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NiederlageKölner Haie verlieren in Mannheim

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Mannheims Christoph Ullmann und Kölns Per Aslund kämpfen um den Puck.

Mannheim – Der Meister hat ein deutliches Lebenszeichen gesendet und es den Kölnern Haie „eingebrannt“.

Der KEC kassierte im zweiten Pre-Playoff-Spiel der „best-of-three“-Serie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft eine 2:5 (0:0, 1:4, 1:1)-Klatsche bei Adler Mannheim und verpasste den vorzeitigen Einzug in das Viertelfinale gegen die Eisbären Berlin.

Die Entscheidung muss nun im dritten Spiel am Sonntag in der Kölner Lanxess-Arena (14.30 Uhr/Servus TV) fallen. Die Haie müssen sich aber erheblich steigern, wenn sie verhindern wollen, dass ihre Saison beendet ist und die  Adler in die nächste Runde abheben.

Spiel eins war am Mittwoch mit 6:3 noch  an die Haie gegangen. Die Verzweiflung, dass sein Meister-Kader auch in den Playoffs noch nicht funktionieren wollte, setzte Adler-Trainer Graig Woodcroft erst einmal in Aktionismus um. Er schickte Stürmer Ronny Arendt und Verteidiger Matthieu Carle auf die Tribüne.

Dafür erhielten Brent Raedeke und Matt Lashoff eine neue Chance. Außerdem ließ Woodcroft Ex-Hai Youri Ziffzer im Tor für Ex-NHL-Star Ray Emery starten. KEC-Trainer Cory Clouston sah keinen Anlass etwas zu ändern und schickte das gleiche Personal in den gleichen Formationen vor 12644 Zuschauern auf das Eis der SAP-Arena.

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Kölns Torwart Gustaf Wesslau.

Das Spiel aber zeigte keine Parallelen zur ersten Auflage. Die Adler wollten nicht aus den Playoffs  rausfliegen und brachten den Kölnern dieses Ansinnen mit leidenschaftlichem Körpereinsatz nahe. Die vielen gewonnen Zweikämpfe schlugen sich für Mannheim in viel Scheibenbesitz und in Torschüssen wieder. Entsprechend gut beschäftigt war Haie-Keeper Gustaf Wesslau, der in den ersten 20 Minuten zehn Hochkaräter der Adler zu entschärfen hatte.

Der KEC musste zwölf Minuten auf seinen ersten Torschuss durch Per Aslund warten, hätte durch Charlie Stephens aber auch in Führung gehen müssen (15.). Alles in allem war das Team von Coach Cory Clouston aber unterlegen, weil sie dem körperlichen Auftritt der Gastgeber zu wenig entgegen setzten.

Hatte die Haie-Sturmreihe mit Philip Gogulla, Patrick Hager und Johannes Salmonsson in Spiel eins noch gezaubert und geglänzt, bekam sie diesmal in Persona von Brandon Yip, Christoph Ullmann und Glen Metropolit den ganzen Mannheimer Frust mit Härte zu spüren und blieb wirkungslos.

Auch die beiden Überzahlspiele der Haie waren an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Die Bilanz der Kölner gegen Mannheim in dieser Saison lautete nach dem ersten Drittel : Ein Tor in 28 Powerplays. „In so einem wichtigen Spiel muss unser Powerplay besser sein“, kritisierte Haie-Stürmer Alexander Weiß in der ersten Pause.

Die Quote konnte der KEC im zweiten Durchgang auf zwei von 29 steigern. Der Treffer von Salmonsson in der 40. Minute war aber nur ein Trostpflästerchen. Denn die Adler setzten um, was sie im ersten Drittel angedeutet hatten. Mit dem 1:0 von John Rheault in einer Strafzeit von Aslund (26.) brachen beim Meister die Dämme. Ullmann (27.) Lashoff (30.) und Jochen Hecht (35.) stellten auf 4:0 und brachten die brutale Überlegenheit der Adler auch auf die Anzeige des Videowürfels.

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Die Adler Mannheim gegen die Kölner Haie.

Den guten Phasen, die es bis zur zweiten Pause durchaus von den Kölnern gab, stand Youri Ziffzer im Weg. Woodcrofts Torwartwechsel hatte sich bis dahin voll ausgezahlt. So blieb den Kölnern ein gewonnener Faustkampf von Stephens gegen Dominik Bittner, der leicht benommen in die Kabine musste (28.) und ein bisschen Hoffnung durch Salmonssons Tor.

Immerhin hatten sie in dieser Saison in Augsburg schon einmal einen 1:4-Rückstand in einen Sieg gedreht. Aber Mannheim ist Meister und hat Christoph Ullmann. Als der überragende Ex-Kölner allen Haien enteilte und zum 5:1 einnetzte (44.), war es nicht nur sein vierter Treffer im zweiten Playoff-Spiel sondern auch die endgültige Entscheidung.

Daran änderte auch das 2:5 nichts (50.), mit dem Dragan Umicevic wenigstens noch die Überzahlquote des KEC etwas aufpolierte und den Haien das letzte Wort vor Sonntag gab.