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Kölner Haie„Zehn Spiele waren eine echt lange Zeit“

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Penny DEL: Löwen Frankfurt - Kölner Haie, Eissporthalle Frankfurt, 13.10.2023 Tim Wohlgemuth Kölner Haie 33 & Nick Bailen Kölner Haie 7 & Andreas Thuresson Kölner Haie 36 & Maximilian Kammerer Kölner Haie 9 jubeln über ein Tor,

Endlich getroffen: Tim Wohlgemuth (Mitte) freut sich mit Nick Bailen, Andreas Thuresson  (r.) und  Maximilian Kammerer über ein Tor. 

Die Kölner Haie treten am Freitag bei den Wolfsburg Grizzlys an. Bei einem Stürmer ist am vergangenen Wochenende endlich der Torknoten geplatzt.

Tim Wohlgemuth schwang seinen linken Arm Sekunden nach seinem Handgelenkschuss in den rechten Torwinkel noch einmal wie wild durch die Luft. Zum Jubeln: „Zehn Spiele waren echt eine lange Zeit“, kommentierte der Haie-Stürmer die ausgelassene Freude über seinen Premierentreffer zum 1:2 bei den Frankfurter Löwen. Dass er per Direktschuss noch das 2:3 folgen ließ, tröstete den 24-jährigen Neu-Kölner etwas über die Niederlage am vergangenen Freitag hinweg. „Am Ende hat es ein bisschen gefehlt“, bewertete er das 4:6 bei den Löwen, „persönlich freut man sich natürlich trotzdem, dass es endlich mit dem Scoren geklappt hat.“

Fehlpass vor dem 0:1 in Straubing

Dass er als 18-facher Nationalspieler und Champions-League-erfahrener Center mit höheren Erwartungen von den Adlern Mannheim in die Domstadt gewechselt ist, daraus macht Wohlgemuth nach zwei Toren und zwei Assists in elf Spielen keinen Hehl. „Egal wie viel Eiszeit und welche Rolle, ein Stürmer muss immer Tore schießen und produzieren. Die beiden Tore haben gutgetan.“

Dass es bei ihm persönlich, aber auch im Team noch nicht 100-prozentig läuft, zeigte sich zwei Tage nach seiner Torpremiere im Eisstadion am Pulverturm. In Straubing leistete sich der Linksschütze einen kapitalen Fehlpass, der zum frühen 0:1 gegen die Tigers führte. Als Mannschaft kratzten die Haie trotz eines 1:3-Rückstands aber die Kurve, schafften das 4:3 und entführten drei wichtige Punkte aus der niederbayrischen Heimfestung.

Die beiden Tore haben gutgetan.
Tim Wohlgemuth, Stürmer der Kölner Haie

„Der Trend geht gerade ein bisschen nach oben“, formuliert Wohlgemuth vorsichtig. Dabei kann ein Credo, dass er sich schon im Sommer als persönliches Ziel gesetzt hat, für die gesamte Mannschaft gelten. „Wenn es um Zweikämpfe, Robustheit und Biss geht, ist das ein Aspekt, den wir einsetzen möchten“, stellt der 1,83 Meter große und 84 Kilogramm schwere Stürmer klar, „mit unserem Kader müssen wir härter spielen, konsequenter die Zweikämpfe gewinnen und darüber unsere Spiele gewinnen.“

Sich selbst sieht er dabei auf einem guten Weg. „Ich habe nicht die Erwartung, dass ich jeden Zweikampf in meiner restlichen Karriere gewinnen werde, aber ich denke, dass der Trend schon nach oben geht.“ Selbstvertrauen holte sich der gebürtige Bayer jüngst im Zusammenspiel mit Alexandre Grenier und Justin Schütz. „Das sind zwei Jungs, bei denen es offensiv sehr, sehr gut läuft. Es tut gut, wenn man mit ihnen zusammenspielen kann, um Selbstvertrauen zurückzukriegen, was einem fehlt“, bewertet er seine jüngsten Einsätze als Gregor MacLeod-Ersatz.

Da der kanadische Topscorer nach fünf Spielen Pause von seiner Fußverletzung genesen scheint und in die Top-Reihe der Haie zurückkehren könnte, fügt Wohlgemuth an: „Jetzt muss ich gucken, dass ich das Selbstvertrauen auch behalte.“ Diesbezüglich sei Wolfsburg ein guter Gradmesser.

Freitag geht es zum Tabellendritten Wolfsburg

Wenn es am Freitag (19.30 Uhr/Magenta Sport) zu den drittplatzierten Grizzlys geht, erwartet der Stürmer „ein sehr intensives Spiel“. „Das wird keine Klassenfahrt“, weiß Wohlgemuth, „Wolfsburg ist defensiv stark, da müssen wir hinten selbst sehr, sehr gut stehen. Vorne müssen wir die paar Chancen, die wir kriegen, dann eiskalt nutzen.“

Auch wenn er den Teamkollegen und sich selbst noch bis zum Deutschland Cup (8. bis 12. November) Zeit gibt, um sich als Spieler, im Team und dem System zu finden, scheint Tim Wohlgemuth vor dem zwölften DEL-Spieltag also bereit zu sein, der Premiere von Frankfurt weitere Tore folgen zu lassen.


Kammerer jagt Draisaitl-Rekord

Maximilian Kammerer hat seine persönliche Erfolgsserie am vergangenen Sonntag mit dem 4:3-Siegtreffer bei den Straubing Tigers fortgesetzt und im 14. DEL-Spiel hintereinander gescort. Die Serie begann am 21. März in Spiel drei der Playoff-Viertelfinalserie gegen Adler Mannheim und hat über die ersten elf Saisonspiele der Saison 2023/24 gehalten. Der Haie-Stürmer steht bei sechs Toren und zehn Vorlagen und jagt den Rekord von Peter Draisaitl aus der Saison 1995/95.

Der Vater von NHL-Star Leon Draisaitl punktete im Haie-Trikot 21 Spiele hintereinander und hält damit die längste Erfolgsserie der DEL. „Ich bin jetzt auch nicht mehr einer der ganz jungen Spieler, bin in einem guten Alter und denke, dass ich in meiner körperlichen und mentalen Top-Phase bin“, erklärte Kammerer, dass er sich auf Peter Draisaitls Spuren bewegt. (sam)