Das 2:3 n.V. gegen Schwenningen war die fünfte Niederlage des KEC in der achten Saisonpartie in der Lanxess-Arena. Dem Team fehlt weiter Balance zwischen Offensive und Defensive
EishockeyKölner Haie verlieren mit Trainer Berglund ihre Heimstärke

Gegen Schwenningen fehlte es den Haie-Stürmern um Markus Ljungh (l.) an Durchschlagskraft.
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Die Zeit vergeht im Eishockey besonders schnell. Elf von 52 Spielen der DEL-Hauptrunde 2026/27 sind absolviert, gut 21 Prozent der Saison der Deutschen Eishockey-Liga liegen bereits hinter den Kölner Haien. Und es zeichnen sich Probleme ab, die Trainer Thomas Berglund, der den KEC seit dem Sommer betreut, zu denken geben dürften. Vor allem fehlt seiner Mannschaft Konstanz.
Dass die Haie gutes Eishockey spielen können, haben sie in der Champions Hockey League, in deren Vorrunde sie in allen sechs Partien punkteten, zwar bewiesen. Nur gelingt es ihnen bislang nicht, auch in der DEL über 60 Minuten eine spielerisch und kämpferisch überzeugende Leistung aufs Eis zu bringen. So auch beim 2:3 n.V. gegen Schwenningen vor 14.844 Zuschauern in der Lanxess-Arena am Dienstagabend.
Es war bereits die fünfte Niederlage im achten Heimspiel, lediglich zwei Siege gelangen ihnen in der eigenen Halle bisher in regulärer Spielzeit. Die über Jahre mühsam erarbeitete Heimstärke ist erst einmal dahin – zum Vergleich: Unter dem finnischen Coach Kari Jalonen gewannen die Haie in der Vorsaison 20 ihrer 26 Hauptrundenspiele in der Lanxess-Arena.
Berglund sah in der Niederlage gegen Schwenningen auch Positives: „Ich denke, wir sind mit viel Energie gut ins Spiel gekommen, haben es aber nicht geschafft, unsere Chancen zu verwerten. Trotzdem haben wir weiter hart gearbeitet und uns die meisten Torchancen erspielt“, sagte der 57-jährige Schwede. Sein Fazit lautete allerdings: „Es war eine harte Niederlage für uns.“ Das stimmte.
Nachdem Daniel Fischbuch in der 58. Minute beim Stand von 2:1 für Köln eine umstrittene Zwei-Minuten-Strafe wegen Stockschlags kassiert hatte, traf Ex-Hai Hakon Hänelt in der 59. Minute bei sechs gegen vier zum 2:2. In der Overtime lieferte Hänelt schließlich nach 141 Sekunden die Vorlage zu Mirko Höfflins Siegtor für Schwenningen.
Der schwedische Haie-Stürmer Markus Ljungh, neben Fischbuch Torschütze des KEC, befand: „Wenn man über das Ergebnis hinausschaut, denke ich, dass wir ein ordentliches Spiel gemacht haben. Besonders im ersten Drittel waren wir gut, auch wenn wir uns nicht die ganz großen Torchancen herausgespielt haben. Schwenningen hat vor dem eigenen Tor sehr kompakt gestanden. Wenn ich das Gesamtbild betrachte, glaube ich, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben. Aber natürlich ist das eine bittere Niederlage. Anderthalb Minuten vor Schluss hätten wir noch drei Punkte holen können, am Ende ist es nur einer geworden.“
Tatsächlich haben die Kölner zuletzt ihre zuvor anfällige Defensive ein wenig stabilisiert. Gegen Bremerhaven und Schwenningen kassierten sie insgesamt nur vier Gegentore. Jedoch fehlte es im Angriff nun an Inspiration, überraschenden Aktionen und Durchschlagskraft. Anders ausgedrückt: Die Balance zwischen defensiver Sicherheit und offensiver Gefährlichkeit hat Berglunds Mannschaft bisher nicht gefunden.
Ein weiteres Problem sind grundsätzliche Ungenauigkeiten im Kölner Spiel. Durch schlampige Pässe, leichte Scheibenverluste und mangelnde Konsequenz in den Zweikämpfen macht sich die Mannschaft immer wieder selbst das Leben schwer. Gerade Berglunds aggressive, offensive Spielweise verlangt jedoch Präzision, Disziplin und eine gute Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen.
Noch ist genügend Zeit, diese Schwächen zu beheben. Allerdings müssen die Haie aufpassen, dass sich ihre Nachlässigkeiten nicht zu schlechten Gewohnheiten entwickeln. Denn Verhaltensmuster, die sich über Wochen einschleifen, lassen sich erfahrungsgemäß nur schwer abstellen.
Am Freitag (19.30 Uhr) haben sie in Straubing die nächste Gelegenheit, es besser zu machen. Ob die Stürmer Gregor MacLeod und Ryan MacInnis, die am Dienstag fehlten, wieder mitmischen können, ließ der KEC am Mittwoch offen.