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Playoff-HalbfinaleKölner Haie gegen Berlin – bereit für die Revanche

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Moritz Müller mit guter Laune auf dem Eis.

Moritz Müller beim Spiel der Kölner Haie gegen die Schwenninger Wild Wings. 

Ab Mittwoch setzt sich der KEC im Playoff-Halbfinale der DEL mit Titelverteidiger Eisbären Berlin auseinander. Die Chancen auf eine Revanche für das schmachvoll verlorene Finale von 2025 stehen gut.

Ein attraktiveres Playoff-Halbfinale hätten sich die Chefs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht wünschen können: Kölner Haie gegen Eisbären Berlin und Adler Mannheim gegen Red Bull München.

Es sind nicht nur die sportlich stärksten Mannschaften der Liga, sondern auch die Vereine mit den größten Hallen – Zuschauerrekorde sind somit zu erwarten.

Haie wollen Revanche für Final-Desaster in der vergangenen Saison

Für den KEC, der am Mittwoch (8. April 2026/19 Uhr) in der Berliner Arena am Ostbahnhof in die Serie „Best of 7“ gegen den Titelverteidiger startet, bietet sich zudem die Gelegenheit zur Revanche für das Final-Desaster von 2025. Ausgepumpt und von Verletzungen geschwächt, verlor Köln im vergangenen Frühjahr in fünf Spielen gegen die Eisbären, wobei die letzten drei Begegnungen jeweils 0:7 endeten.

Diesmal haben die Haie bessere Voraussetzungen: einen deutlich tieferen Kader als im Vorjahr – und ein ausgeruhtes Team, das seine Viertelfinalserie gegen die Schwenninger Wild Wings bereits am 31. März per „Sweep“ gewann. Die Berliner benötigten dagegen in ihrem Duell mit den Straubing Tigers sechs Spiele, am Karsamstag setzten sie sich schließlich beim Gegner mit einem dramatischen 6:5 nach Verlängerung durch.

„Wir wissen, dass wir auf ein Topteam treffen, das zum entscheidenden Zeitpunkt in Topform ist. Wir müssen unser bestes Eishockey abrufen“, sagte Haie-Sportdirektor Matthias Baldys. Und: „Ich habe Berlin die ganze Saison über nie abgeschrieben, auch nicht, als es wegen Verletzungen nicht so gut für sie lief.“

Während die Haie die Hauptrunde als Spitzenreiter beendeten, gingen die Eisbären als Tabellensechster in die Playoffs. Nach einer von Ausfällen wichtiger Spieler geprägten Saison fanden sie im Endspurt zu Form, guter Teamarbeit und Offensivstärke.

US-Stürmer Ty Ronning ist mit zehn Punkten (fünf Tore, fünf Vorlagen) in sechs Partien momentan Topscorer der Playoffs. Im Tor setzten die Berliner bislang auf Jonas Stettmer (Fangquote: 91,62 Prozent). Inzwischen ist auch Goalie Jake Hildebrand nach einer Verletzung wieder einsatzbereit.

Bergmann: „Haben Respekt vor den Kölner Haien, aber keine Angst“

Entsprechend selbstbewusst gehen die Berliner in die Spiele gegen den KEC. „Wir haben großen Respekt vor den Kölner Haien, aber keine Angst“, sagte Stürmer Lean Bergmann: „Die Verletzungsmisere hat uns als Mannschaft noch mehr zusammengeschweißt. Alle wollen mit Macht den Titel. Das große Ziel ist es, den dritten Titel in Folge zu holen“, erklärte er weiter. Es wäre die insgesamt zwölfte DEL-Meisterschaft für den Klub aus Ostberlin.

Das wollen die Haie verhindern. Zumal ihr Trainer Kari Jalonen, der den KEC nach der Saison verlässt und in seine finnische Heimat zurückkehrt, die Schmach aus dem Vorjahr gern vergessen machen möchte. Auch wenn es der 66-Jährige nicht öffentlich zugab, so war in Gesprächen doch zu erkennen, dass die drei 0:7-Niederlagen an ihm, einem Coach von internationalem Renommee, nagten. Darauf angesprochen, reagierte er jedenfalls ausweichend bis unwirsch.

Anders als 2025 kann Jalonen diesmal personell aus dem Vollen schöpfen. Ryan MacInnis, Mittelstürmer der vierten Reihe, ist nach einer Verletzung wieder fit, der komplette Kader steht dem Coach somit zur Verfügung. Zudem verfügen die Haie über die Basis für erfolgreiche Playoffspiele: ihre stabile Defensive um Oliwer Kaski und Brady Austin – sowie mit Janne Juvonen über den besten Torhüter der Liga. Sein Gegentorschnitt in den Playoffs liegt bei 1,058, die Fangquote bei 95,45 Prozent. In der Offensive haben die Haie hingegen noch Luft nach oben, vor allem die erste Reihe um Center Gregor MacLeod blieb bisher unter ihren Möglichkeiten.

„Jede Serie entwickelt ihre eigene Dynamik“, meinte Baldys: „Wir werden fokussiert sein, uns gut vorbereiten – und dann geht es am Mittwoch los.“ Das KEC-Team reist am Dienstag per Flugzeug nach Berlin, um möglichst ausgeruht in die Serie zu gehen. Die Arena am Ostbahnhof wird mit 14.200 Zuschauerinnen und Zuschauern ausverkauft sein. Für die beiden feststehenden Heimspiele der Haie am 10. und 15. April in der Lanxess-Arena waren am Montag nur noch vereinzelte Logentickets erhältlich – ein volles Haus mit 18.600 Besuchern ist jeweils zu erwarten.