Abo

3:2 in BocholtFortuna Köln erzielt sehenswerte Tore und beweist Moral

4 min
Fussball, Saison 2025/2026, Regionalliga West, 07.03.2026, 25. Spieltag, Herren, 1.FC Bocholt schwarz vs. Fortuna Koeln weiss /// v.l.: Jesaja Herrmann 1.FC Bocholt, Robin Afamefuna Fortuna Koeln, Seymour Fuenger Fortuna Koeln, Bocholt Stadion am Huenting Nordrhein-Westfalen Deutschland *** Soccer, Season 2025 2026, Regionalliga West, 07 03 2026, 25 Matchday, Men, 1 FC Bocholt black vs Fortuna Koeln white v l Jesaja Herrmann 1 FC Bocholt , Robin Afamefuna Fortuna Koeln , Seymour Fuenger Fortuna Koeln , Bocholt Stadion am Huenting Nordrhein Westfalen Germany 260307_fb_1fc-bocholt_fortuna-koeln_50139

Robin Afamefuna und Seymour Fünger jubeln zusammen. Die Fortuna gewann mit 3:2 beim 1. FC Bocholt.

Der Südstadt-Klub zeigt beim 3:2 in der Regionalliga West eine starke Leistung und trotzt zwei Rückständen sowie haarsträubenden Fehlern. 

Gerade einmal 20 Sekunden waren in der zweiten Hälfte gespielt, als Fortuna Kölns Georg Strauch einen langen Abschlag von Bocholts Torwart Paul Grave per Kopfball zu Angreifer Enzo Wirtz weiterleitete. Der 30‑Jährige legte den Ball mit der Brust für Adrian Stanilewicz ab, der ihn sauber mitnahm, sich gegen den Ex-Fortunen Dominik Lanius durchsetzte und technisch anspruchsvoll ins untere Eck zum 3:2 traf.

Fortuna Köln mit acht Punkten Vorsprung

Der SC Fortuna Köln zeigte am Samstag einmal mehr Widerstandskraft – und baute seine Tabellenführung in der Regionalliga West auf acht Punkte aus. Beim 1. FC Bocholt entwickelte sich vor der Pause ein atemloser Schlagabtausch, reich an Tempo, Chancen – und an Fehlern, die Fortuna sich selbst ins Buch schrieb. „Das erste Gegentor war ein individueller Fehler und auch den zweiten Gegentreffer kann und muss Lennart halten. Aber das ist kein Vorwurf: Er hat uns in dieser Saison bereits mehrere Punkte gerettet“, sagte Trainer Matthias Mink versöhnlich.

Fortuna begann druckvoll, erhöhte die Intensität und drängte die Mannschaft von René Lewejohann tief in die eigene Hälfte. Den ersten Treffer erzielte dennoch Bocholt: Ex-Fortune Arnold Budimbu fing einen missratenen Pass von Fortunas Verteidiger Max Fischer auf Lennart Winkler ab, umkurvte den Keeper und schob aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (12.). Die Kölner blieben ruhig und erspielten sich Gelegenheiten; Hamadi Al Ghaddioui traf allerdings nur die Latte.

Der Ausgleich fiel mit einem Schuss, wie ihn Spieler in ihren besseren Momenten im Fuß haben: Tom Geerkens zog aus zentraler Position, rund 20 Meter vor dem Tor, einfach ab – und traf traumhaft in den Winkel (29.). „Das war ein sehr schönes Tor, das passiert mir nicht so oft“, sagte der Torschütze und ergänzte: „In der Phase war es wichtig, das 1:1 zu erzielen. Dass wir zweimal nach Rückstand wiederkommen, zeichnet uns aus. Wir halten als Team zusammen. Jeder gibt alles für jeden.“

Doch die Führung kippte erneut – und ein schönes Tor jagte das nächste. Nachdem Seymour Fünger einen Freistoß verursacht hatte, übernahm Budimbu die Verantwortung. Aus halblinker Position zirkelte er den Ball mit viel Effet, beinahe lupferartig, über den weit vor dem Tor stehenden Winkler – daher Minks Hinweis – ins Netz zum 2:1 (39.). „Budimbu hat eine hohe Qualität“, lobte Mink seinen ehemaligen Spieler, schob aber nach: „Lennart hat es ihm auch zu leicht gemacht. Der Ball kommt sehr zentral. Den kann man über die Latte lenken. Fehler gehören jedoch dazu.“

Matthias Mink ist stolz und kritisch

Fortuna wäre nicht Tabellenführer, wenn sich das Team von solchen Nackenschlägen aus der Ruhe bringen ließe. Kurz vor der Pause eroberte Strauch den Ball, spielte zu Al Ghaddioui, der mit dem Rücken zum Tor auf den besser positionierten Nico Thier prallen ließ. Thier verwandelte die Direktabnahme souverän zum 2:2. Und kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, fiel der Siegtreffer: Stanilewicz vollendete nach 20 Sekunden.

In der Folge verteidigte die Fortuna leidenschaftlich, ließ wenig zu und stellte die Nachlässigkeiten der ersten Halbzeit ab. So stand am Ende ein wichtiger und verdienter Sieg – auch als Antwort auf das Remis gegen den Bonner SC eine Woche zuvor.

„Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, wir müssen sie stressen, sie nerven. Wir dürfen sie nicht durch unsere Fehler ins Spiel bringen“, so Mink. „Dass das Tor dann nach 20 Sekunden fällt, ist traumhaft. Danach haben wir sehr viel richtig gemacht. Mit fortlaufender Spielzeit kamen mehr lange Bälle, wir haben mehr verteidigt.“ Zugleich kritisierte er: „Dann hatten wir Umschaltsituationen, die wir nicht gut genutzt haben. Wenn man die Partie am Ende betrachtet, ist es verdient. Ich bin stolz auf die Leistung. Es wird in den kommenden Wochen so sein, dass jeder den Tabellenführer schlagen will. Da müssen wir uns immer wieder beweisen.“

Die nächste Bewährungsprobe folgt am Freitag gegen den vermeintlichen Außenseiter aus Velbert – samt Wiedersehen: Velberts Trainer Bogdan Komorowski betreute in der vergangenen Saison Fortunas U23.

Fortuna Köln: Winkler – Fünger, Fischer (62. Statovci), Al-Azzawe, Afamefuna – Stanilewicz, Strauch, Geerkens (69. Majetic) – Thier (90. Telle), Wirtz (90. Garcia), Al Ghaddioui (62. Galjen). – Zuschauer: 2261. – Tore: 0:1 Budimbu (12.), 1:1 Geerkens (29.), 1:2 Budimbu (39.), 2:2 Thier (45.), 3:2 Stanilewicz (46.).