Der KEC spielte in der verlorenen Halbfinal-Serie gegen die Eisbären nicht schlecht, aber nicht gut genug. Den Leistungszenit erreichte die Haie-Mannschaft im Winter, nicht in den Playoffs.
Saison-Aus im HalbfinaleKölner Haie waren zu früh in Bestform

Die Kölner Haie gehen am Montagabend geschlagen vom Eis in der Lanxess Arena.
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In Sportarten wie Eishockey, die ihren Meister im Playoff-Modus ermitteln, geht es um eines: den Sieg im letzten Spiel der Saison. Auf einen solchen Moment warten die Kölner Haie in der DEL nun seit 24 Jahren. Die Bilder von Kapitän Mirko Lüdemann, der den Pokal 2002 in den Himmel hebt, wirken wie ein Traum aus einer anderen Zeit.
In all den Jahren danach hatten die Haie viele Chancen – und fanden stets einen Weg, sie zu verspielen. So auch diesmal: Die Playoff-Halbfinalserie gegen die Eisbären ging in sechs Spielen verloren. Es war kein Vorteil, das Heimrecht abzutreten und in Berlin zu starten – bei einem Rivalen, der dem KEC seit Jahren nicht liegt. Die Erinnerung an frühere Niederlagen mag im Hintergrund mitgeschwungen haben, auch an die drei 0:7-Niederlagen aus dem verlorenen Finale 2025. Ausschlaggebend war all dies aber nicht.
Entscheidend war wohl vielmehr: Die Haie, erstmals seit dem Jahr 2000 wieder Hauptrundensieger, hatten ihren Zenit zu früh erreicht. Sie spielten in den Playoffs weniger aggressiv, weniger effektiv und weniger selbstbewusst als im Winter, in dem sie 16-mal nacheinander gewannen. Die siegessichere Selbstverständlichkeit verschwand. Die Stürmer taten sich schwer, das Powerplay funktionierte nicht mehr wie zuvor.
Goalie Janne Juvonen war über die Serie betrachtet gut, aber nicht mehr überragend. Taktisch wirkten die Haie gerade in den ersten Dritteln zu verzagt, manchmal geradezu hasenfüßig. Dominik Bokk, Juhani Tyrväinen, Brady Austin, Valtteri Kemiläinen und Moritz Müller kämpften sich in Playoff-Form. Der Rest spielte ordentlich, ohne entscheidend zuzulegen.
Frischer Wind durch Thomas Berglund
Die Berliner hingegen, ausgestattet mit der Routine von elf Meisterschaften seit 2005, steigerten sich als Mannschaft – nicht nur auf einzelnen Positionen. Serge Aubin gewann das Trainerduell gegen Kari Jalonen so klar, dass das System der Haie phasenweise behäbig wirkte. Da Jalonen geht und der Schwede Thomas Berglund übernimmt, steht im Sommer ein Umbruch bevor. Ein frischer Wind wird wehen. Der Sieg im letzten Saisonspiel bleibt selbstverständlich Ziel und Traum. Der Weg dorthin ist weit.
