16 davon hat Marian Wilhelm als Cheftrainer verantwortet. Gegen den VfB trifft Alexander Prokopenko in Said-El-Mala-Manier.
2:1 gegen Stuttgart IIViktoria Köln feiert 100. Drittliga-Sieg

Die Viktoria-Profis feiern ihren ersten Saisonsieg.
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In der Ewigen Tabelle der Dritten Liga ist der FC Viktoria Köln inzwischen auf Rang 20: 266 Spiele, 364 Punkte. Am Sonntagabend gelang den Höhenbergern beim 3:1 (1:0) über den VfB Stuttgart II ein Meilenstein: der 100. Sieg in Liga drei. „Ich habe sicherlich jeden einzelnen gesehen“, sagte Trainer und Vereinsurgestein Marian Wilhelm, der schon 2009 im Rechtsrheinischen tätig war, als der Klub noch SC Viktoria hieß. „Ich habe die Siege nicht gezählt, aber es ist cool, dass wir die Marke geknackt haben.“ Als Chefcoach hat Wilhelm bislang 40 Drittliga-Spiele verantwortet – und nun 16 der 100 Siege. „Ich kann mich an die Zeiten erinnern, in denen wir uns nach der Dritten Liga gesehnt haben“, so Wilhelm. „Welche Namen, welche Traditionsvereine in dieser Klasse sind – und wir sind als Dino mit dabei und haben 100 Siege. Unfassbar, das macht uns schon stolz.“ Die Viktoria ist seit acht Jahren ununterbrochen Drittligist – an der Seite von Waldhof Mannheim aktueller Bestwert der Klasse.
Viktoria lässt erneut frühe Großchancen liegen
Beim Spiel gegen die Stuttgarter Reserve wurde deutlich, dass sich – sollten keine außergewöhnlichen Umstände eintreten – auch nichts an Viktorias Liga-Zugehörigkeit ändern dürfte. Die Kölner spielten, anders als beim zeitweise desolaten Auftakt gegen Regensburg (2:5), defensiv beinahe fehlerfrei und hatten von Trainer Wilhelm die Anleitung erhalten, wie der VfB zu verwunden ist: mit tiefen Laufwegen aus dem Mittelfeld heraus und scharfen Pässen durchs Zentrum. So ergaben sich schon früh große Möglichkeiten. Die erste ließ David Otto fahrlässig liegen (2.), wenig später blieb Niklas Castelles Dribbling ohne Ertrag (6.). „Die Chancen waren noch größer als letzte Woche. Da kann es schonmal passieren, dass die Mannschaft ein Deja-vue hat“, sagte Wilhelm mit Blick auf das Regensburg-Spiel. Auch gegen den Jahn begann die Viktoria stürmisch, zeigte vor dem Tor aber Nerven – und wurde massiv bestraft.
In der WirMachenDruck-Arena in Großaspach, der Heimspielstätte der Stuttgarter Reserve, waren die Kölner defensiv deutlich präsenter und näher am Mann. „Wir haben es mit Ball richtig gut gemacht, haben gut gepresst. Wir können sehr zufrieden sein“, lobte Otto. Und dank eines Eigentors kurz vor der Pause stimmte auch das Ergebnis: Nach einem weiteren langen Ball in die Tiefe unterlief Maximilian Herwerth, unter Druck von Viktorias Niklas Swider, ein kurioses Lupfer-Eigentor (45.+2). „Es ist viel aufgegangen, von dem, was wir uns vorgenommen haben“, lobte Wilhelm.
Auch David Otto trifft
Nach dem Seitenwechsel gab es den einzigen Rückschlag des Spiels. Der agile Jarzinho Malanga brachte von der rechten Seite den Ball ins Zentrum, dort gelang Oliver Rölke im zweiten Versuch der Ausgleich (50.). Doch die Viktoria bewies Stabilität. Nur drei Minuten später setzte Kilian Jakob über die linke Seite Alexander Prokopenko in Szene – und der Neuzugang aus Jena dribbelte sich in bester Said-El-Mala-Manier in Richtung Zentrum und vollendete traumhaft schön ins lange Eck. „Es war sein erster Einsatz von Anfang an, in der Pause habe ich ihm gesagt: Noch zehn Minuten Vollgas. Dann hat er wohl auf die Uhr geguckt und gedacht: Ich muss noch etwas machen“, berichtete Wilhelm. „Ein Wahnsinns-Solo, mit vollem Herzen abgeschlossen. Viel besser kann man es nicht machen.“ Auch der 24 Jahre alte Deutsch-Ukrainer war glücklich: „Ich denke nicht so viel nach, das ist intuitiv. Ich hatte die Innenbahn frei – ich habe einen guten Schuss, schieße nur zu selten. Aber der war drin.“
Den Deckel drauf machte David Otto, der nach feiner Spieleröffnung von Swider und einem Querpass von Joker Jannick Tonye nur noch einschieben musste (61.). „Die Art und Weise des Siegs gibt uns Selbstvertrauen, das nehmen wir für die nächsten Aufgaben mit“, sagte Prokopenko. Und am Samstag wartet eine große: In der ersten Runde des DFB-Pokals ist Zweitliga-Tabellenführer 1. FC Nürnberg zu Gast im Sportpark Höhenberg (15.30 Uhr).
Viktoria Köln: Schulz - Sponsel, Eisenhuth, Kloss - Prokopenko (57. Tonye), Swider, Jakob (88. Gueye) - Castelle (57. Maboulou), Duman (74. Jahn) - Wolf (74. Pledl), Otto. – Tore: 0:1 Herwerth (45.+2/Eigentor), 1:1 Rölke (50.), 1:2 Prokopenko (53.), 1:3 D. Otto (61.).
