gebracht. Thomas Berglund und Henrik Stridh bringen ein paar zusätzliche Dinge ein, damit wir noch erfolgreicher werden können. Ich glaube, das ist gut für die Haie.“ Vor dem DEL-Beginn präsentierte sich das Haie-Team in der Champions Hockey League schon in sehr guter Form, feierte vier Siege in vier Partien und schlug dabei den schwedischen Titelverteidiger Frölunda mit 5:2.
Kölner Haie mit guten Leistungen
In einer Partie, beim 5:4 n.V. in Tampere gegen Ex-Trainer Jalonen, war Tyrväinen gesperrt – wegen eines Checks aus dem vorherigen Spiel bei Red Bull Salzburg, das 5:2 für den KEC endete. Die Auswärtsspiele hat der Finne trotzdem genossen. Besonders beeindruckte ihn die Reisefreudigkeit der KEC-Fans, die ihr Team in Hundertschaften durch Europa begleiteten. „Vor allem in Salzburg war es unglaublich. Es hat sich fast wie ein Heimspiel angefühlt“, berichtet er.
Tyrväinen findet, die Haie-Mannschaft, zu der sieben neue Profis stießen, sei gut verstärkt worden – und hebt hervor: „Ich habe mich sehr gefreut, als unter anderem Daniel Fischbuch und Marcel Noebels verpflichtet wurden. Es ist wichtig, gute deutsche Spieler in der Mannschaft zu haben. Dazu sind einige schwedische Spieler (Robin Press, Markus Ljungh, Anm. d. Red.) gekommen, die ich kenne und für sehr gute Spieler halte.“ 2025 kamen die Haie mit Tyrväinen ins Playoff-Finale der DEL, in diesem Frühjahr ins Halbfinale, jeweils war gegen Berlin Endstation. Wie sehen die Ziele für 2027 aus?
Für den Finnen, 36 Jahre alt und damit in einem hohen Alter für einen Leistungssportler, zählt nur eines: „Für mich geht es jetzt nur noch ums Gewinnen. Das ist das Einzige, was zählt. Persönliche Ziele habe ich eigentlich nicht. Ich möchte gesund bleiben und der Mannschaft helfen. Ich weiß, dass ich dem Team helfen kann, wenn ich gesund bin. Deshalb ist das meine wichtigste Aufgabe – gesund zu bleiben und möglichst keine Sperren zu bekommen, damit ich auf dem Eis stehen kann.“
Wie es anschließend weitergehen soll, steht noch in den Sternen. Tyrväinen erklärt: „Es ist möglich, dass ich meine Karriere hier in Köln beende. Es ist aber genauso möglich, dass ich noch einmal nach Finnland zurückkehre. Ich habe noch nichts entschieden. Ich lasse es auf mich zukommen und schaue, wie es sich für mich und meine Familie entwickelt.“ Zunächst steht am Freitag um 19.30 Uhr der DEL-Auftakt gegen die Grizzlys Wolfsburg an, zu dem der KEC gut 17.000 Zuschauer in der Lanxess-Arena erwartet. Am Sonntag (19 Uhr) folgt das Heimspiel gegen die Löwen Frankfurt.
